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Vöhringen

23.11.2019

Vöhringer Cheerleader wollen hoch hinaus

Im Training üben die Wild Cats, die älteste Gruppe der Vöhringer Cheerleader, verschiedene Stunts und Choreografien.

Plus Seit über 20 Jahren trainieren die Cheerleader des SC Vöhringen Stunts und Tänze. Mit ihren Einlagen sorgen die Mädchen bei Handballspielen für gute Stimmung.

Mit Schwung schießt Sina nach oben und streckt die Arme in die Luft. Die Mädchen unter ihr geben ihr Halt – in zwei Metern Höhe. Sekunden später lässt sie sich rückwärts in die Arme ihrer Team-Kolleginnen fallen. Ein gelungener Stunt. Und schon stellen sich die Mädchen zur nächsten Figur auf.

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Im Training der Vöhringer Cheerleader ist einiges geboten. Figuren üben, Körperspannung aufbauen, in Formation tanzen. Trainerin Marina Möller gibt den Ton an – zusammen mit ihrer Schwester Lisa Konrad, die die jüngeren Cheerleader trainiert. Beide engagieren sich seit Jahren im SC Vöhringen, waren selbst Cheerleader – eine Sportart, die seit über 20 Jahren in Vöhringen angeboten wird. Vor zehn Jahren haben die Schwestern die erste Jugendgruppe gegründet. Mit vollem Erfolg. Aktuell zählt der Verein 75 Cheerleader. „Wie hatten auch schon Wartelisten wegen der vielen Anfragen“, sagt Konrad. Die meisten, die anfangen, würden bleiben und kein Training verpassen. „Die Mädchen sind mit Herzblut dabei“, sagt die Trainerin.

Vier Cheerleader-Gruppen gibt es beim SC Vöhringen

Vier Gruppen gibt es inzwischen – für Kindergartenkinder, Grundschüler, Fünft- bis Achtklässler und die Älteren ab der neunten Klasse. Sie nennen sich Wild Cats oder Mini Cats und sorgen mit ihren Showeinlagen für gute Stimmung, wenn die Vöhringer Handballer spielen. Bei jedem Heimspiel sind sie dabei, um das Publikum mit Stunts, Tänzen und Gesängen anzufeuern „Da sitzen bis zu 400 Zuschauer auf den Rängen“, sagt Konrad. Es sei ein gutes Gefühl, direktes Feedback vom Publikum zu bekommen.

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Bei Auftritten tragen die Mädchen ihr Cheerleading-Outfit.

Die Musik, zu denen die Mädchen tanzen reicht von Hip-Hop über aktuelle Hits bis hin zu Schlagern. „Sie dürfen auch selbst mitbestimmen, zu was sie tanzen“, sagt Konrad. Die Wild Cats, die älteste Gruppe der Vöhringer Cheerleader, haben bis zu fünfzehn verschiedene Choreografien drauf. Dafür trainieren sie zweimal in der Woche eineinhalb Stunden.

Die 18-Jährige Sina ist seit sieben Jahren dabei. Freunde hatten sie auf die Idee gebracht, denn sie wussten, dass sie gerne tanzt. Als Flyer, also Fliegerin, steht sie bei einem Stunt oft ganz oben. Was ihr beim Cheerleading besonders Spaß macht? „Alles“, sagt sie mit einem Lachen. Damit ist sie nicht allein.

Der Fokus der Vöhringer Cheerleader liegt auf dem Tanz

„Wir sind wie eine kleine Familie“, sagt Trainerin Konrad. Die Mädchen üben zusammen, treten bei Handballspielen, Faschingsumzügen oder Sommerfesten auf und machen gemeinsame Ausflüge. Die älteren Mädchen fahren sogar zusammen in den Urlaub. „Bei uns kann jeder mitmachen, egal ob er einen Spagat kann oder nicht“, sagt Konrad. Auch Buben seien willkommen. Derzeit sind die Cheerleader eine reine Mädchentruppe.

Der Fokus liegt weniger auf spektakulären Stunts und Würfen – wie beim Wettkampf-Cheerleading oft der Fall, sondern auf dem Tanz. Die Ideen für neue Choreografien kommen der Trainerin ganz von allein. Sie mischt Elemente aus verschiedenen Tanzrichtungen wie Hip Hop, Jazz-Dance oder Aerobic. Zwei Monate dauert es etwa, bis die Mädchen eine Tanzeinlage einstudiert haben.

Die Kritik am Cheerleading, dass hübsche Frauen lediglich als Pausenfüller dienen, kann Konrad nicht verstehen. „Für mich ist es eine Sportart. Sie ist offen für alle. Das hat nichts mit Sexismus zu tun.“

Für die Stunts trainieren die Mädchen auch ihre Körperspannung.

Wie in jedem Sport bleiben Verletzungen nicht aus. „Wir hatten schon Platzwunden und Brüche, aber deshalb hat noch nie jemand aufgehört“, sagt Konrad. Im Gegenteil. Die 18-Jährige Lina aus Bellenberg hat gerade eine Fußoperation hinter sich – allerdings nicht wegen des Cheerleadings, wie sie sagt. Bis sie wieder mitmachen kann, wird es eine Weile dauern. Trotzdem kommt die 18-Jährige zum Training. „So sehe ich wenigstens die neuen Tanzschritte“, sagt Lina, die seit sechs Jahren bei den Vöhringer Cheerleadern mit dabei ist. Auch sie ist Flyer und hat schon einige Stunts hingelegt. „Die machen am meisten Spaß“, sagt sie. Ob sie Angst hatte, sich aus zwei Metern Höhe rückwärts fallen zu lassen? „Am Anfang schon, aber man lernt, den anderen Mädchen zu vertrauen“, sagt die 18-Jährige. Denn auch darum geht es bei den Vöhringer Cheerleadern.

Wer die Cheerleader in Aktion sehen will, kann am Sonntag, 12. Januar, in den Vöhringer Sportpark kommen. Beim Handballspiel der ersten Mannschaft tanzen ab 17 Uhr alle Cheerleader-Gruppen gemeinsam.

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