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Vöhringen / Illertissen

16.11.2018

Wahl der Kirchenverwaltung: Ein Kreuzchen im Namen des Herrn

Am Sonntag werden in den bayerischen Diözesen die Mitglieder der Kirchenverwaltungen gewählt. Auch die Wahl der Pfarrgemeinderäte stand in diesem Jahr bereits an.
Bild: Peter Kneffel, dpa

Zum zweiten Mal in diesem Jahr werden Katholiken zur Urne gebeten. Diesmal stehen die Wahlen der Kirchenverwaltungen an. Aber was machen sie eigentlich?

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr haben Katholiken die Wahl: Nachdem im Februar Kreuzchen für den Pfarrgemeinderat gesetzt wurden, stehen nun die Wahlen der Kirchenverwaltungen an. Am Sonntag, 18. November, werden die Gläubigen zu den Urnen gebeten. Für die Pfarreien ein wichtiges Datum. Denn die Mitglieder der Verwaltung agieren zwar oft im Hintergrund – wie der Vöhringer Pfarrer Martin Straub sagt, seien sie aber „wichtige Mitarbeiter des Pfarrers, weil sie ihn entlasten. Das gibt ihm die Möglichkeit, sich intensiv seinen seelsorgerischen Aufgaben zu widmen.“

Die Kirchenverwaltung ist in erster Linie für Fianzen, Personal und Baumaßnahmen zuständig. Nach Angaben der Diözese Augsburg ist sie das ausführende Organ der Kirchenstiftung, die unter anderem für den Unterhalt der kirchlichen Gebäude sorgt. Die Verwaltung beschließt den Haushalt der Kirchenstiftung, ist zuständig für den Abschluss von Arbeitsverträgen oder entscheidet über den Verwendungszweck von Spenden.

Die Mitarbeiter der Verwaltung werden in der Diözese Augsburg für sechs Jahre gewählt. Das neue Gremium tritt am 1. Januar 2019 sein Amt an. Jede Pfarrei habe dabei ihre eigene Kirchenverwaltung, sagt Straub. „Das ist nicht in allen Diözesen der Fall.“ So wie Pfarrgemeinderäte fusioniert haben, so gebe es in anderen Bistümern auch den Zusammenschluss von Kirchenverwaltungen. „Keine so gute Lösung“, wie Straub findet. „Allein aus Gründen der Identifikation der Gemeinde mit dem Verwaltungsgremium, denn das kirchliche Leben findet vor Ort statt.“

Kirchenverwaltung hat viele Aufgaben zu stemmen

Maßgeblichen Anteil an den Entscheidungen der Kirchenverwaltung habe der Kirchenpfleger, in Vöhringen ist das Andreas Kaffarnik. Insgesamt bestehen die Vöhringer sowie die Bellenberger Kirchenverwaltungen aus sechs, die in Illerberg und Illerzell jeweils aus vier Mitgliedern. „Ich freue mich, dass wir gute Kandidaten haben“, sagt Straub zur diesjährigen Wahl. Denn die haben auch erhebliche Aufgaben zu stemmen. Nicht nur die Sanierung und Renovierung der Marienkirche beschäftigt die Kirchenverwaltung der Michaelspfarrei, sondern auch die Verwaltung der Kindertagesstätte St. Michael mit Kinderkrippe, denn die Kirche ist Träger der Einrichtung.

In Illertissen gehören der Kirchenverwaltung von St. Martin ebenfalls sechs Mitglieder an, darunter Ottmar Rädler. Seine feste Aufgabe besteht darin, die Kirchenverwaltung in den Sitzungen des Pfarrgemeinderats zu vertreten. Darüber hinaus steht Rädler überall dort zur Verfügung, wo gerade „Not am Mann“ ist, wie er sagt. Das mache ihm besonders Spaß, weil er in viele Bereiche Einblicke bekomme. In der Pfarrgemeinde St. Martin bedeute das vornehmlich, Kirche, Pfarr- und Benefiziatenhaus, Pfarrheim mit Jugendheim und Bücherei sowie die beiden kirchlichen Kindergärten mit je einer Krippe zu verwalten. Angesichts der umfangreichen Aufgaben sei für die Tagesstätten St. Martin mit drei und Don Bosco mit vier Kindergruppen zu je 25 Kindern ein eigenes Verwaltungsmitglied abgestellt. Ebenso wie für das Amt des Kirchenpflegers und das zur Verwaltung der Liegenschaften.

Kirchenverwaltungen können vor Ort etwas bewegen

So habe die Kirchenverwaltung in jüngerer Zeit so manches für die Pfarrgemeinde erreichen können, wie Rädler findet: Etwa den behindertengerechten Eingang zum Pfarrbüro und der moderne Innenausbau des denkmalgeschützten Pfarrhauses. Oder die Trockenlegung des Turms der Martinskirche, dessen unterer Teil aus dem 14. Jahrhundert stammt.

Rädler findet, dass die Aufgaben der Kirchenverwaltung vielseitig sind und ihre Ergebnisse unmittelbare Wirkung zeigen könnten. Für sich habe er erkannt: „Die Kirchenverwaltung ist ein Gremium, in dem ich vor Ort wirklich etwas verändern kann.“ Das habe dazu geführt, dass er sich nun schon zum dritten Mal als Kandidat zur Verfügung stellt. Abseits von Vorschriften und Negativschlagzeilen der Amtskirche lasse sich im kleinen Kreis manch Positives erreichen, so Rädler.

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