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Vöhringen

05.11.2019

Vöhringen will seine Friedhöfe neu gestalten

Der Illerberger Friedhof, am Hang gelegen, ist eine gepflegte Anlage. Aber auch dort sind erste Grablücken erkennbar. Im Augenblick wird dort eine neue Urnenwand errichtet.
Foto: Ursula Katharina Balken

Zwischen den Gräbern in Vöhringen klaffen Lücken. Mit einem neuen Konzept will die Stadt die Leerstände beheben und die Friedhöfe neu gestalten.

Vöhringen Statt einer Beerdigung mit Sarg entscheiden sich immer mehr Menschen für eine Feuerbestattung. Das hat Auswirkungen auf die Friedhöfe, denn diese Art des Begräbnisses erfordert weniger Platz. Die Folge: Leerstände zwischen den Grabstätten mehren sich – auch auf den Friedhöfen in Vöhringen. Deshalb hat sich jetzt der Hauptausschuss mit dem Thema beschäftigt. Die Mitglieder sprachen über neue Konzepte für den alten Friedhof in Vöhringen und die beiden in Illerberg und Illerzell. Beschlüsse wurden nicht gefasst, aber es gab Denkanstöße.

Einleitend stellte Vöhringens Bürgermeister Karl Janson fest, dass mehr als zwei Drittel der Verstorbenen in Deutschland eingeäschert und in einer Urne beigesetzt werden. Diese Entwicklung zeichne sich auch auf den Friedhöfen in Vöhringen ab. Grund sei neben dem Kostenfaktor, dass sich immer weniger Angehörige der Grabpflege annehmen können oder wollen. „Dieser tief greifende Wandel führt auch zu einer Veränderung der Erinnerungskultur“, erklärte Janson.

Auf dem Vöhringer Friedhof fehlt es nach Ansicht der Expertin an Struktur

Nun arbeitet die Stadt zusammen mit Viola Naser von den b2-Landschaftsarchitekten in Burgrieden an einer neuen Konzeption der Friedhöfe. Der größte Handlungsbedarf besteht demnach am alten Friedhof. Nach Angaben von Naser fehlt es dort an klaren Strukturen. Eine Verbesserung ist aufgrund der zahlreichen Bestandsgräber und den langen Laufzeiten für die Grabstätten schwierig, so die Landschaftsarchitektin. Ziel des Konzepts müsse es sein, Bereiche mit freien Flächen zu nutzen und mit einer Neugestaltung schrittweise zu beginnen. Auch soll vorgegeben werden, an welchem Ort künftige Bestattungen vollzogen werden können.

In Illerberg – der Friedhof liegt an einem Hang – wird zurzeit eine Urnenwand errichtet. Dieser kleine Bestattungsort weist eine besondere Atmosphäre auf, so die Landschaftsarchitektin. Rund um die kleine Kapelle wäre eine größere Freifläche denkbar. Ein Problem stellt die steile Treppe von der Kirche hinunter zur Kapelle dar. Das zu ändern wird nach Aussage von Naser teuer.

Stadträte nehmen Anregungen wohlwollend auf

Auf dem Friedhof in Illerzell stört die Fachfrau die Urnenwand, weil sie so massiv im Gelände stehe. Außerdem sei die Abfallstelle im Eingangsbereich nicht von Vorteil. Fest steht schon jetzt: für Verlängerungen der Grabnutzung liegt die Grenze bei zwei Jahren. Darüber würden die betroffenen Bürger schriftlich von der Stadt informiert, hieß es im Ausschuss. Entscheidend dabei ist, ob die Grabstätte in Arealen liegt, die überplant werden sollen oder an anderer Stelle, die von einer Neuplanung noch nicht tangiert sind.

Die neuen Gestaltungsansätze wurden von den Stadträten wohlwollend aufgenommen. Diskutiert wurde auch die Idee, Urnen aus Material zu fertigen, das in der Erde langsam zerfällt. Ebenso wurden Möglichkeiten für anonymen Gräber, auf deren Oberfläche Rasen wächst, angesprochen.

Hans Gutter (CSU) kritisierte, dass auf der Westseite des alten Friedhofes eine Art Durchgangsstraße entstanden ist. Es müsse klar sein, dass ein Friedhof ein Ort der Ruhe und der Erinnerung ist. Man könne nicht nur an Gestaltung denken, sondern auch an die Menschen, die ihre Trauer leben möchten. Unstrittig war, dass eine neue Konzeptionierung für die drei Friedhöfe erforderlich ist. Das Thema werde das Gremium noch häufiger beschäftigen, sagte Janson abschließend.

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