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Auszeichnung

25.10.2017

Von Babenhausen in die Welt

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Ziel der Europa-Urkunde ist es, das Engagement der Schulen zu würdigen und junge Menschen zu ermutigen, sich für die europäische Idee einzusetzen.

Die Anton-Fugger-Realschule wurde gestern zum zweiten Mal mit einer Europa-Urkunde gewürdigt. Wie sie sich für Frieden, Freiheit und Toleranz einsetzt

Im Bus nach München ist die Aufregung dann doch zu spüren. Die Europa-Urkunde bekommt man schließlich nicht alle Tage verliehen. Die Schüler der Babenhauser Anton-Fugger-Realschule haben sich daher gut auf ihren Auftritt vorbereitet, wie sie vorab am Telefon erzählen: Ein Schulvideo wird über eine Leinwand flimmern, das Bläserensemble unter Leitung von Sandra Kalischek wird in Tracht die Europahymne spielen. Zwei Schüler verpacken die europäische Idee und aktuelle Themen wie den Brexit in einen Poetry Slam. „Damit etwas Witz in die Veranstaltung kommt“, sagt der 15-jährige Tim Lunkewitz. Bisher sei er noch nie außerhalb des Klassenzimmers aufgetreten. „Das ist jetzt schon was Besonderes.“

Ein großes Publikum ist ihm an diesem Dienstagnachmittag gewiss. Denn die Europa-Urkunde wird der Babenhauser Anton-Fugger-Realschule bei einem Festakt im Münchner Prinz-Carl-Palais verliehen. Damit ist die Realschule eine der wenigen Schulen, welche die Auszeichnung des Bayerischen Staatsministeriums für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen gleich ein zweites Mal entgegennehmen darf: erst 2011, nun 2017.

Die Realschule hat erneut ihre Bewerbung eingereicht, da sich in den vergangenen sechs Jahren viel getan hat, wie in dem Schreiben zu lesen ist: Die Schule hat ihre internationalen Beziehungen vertieft und ergänzt. So haben sich die Schüleraustausche mit den Partnerschulen in den französischen Orten Argentré und Louvigné etabliert. Zudem wurden etwa neue Kontakte bis nach Portugal und sogar China geknüpft. Allein in den vergangenen fünf Jahren nahmen mehr als 500 Babenhauser Schüler an den internationalen Begegnungen teil.

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Zudem hat die Realschule zwischen 2014 und 2017 beim sogenannten Erasmus-Plus-Programm der EU mitgemacht. Dabei trafen sich etwa Schüler aus Großbritannien, Frankreich, Kroatien und Deutschland. Im Fokus standen das Schulfach MINT, das Natur und Technik verbindet, sowie das „Outdoor Learning“ (deutsch: draußen lernen). Auch Tim Lunkewitz war dabei. Der Booser sagt: „Das hilft uns sehr bei der englischen Sprache. Außerdem haben wir viel über die Kultur in den Ländern gelernt – Kroatien zum Beispiel kennt man ja eigentlich nur vom Urlaub.“ Noch heute chatte er mit den gewonnenen Freunden via WhatsApp, ein paar Franzosen habe er in den Sommerferien privat besucht. Die Realschule will auch im kommenden Jahr an Erasmus-Plus teilnehmen.

Ein weiterer Grund für die Auszeichnung ist eine Kooperation mit der israelischen Greek Catholic School , die 2018 starten soll: Im Januar empfängt Babenhausen israelische Schüler – sie wohnen in der Jugendbildungsstätte und in Gastfamilien. Im Frühjahr soll der Gegenbesuch in Israel folgen. „Schon jetzt beschäftigen wir uns im Religions- und Geografieunterricht mit dem Land, zum Beispiel den verschiedenen Glaubensrichtungen“, sagt Lehrerin Claudia Gebele, welche die Schüler auch zur Preisverleihung nach München begleitet.

So greift die Realschule die Themen Frieden, Freiheit und Toleranz auch im heimischen, teils bilingualen Unterricht auf. Lehrer und Schüler befassen sich mit Ereignissen wie dem Anschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo, der Flüchtlingsthematik und dem zunehmenden Populismus und Nationalismus in einzelnen Ländern Europas. Das Ziel: Die Schüler sollen für soziale und politische Herausforderungen, mit denen sie jetzt und in Zukunft konfrontiert sind, gewappnet sein und die europäische Idee voranbringen. „Das ist unsere Aufgabe als Schule. Ich bin unheimlich stolz auf mein Team“, sagt Schulleiter Martin Rister.

Bei der Urkundenübergabe lobt Europaministerin Beate Merk: „Mit solch engagierten jungen Europäern blicke ich beruhigt in die Zukunft, denn sie alle haben Europa im Blut – schon von Kindesbeinen an.“ Die Anton-Fugger-Realschule zeige, dass die Förderung des Europagedankens eine Daueraufgabe ist. „Die Schüler fühlen sich geehrt – aber auch gefordert, die Freundschaften zu vertiefen“, sagt Gebele.

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