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Bellenberg

06.02.2020

Waffen gesucht: Razzia bei Bellenberger Familie

Einsatzkräfte der Polizei durchsuchten gestern insgesamt neun Gebäude in den Landkreisen Neu-Ulm, Dillingen und Biberach. Auch in Bellenberg wurden die Beamten fündig: Bei einer Familie fanden sie

Plus In insgesamt neun Gebäuden in drei Landkreisen finden Einsatzkräfte Waffen und Betäubungsmittel. Eine Whatsapp-Gruppe liefert wichtige Hinweise.

Polizisten mit Sturmhaube und einige Einsatzfahrzeuge, die rund um ein Wohnhaus in der Memminger Straße positioniert waren: Es waren aufsehenerregende Szenen, die sich am Donnerstagmorgen in Bellenberg abgespielt hatten. Die Polizei hatte in dem Gebäude nach Waffen gesucht. Es war eines von neun Objekten, die im Zuge dieser Ermittlungen in den Landkreisen Neu-Ulm, Dillingen an der Donau und Biberach stattgefunden hatten. Das Kuriose: Ursprünglicher Auslöser der groß angelegten Durchsuchungsaktion war eine Beleidigung, die in einer geschlossenen Gruppe der Messenger-Plattform Whatsapp gefallen war.

In Whatsapp-Gruppe für Sondengeher werden Waffen-Bilder gepostet

Ein Mann hatte dort einen 32-Jährigen wegen rechter Äußerungen kritisiert, der wiederum mit Drohungen und Beleidigungen antwortete. Der Mann erstattete Anzeige und mache so die Polizei im vergangenen Jahr auf die Gruppe aufmerksam. Diese sollte wohl Sondengehern, also Menschen, die mit Metalldetektoren den Boden nach möglichen Schätzen oder anderen Fundstücken suchen, eine Plattform zum Austausch bieten.

Verdächtig machte sich die Gruppe, als ein 25-jähriger Altenstadter dort das Bild einer Pistole postete. Ein „Bodenfund“, wie er dazu schrieb. Sein Haus wurde im November durchsucht. Gefunden haben die Beamten neben der gesuchten Waffe auch größere Mengen an explosiven Chemikalien, eine vollautomatische scharfe Maschinenpistole, mehrere scharfe Kurzwaffen und ein Wehrmachtskarabiner mit zu allen Waffen passender Munition. Der Mann wurde nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen entlassen.

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Die Polizei ermittelte in der Gruppe weiter. Das Ergebnis: Eine Reihe weiterer Personen rückte ins Visier der Ermittler. Die Polizei spricht von diversen Betäubungsmittelgeschäften, einem Diebstahl und 18 Beschuldigten, vorwiegend aus dem Raum Illertal, sowie unbekannten Tätern. Fünf Personen sollen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz verstoßen haben.

Größter Einsatz bei Familie in Bellenberg

Im Fokus der Ermittlungen stand auch ein Paar aus Bellenberg und dessen erwachsener Sohn. Bei ihnen vermutete die Polizei eine Vielzahl illegaler Waffen, Granaten und Munition. Vor dem Einsatz sei unklar gewesen, ob es sich um Deko-Objekte, Fundstücke vom Sondengehen oder scharfe Waffen handelte. Weil es schwierig war, die zu erwartenden Fundstücke in Bellenberg einzuschätzen, rückte die Polizei dort mit dem größten Aufgebot der neun Durchsuchungen an. Gefunden habe man in allen Gebäuden etwas, sagt ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage. Neben einem Weltkriegsgewehr entdeckte die Polizei unter anderem eine Leuchtpistole, scharfe Munition, Schlagringe, Springmesser und Butterflymesser. Die sichergestellten Beweismittel müssen nun ausgewertet werden.

Auch Betäubungsmittel – mehrere Hundert Gramm Marihuana und geringe Mengen Amphetamin – stehen auf der Liste der gefundenen Beweismittel. Ein 26-Jähriger aus dem Landkreis Biberach wird des bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verdächtigt. Es wurde Untersuchungshaft beantragt. Die anderen Beschuldigten wurden vorerst entlassen. Der 32-jährige Gruppenadministrator soll ebenfalls mit Betäubungsmitteln und Waffen gehandelt haben.

Das war nicht der erste aufsehenerregende Polizeieinsatz in der Region. In Untereichen fanden Einsatzkräfte im vergangenen Jahr eine Hanf-Plantage. Lesen sie dazu unseren Bericht: Drogen-Razzia in Untereichen - 40-Jähriger vor Gericht

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