Konzert

13.05.2014

Von allen Saiten

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Baiba Skride (Violine), Xavier de Maistre (Harfe) und Daniel Müller-Schott (Violoncello) zogen mit virtuosem Spiel und jugendlichem Charme das Publikum in ihren Bann. Neben dem Harfenisten Conny Unglert, die beim Umblättern hilft.

De Maistre, Skride und Müller-Schott begeistern mit modernen Klängen

Wenn sich Töne überlagern, können fulminante Klangteppiche entstehen. So geschehen in der ausverkauften Festhalle des Kollegs mit Xavier de Maistre an der Harfe, Baiba Skride auf der Violine und Daniel Müller-Schott am Cello. Im Publikum saßen zwei Harfenklassen der Musikschule Ulm-Biberach und Fans aus der ganzen Region, um zu erleben, wie der weltbekannte Harfenist aus einem, seit 5000 Jahren bekannten Instrument moderne Klangdimensionen hervorlocken kann. Stehende Beifallsbekundungen zeigten, wie der Künstler zum wiederholten Mal in Illertissen zu begeistern vermochte. De Maistre selbst sagt: „Es ist ein sehr warmherziges Publikum, ich spüre, dass die Zuhörer diese Musik wollen.“

„Diese Musik“ von durchwegs französischen Komponisten aus der Epoche des Impressionismus ließ aufhorchen mit ungewohnten Harmonien in ungewöhnlichen Rhythmen. Aber auch die Besetzung im Trio mit Violine, Cello und Harfe war spannend. Dazu setzten die Drei so klangvoll wie ausgewogen im Spiel mit einer Komposition von Jacques Ibert (1890-19629) ein.

Das Trio, das auf seiner Konzerttournee durch Großstädte auf dem Weg von Bonn nach Baden-Baden noch einen Abstecher nach Illertissen machte, hatte schnell die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuhörer gewonnen. Für diese Komposition hatte sich der Klavierspieler Ibert vom Harfenspiel seiner Tochter inspirieren lassen und es den charakteristischen Klangeigenschaften von Geige und Cello gegenübergestellt.

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Dies umzusetzen, ist dem Trio wunderbar gelungen. Wobei keines der Instrumente die Solorolle für sich zu beanspruchen schien und dennoch die Harfe – schon optisch im Mittelpunkt – sich links und rechts von Bogenstrichen umspielen ließ. In den Sätzen Allegro tranquillo und Andante sostenuto hielten sich die Musiker erst heiter schwelgend, dann zurückhaltend ruhig an diese Vorgaben. Beim Scherzando con moto schließlich wurde die Harfe tonangebend, indem ihre angerissenen Klangwogen von Geige und Cello mit Akkordfolgen, Doppelgriffen oder Läufen vielfach aufgegriffen und variiert wurden.

Nach so viel gewaltigem Saitenklang präsentierten sich die Streicher im Duett. Mit der Sonate in C-Dur trugen die in Lettland geborene Geigerin Baiba Skride und Daniel Müller-Schott das vielleicht bedeutendste Werk von Maurice Ravel (1875- 1937) vor. Er hat es Claude Debussy gewidmet und zeigt dabei harmonische Strenge wie periodisch wiederkehrende lineare Bewegungen. Der letzte Satz endet überzeugend virtuos, wofür die Streicher an Spiellust wie Bogentechnik kaum etwas auslassen.

Darauf die Harfe im glänzenden Solo mit dem Impromptu in Des-Dur von Gabriel Fauré (1845-1924), wobei es für den weltweit bekannten Harfenisten ein Leichtes war, die Bühne zu füllen und das Publikum zu entführen. Die Komposition lässt den an Klangfülle gewohnten Kirchenmusiker Fauré nicht verleugnen, zumindest nicht in der facettenreichen, neue Klangwelten eröffnenden Interpretation des Meisters.

Er griff in die Saiten, glitt mit den Fingern darüber, bremste die Fülle mit der Hand oder ließ die Töne im Raum schwebend stehen.

Das Konzert endete, wie es begonnen hat, mit einem Trio für Violine, Cello und Harfe. Komponiert hat es die Solo-Harfenistin Henriette Renié (1875-1956). Dabei ließen die Musiker das Publikum nochmals tief in ihre Klangwelt eintauchen, mit ungeraden Taktschlägen oder schrägen Akkorden, die virtuos gespielt, voll Schönheit und Leidenschaft waren. Eine Zugabe blieb nicht aus. Hans Scherrer, ausgewiesener Kirchenmusiker, sagt anerkennend: „Eine schwere Musik, die wunderbar gespielt wurde.“

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