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Oberroth

06.11.2017

Von Geistern, Dämonen und Waschverboten

Schauspieler Fred Strittmatter las in Oberroth Gruseliges.
Bild: Claudia Bader

In Oberroth ging es um die Raunächte. Das fesselte.

Das Grimmsche Märchen Frau Holle ist vielen aus der Kindheit in Erinnerung: Dass die gütige Sagengestalt als Schutzpatronin der mystischen Raunächte gilt, wissen hingegen wohl nur wenige. Bei seiner Lesung im Saal des Oberrother Pfarrhauses verriet Schauspieler Fred Strittmatter noch viel mehr über die Bräuche und Rituale, die sich um die zwölf Nächte zwischen Heiligabend und dem Dreikönigstag ranken. Mit spannenden Überlieferungen und Sagen entführte er auf eine Reise, die mal zum Gruseln, mal zum Schmunzeln anregte.

Bereits Tage vor der Herbstlesung des Oberrother Büchereiteams waren die Karten ausverkauft: Die zahlreichen Besucher im stimmungsvoll geschmückten Saal lernten zunächst altes Brauchtum kennen. Zum Beispiel, dass man zwischen Weihnachten und dem Neujahrstag keine Wäsche waschen und aufhängen dürfe, weil dies Unglück bringen soll. Stattdessen könne man die bösen Geister, die in den Raunächten ihr Unwesen treiben, durch Räuchern vertreiben.

Mit Gedichten, die von Höllenspuk, Drudenabwehr und manch wilder Jagd erzählten, ließ Strittmatter den Spuk vor den Augen seiner aufmerksamen Zuhörer aufleben. Mit einer spannenden Vortragsweise machte er auch die russische Legende „Die zwölf Monate“ und die Botschaft des berühmten Kinderbuchs „Es klopft bei Wanja in der Nacht“ zum Erlebnis.

Für ihn gehörten auch Balladen zu den Raunächten, verdeutlichte Strittmatter. Mit dem „Knaben im Moor“ von Annette Droste-Hülshoff, dem „Gewitter“ von Gustav Schwab sowie Johann Wolfgang von Goethes „Erlkönig“ jagte er manchem Zuhörer einen Schauer über den Rücken. Nachdem er in Andersens Märchen „Zwölf mit der Post“ den Wechsel der Monate und Jahreszeiten verdeutlicht hatte, servierte der Schauspieler mit „S’Totemügerli“ ein Schmankerl. Obwohl die meisten Zuhörer den Dialekt kaum verstanden haben dürften, erwies sich das „bärndütsche Gschichtli“ von Franz Hohler als amüsanter Ausklang des Abends. (clb)

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