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Vöhringen

03.04.2021

Vogelliebhaber appellieren: Katzen besser drinnen lassen

So süß sehen Jungamseln aus. Die größte Gefahr für die Tiere: Hauskatzen.
Foto: Peter Bria, LBV (Archivfoto)

Plus Zwischen April und Juni brüten viele Vogelarten. Die Gefahr, die dabei von Hauskatzen ausgeht, wird oft unterschätzt. Das können Katzenbesitzer tun.

Für viele Menschen gibt es nichts Schöneres als wenn draußen vor dem Fenster Vögel zwitschern. Oder wenn man schon morgens mit der Kaffeetasse in der Hand die flatternden Tiere beobachten kann. Andere kraulen beim morgendlichen Kaffeetrinken lieber das flauschige Fell ihrer Katze. In den Gärten von Wohnsiedlungen ist es mit der Idylle aber oft vorbei, dort geraten die beiden Tierarten häufig aneinander. Was kann getan werden?

Jeanette Wischenbarth aus Vöhringen gehört eher zu den Vogel- als zu den Katzenfreunden. Ihrer gesamten Familie haben es die gefiederten Tiere angetan. Sohn Leon hat schon mehrfach außergewöhnliche ornithologische Beobachtungen in der Region gemacht. 2019 hat er einen Rotlappenkiebitz im Bucher Ried fotografiert. Der Vogel lebt normalerweise in Asien und wurde zuvor noch nie in Deutschland gesichtet. Doch so schön die exotischen Tiere auch sind, Jeanette Wischenbarth sorgt sich jetzt im Frühjahr vor allem um die heimischen Tiere, für die insbesondere Hauskatzen eine Gefahr darstellen.

Darum sind Jungamseln besonders in Gefahr

Denn, so erklärt es auch der Landesbund für Vogelschutz (LBV) auf seiner Website, es gibt in Wohnsiedlungen deutlich mehr Katzen, als wenn sich die Tiere auf natürliche Art und Weise ihre Reviere abstecken. Die Katzen werden von ihren Besitzern zwar meist liebevoll versorgt, doch auch bei satten Katzen ist der Jagdinstinkt vorhanden. Zum Problem wird das vor allem für junge Amseln, erklärt Wischenbarth. Denn wenn die das Nest verlassen, können sie nicht sofort fliegen, sondern bleiben noch einige Tage auf dem Boden.

Im Frühjahr sollten Katzen zumindest nachts im Haus bleiben. Die Tiere werden zur Gefahr für junge Amseln.
Foto: Julian Stratenschulte, dpa

Für Katzen ein gefundenes Fressen - oder schlimmer: nicht einmal das. Denn wenn die Hauskatze eigentlich ausreichend Futter bekommen hat, ist die Jagd für sie manchmal nur noch ein Spiel. Im Jahr 2020 hatte Wischenbarth in ihrem Garten immer wieder tote Jungamseln gefunden, die augenscheinlich von Katzen erlegt, aber nicht gefressen wurden. Stundenlang sei nachts der Warnruf der Altvögel zu hören gewesen, die damit ihre Jungtiere vor den Fressfeinden zu schützen versuchten.

"Ich glaube, dass vielen Katzenbesitzern gar nicht bewusst ist, was für eine Gefahr die Tiere für junge Amseln sind", sagt Wischenbarth. Sie appelliert daher an alle Katzenhalter, ihre Tiere zur Brutzeit, also jetzt Anfang April, nachts drinnen zu behalten. Der LBV schreibt dazu: "Zwischen April und Juni werden immer wieder Jungvögel der verschiedenen Arten flügge. Lassen Sie Ihre Katze daher in dieser Zeit ganz im Haus oder gestatten Sie ihr nur kurzen Freigang, bis die Brutzeit vorbei ist." Besondere Vorsicht sollte gelten, wenn man im Garten schon Jungvögel oder warnende Altvögel entdeckt hat.

Tipps für Katzenbesitzer: Ein Glöckchen am Halsband

Der LBV hat noch mehr Tipps, wie Katzenbesitzer der Vogelwelt etwas Gutes tun können. Ein Glöckchen am Halsband etwa warnt die Vögel rechtzeitig vor dem Fressfeind. Beim Kauf eines solchen Halsbandes sollte darauf geachtet werden, dass es sich entweder öffnet, wenn man daran zieht oder aus Gummizug besteht. In beiden Fällen könnte sich die Katze leicht befreien, sollte sie mit dem Band irgendwo hängen bleiben. Allein das Glöckchen führt laut Studien dazu, dass 30 bis 50 weniger Vögel erlegt werden. Der LBV rät außerdem zu etwas, was die meisten Katzenbesitzer ohnehin gern tun: viel mit der Katze spielen. So wird der natürliche Jagd- und Spieltrieb schon zu einem großen Teil befriedigt und die Katzen haben von sich aus weniger Lust, Vögel oder Mäuse zu erbeuten.

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