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Unterallgäu

10.01.2019

Von den Leiden der Unterallgäuer Landwirte

Das geforderte Verbot der Anbindehaltung von Rindern wird derzeit kontrovers diskutiert.
Bild: Ulrich Wagner

Kreisobmann Martin Schorer des Bauernverbands zieht Bilanz und spricht über Auswirkungen der lang anhaltenden Trockenheit im vergangenen Jahr.

„Die Zeiten waren immer schon schwierig, sie werden auch nicht einfacher“: Trotz dieser Aussage zu Beginn der beiden Regionalversammlungen in Schwaighausen und Nassenbeuren zog der Unterallgäuer Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, Martin Schorer, dennoch eine eher positive Bilanz über das Vorjahr.

Die Milch brachte laut Schorer im vergangenen Jahr in Bayern durchschnittlich 36,40 Cent je Liter, wobei es in den einzelnen Bundesländern deutliche Unterschiede gab – Brandenburg etwa lag 4,8 Cent darunter. Entscheidend sei die Vermarktung. Blockbutter sei nach einem historischen Höchststand zwar wieder etwas abgefallen, „momentan aber nicht ganz schlecht“. Im Gegensatz dazu „dümpelt das Magermilchpulver so vor sich hin“. Insgesamt gesehen ist es wichtig, so Schorer, dass die Erzeugung nicht merklich über dem Verbrauch liege.

Biomilch habe im vergangenen Jahr eine Steigerung von 20 Prozent erlebt: „Auch der Biomarkt hat seine Grenzen – man kann nur hoffen, dass das nicht unendlich weiter gesteigert wird“, mahnte der Kreisobmann. Im Vergleich zum Welthandel habe die EU-Milchproduktion viel verloren; Deutschland sei nicht mehr ganz vorne mit dabei. Das Unterallgäu habe die Dürre des vergangenen Jahres „nicht so dramatisch erfahren, auch wenn das Grünland schon gelitten hat“. Wenn die Dürre wegen der zurückgehenden Futtervorräte vollkommen am Markt ankommt, dann werde man sehen, ob die Milchanlieferung zurückgeht und mehr Tiere geschlachtet werden.

Anbindehaltung sorgt für Diskussion

Während sich gentechnikfreies Futter bei allen Molkereien weitgehend durchgesetzt habe, müsse weiteren Forderungen wie dem Verbot der Anbindehaltung von Rindern Einhalt geboten werden: Rund die Hälfte der bayerischen Rinderhalter hätten nämlich noch keinen Laufstall, betonte Schorer. „Molkereien, die ein Verbot der Anbindehaltung fordern, sollte diese Forderung auf die eigenen Füße fallen“, betonte der Kreisobmann. Zum Thema Glyphosat meinte er, dass dies im Landkreis ohnehin fast nicht vorkomme, weil das umstrittene Herbizid zumeist nur in den Hausgärten versprüht werde. Weiter erklärte Schorer, dass es zwar wieder mehr Bienenvölker als im Vorjahr gebe. Dennoch sollten die Bauern auf unwirtschaftliche Flächen blühende Pflanzen ansäen: „Hier kann man mit wenig Aufwand viel bewegen.“

Geschäftsführer Helmut Mader berichtete, dass der Berufsverband beim Ausfüllen von Düngebedarfsermittlung und Stoffstrombilanz behilflich sei. Letztere werde vom Berufsverband erstellt, wenn er auch für die Buchführung zuständig sei. Zu den Problemen mit Wolf, Biber und Schwarzwild nannte Mader eine Lösung, die er in diesem Zusammenhang schön öfter gehört habe: „Schießen, schaufeln und schweigen.“ (fk)

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