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Babenhausen

10.04.2015

Von der Laienbühne auf die Kinoleinwand

Walter Neß wirkt in dem Film „Leberkäs und Leichenstarre“ mit. Als Polizeichef muss er den kauzigen Kommissar immer wieder zu Recht weisen.
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Walter Neß wirkt in dem Film „Leberkäs und Leichenstarre“ mit. Als Polizeichef muss er den kauzigen Kommissar immer wieder zu Recht weisen.

Die Hobby-Schauspieler Ernst Schwegler und Walter Neß aus Weinried und Dietershofen spielen in der Krimikomödie „Leberkäs und Leichenstarre“ mit. Im Theater am Espach wird der Streifen bald zwei Mal gezeigt.

Nahezu 30 Jahre lang haben die leidenschaftlichen Hobby-Schauspieler Ernst Schwegler und Walter Neß bei Aufführungen des Theatervereins Oberweinhofen mit ihrer komödiantischen Spielfreude begeistert. Dass die beiden im März 2013 letztmals auf der Bühne des Oberschönegger Schützenheims gestanden sind, haben viele Theaterfans bedauert. Am Samstag, 18. April, und am Sonntag, 19. April, sind Schwegler und Neß aber auf der Kinoleinwand des Theaters am Espach zu sehen.

In der Krimikomödie „Leberkäs und Leichenstarre“ wirken der Weinrieder und der Dietershofer in Nebenrollen mit. Zu diesen sind die beiden über die vom Theaterverein Oberweinhofen 2009 auf die Bühne gebrachte Komödie „Dem Himmel sei Dank“ gekommen. Dem jungen Filmemacher Michael Richter aus Dinkelscherben, der bei einer Aufführung in den Zuschauerreihen saß, hat der auch Regie führende Schwegler als beschwipster Domkapitular so sehr imponiert, dass er ihm für seine neue Krimikomödie „Leberkäs und Leichenstarre“ eine Nebenrolle angeboten hat. Auf Schweglers Empfehlung wurde auch Walter Neß engagiert.

Bei Richters Komödie handelt es sich um eine sogenannte Independence-Produktion – ohne großes Budget, doch mit viel Leidenschaft am Filmemachen, erklärt Ernst Schwegler. Rund 200 Hobby-Schauspieler, Laien und weitere fleißige Helfer hätten wie er und sein Freund vorrangig an den freien Wochenenden an den Dreharbeiten mitgewirkt. Die beiden Unterallgäuer können sich noch gut an den ersten Drehtag am 29. August 2010 erinnern. Vier Jahre lang sind sie meistens getrennt zu jeweils zehn Filmsets nach Dinkelscherben gefahren. Schwegler spielt im Film den Bischof Simmerl, der die Leichenrede für den ermordeten Grafen hält, und Walter Neß den Polizeichef, der den kauzigen Kommissar Bachmeier immer wieder zu Recht weisen muss.

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Manche Szenen sind den beiden noch sehr gut im Gedächtnis. „Als ich auf der Kanzel der Kirche in Dinkelscherben die Leichenrede halten musste, ist es mir schon ein wenig kalt über den Rücken gelaufen“, berichtet Schwegler. Für Neß ist eine nur 30 Sekunden lang dauernde Verfolgungsjagd unvergesslich: „Wir haben dafür einen halben Tag geprobt.“ Nachdem er beim Durchqueren einer geschlossenen Bahnschranke noch mitgemacht habe, sei er bei der Fahrt durch zwei brennende Autos von einem Stuntman ersetzt worden. Nach jeweils sechs bis sieben Stunden Dreharbeit mit ungezählten Wiederholungen waren die beiden auf der Heimfahrt völlig geschafft, berichten sie. Aber die vielen humorigen Szenen, bei denen Schauspieler und Statisten oft in schallendes Gelächter ausgebrochen seien, hätten sie voll entschädigt.

In der in und um Dinkelscherben sowie auf Schloss Haldenwang im Landkreis Günzburg gedrehten Krimikomödie geht es um eine goldene Leberkässemmel. Deren Besitzer, Graf Fridolin von Bangeberg, wird dafür kaltblütig ermordet. Um die mysteriöse Tat, die im Film die ganze Region in Atem hält, aufzuklären, machen sich der schusselige Hauptkommissar Bachmeier und sein neuer Kollege an die Ermittlungen. Nach allerlei Turbulenzen nimmt der mit einer spektakulären Autoverfolgungsjagd endende Krimi eine unerwartete Wende.

Trotz vieler investierter Stunden und mancher Strapazen würden Ernst Schwegler und Walter Neß jederzeit wieder mitspielen. Die am 32. Drehtag im November 2014 endenden Filmaufnahmen seien nicht nur eine Herausforderung gewesen, sondern hätten ihnen viele neue Erfahrungen gebracht, schwärmen die beiden.

Für ihre ohne Gage gespielten Rollen bekamen Schwegler und Neß von Filmemacher Richter als „beste Nebendarsteller“ einen „Oskar“.

Karten gibt es nur noch für die Vorstellung am Sonntag, 19. April, um 18 Uhr bei Textil Kast, Auf der Wies in Babenhausen unter der Telefonnummer 08333/93246.

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