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Landkreis Neu-Ulm

08.12.2020

Von Ulm nach Memmingen: Regio-S-Bahn fährt endlich los - das ändert sich für Reisende

Ein erster Teilerfolg im Projekt Regio-S-Bahn Donau-Iller: Zwischen Ulm und Memmingen und Ulm und Weißenhorn verkehren ab Sonntag erstmals Bahnen unter diesem Namen.
Bild: Alexander Kaya

Plus Am Sonntag rollen die neuen Züge erstmals unter diesem Namen von Ulm nach Memmingen und Weißenhorn – dennoch hagelt es Kritik. Das ändert sich für die Fahrgäste.

Es ist ein Meilenstein im Projekt Regio-S-Bahn Donau-Iller: Ab Sonntag fahren die neuen Züge von Ulm erstmals unter diesem Namen auch nach Memmingen und Weißenhorn. Wegen der Corona-Pandemie gibt es nur einen „kleinen, leisen Start“, wie Geschäftsführer Oliver Dümmler sagt. Unter die Freude über den Erfolg mischen sich auch kritische Stimmen.

Für die Regio-S-Bahn Donau-Iller gibt es noch kein gemeinsames Logo

Im Projekt hake es des Öfteren an der länderübergreifenden Kommunikation zwischen Bayern und Baden-Württemberg. Auf ein gemeinsames Logo für die Bahnen konnten sich die Länder beispielsweise noch nicht einigen. Ein Markenzeichen mit Wiedererkennungswert soll es werden – doch wie Bayern und Baden-Württemberg verknüpfen?

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft wirbt mit dem blauen „Bahnland Bayern“, das baden-württembergische Verkehrsministerium mit „bwegt“ in Schwarz und Gelb. Nach mehreren Abstimmungen entschlossen sich die Länder, gemeinsam eine Dachkonzeption für die Marke Regio-S-Bahn zu erstellen. Diese ist noch in Arbeit und wird voraussichtlich 2021 abgeschlossen.

Manche sehen die Entwicklung der Regio-S-Bahn Donau-Iller als zu langsam

Alexander Baumann, Oberbürgermeister der Stadt Ehingen, findet klare Worte: „Wir können mit diesem Sachstand nicht ernsthaft zufrieden sein“, sagt er. Sich auf eine gemeinsame Dachmarke zu verständigen, zähle nicht als Erfolg. Auf baden-württembergischer Seite sind Baumann zufolge keine Fortschritte zu dem Thema zu sehen: „Wir müssen als Regionalverband deutlich machen, dass wir mit dieser Entwicklung nicht einverstanden sind.“

Generell sieht er die zeitliche Entwicklung des Projekts als zu langsam. „20 Jahre nach dem Start – wir haben den Bürgen etwas völlig anderes versprochen“, sagt Baumann. Manfred Schilder, stellvertretender Vorsitzender des Regionalverbandes Donau-Iller, zeigt Verständnis. Alle hätten größere Erwartungen an das Projekt. Jedoch: „Wir bohren hier richtig dicke Bretter.“ Bahnprojekte seien immer langwierig.

Die RS-Bahnen fahren von Ulm aus nach Memmingen und Weißenhorn

Auch Dümmler, Geschäftsführer der Regio-S-Bahn Donau-Iller, kann das bestätigen. Eine Besonderheit kommt noch dazu: Die Region ist für Schienenverkehr nicht verantwortlich. Er wird durch die Länder geregelt. „Die Region stellt sich schon stark auf“, sagt Dümmler und bezieht sich auf den Verein Regio-S-Bahn Donau-Iller mit seinen etwa 90 Mitgliedern, der das Projekt freiwillig vorantreibe.

Der Verein verfüge weder über das Geld noch besitze er die Grundstücke, über welche die Strecken laufen. „Wir müssen andere Akteure dazu bringen, zu handeln“, sagt Dümmler. Das mache die Verhandlungen oft zäh und langwierig. Für den Geschäftsführer hat das Projekt bereits einiges angestoßen: „Es ist wichtig, dass es einmal startet – dann entwickelt sich eine Dynamik.“

In Zukunft sollen viele weitere Schritte realisiert werden. Im kommenden Jahr soll die Elektrifizierung der Südbahn folgen. Ab 2022 soll ein halbstündiger Verkehr nach Blaubeuren möglich sein. Einen besonderen Wunsch hegt Dümmler für die weite Zukunft: Im Jahr 2030 findet die Landesgartenschau in Ulm statt. „Es wäre schön, wenn die Leute dann mit der Regio-S-Bahn nach Ulm fahren könnten.“

Am Wochenende stehen noch weitere Veränderungen im Zugverkehr an:

  • Neue Bezeichnungen: Für die neue Regio-S-Bahn gibt es eine eigene Bezeichnung, RS. Die Regio-S-Bahnen fahren alle Haltestellen an, anders als der Regionalexpress. Künftig werden alle Linien einer Strecke in Bayern unter einer Streckenbezeichnung zusammengefasst, wie bei der Illertalbahn unter R7.
  • Strecken: Die neue Bahn fährt von Ulm nach Memmingen (RS7) und von Ulm nach Weißenhorn (RS71). Die Linie RS7 bedient neuerdings im Zwei-Stunden-Takt den Bahnhof Gerlenhofen. Ein dichterer Takt war wegen Verzögerungen der Bauarbeiten in Senden nicht möglich.
  • Verbindungen: Zwischen Ulm und Stuttgart gibt es neue Verbindungen, ebenso wie im Ulmer und Neu-Ulmer Stadtverkehr. Zudem wurden die Fahrzeiten angepasst.
  • Züge: Die Deutsche Bahn hat für die neue Regio-S-Bahn Donau-Iller 15 neue Triebzüge geleast. Sieben davon bieten 150 Sitzplätze, acht 125. Seit Oktober sind die Züge im Probebetrieb unterwegs.

Die neuen Fahrzeiten sowie Netzpläne der Regio-S-Bahn Donau-Iller finden Sie hier im Internet.

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