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Bellenberg

31.07.2020

Wahlkrimi um die Stellvertreter der erkrankten Bürgermeisterin

Nach der Panne in der konstituierenden Sitzung des Bellenberger Gemeinderats wurde jetzt die Wahl des Zweiten und Dritten Bürgermeisters wiederholt.

Plus Als es um die erneute Abstimmung über den Zweiten Bürgermeister in Bellenberg geht, taucht plötzlich ein Gegenkandidat auf. Doch die Sitzung findet ein versöhnliches Ende.

Großes Publikum, jede Menge Nervenkitzel und eine verzwickte Konstellation waren die Zutaten, dass sich in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend in Bellenberg die erneute Abstimmung für die Bürgermeister-Stellvertreter zum veritablen Wahlkrimi entwickelte. In der konstituierenden Sitzung waren beim Wahlablauf für die stellvertretenden Bürgermeister Fehler unterlaufen, beide Vertreter freiwillig zurückgetreten und nun erneut deren Wahl angestanden. Die Nachwahl war umso brisanter, da Bürgermeisterin Susanne Schewetzky seit mehreren Wochen und vermutlich noch etwas länger erkrankt ist.

Gerhard Schiele ( SPD) hatte als Bewerber um das Amt des Zweiten Bürgermeisters im Gegensatz zur konstituierenden Sitzung mit Wolfgang Schrapp ( Freie Wähler) diesmal einen Gegenkandidaten. Von den 16 Gemeinderäten waren nur 15 anwesend – entschuldigt gefehlt hatte Ruth Keller (Freie Wähler).

Bürgermeisterwahl in Bellenberg: Die Erste Bürgermeisterin ist erkrankt

Der Schlagabtausch zwischen den Freien Wählern in der Opposition und CSU mit SPD in der Regierungsverantwortung ging zwar ohne Susanne Schewetzky ab, die Entwicklung der Ereignisse hatte aber doch mit ihr zu tun. Die im März neu gewählte Rathauschefin hätte die Möglichkeit gehabt, noch in der konstituierenden Sitzung aufgrund der angezweifelten Abläufe die Wahlen wiederholen zu lassen. (Mehr dazu lesen Sie hier: Bellenberg ist in Bürgermeisternöten) Das wurde jetzt nachgeholt. Doch inzwischen war einiges an Zeit vergangen, die Erkrankung der Bürgermeisterin dazwischengekommen und die Bürgermeisternöte im Ort waren viel diskutiert worden.

Wahlkrimi um die Stellvertreter der erkrankten Bürgermeisterin

Die Gemeinderatssitzung eröffnete daher Dietmar Jäckle (CSU) als weiterer Rathausstellvertreter – Zweiter und Dritter Bürgermeister waren am Vortag planmäßig zurückgetreten –, um die Wahl des Zweiten Bürgermeisters zu leiten. Ihm als Wahlleiter standen Martin Heidl (Freie Wähler) und Oliver Schönfeld (SPD) zur Seite. Ganz besonders wurde auf die Abläufe der geheimen Wahl geachtet: Stimmzettel mit den Namen aller wählbaren Gemeinderäte und zugehörigem Feld zum Ankreuzen, eine nicht einsehbare Wahlkabine sowie anonymes Auszählen der Stimmen.

Freie Wähler schicken einen eigenen Kandidaten für Bellenberg ins Rennen

Der Wahlkrimi begann, als neben dem von CSU und SPD vorgeschlagenen Gerhard Schiele anders als beim ersten Mal die Freien Wähler mit Wolfgang Schrapp ihren eigenen Kandidaten ins Rennen schickten. Damit waren sie aus ihrer freiwillig gewählten Opposition wieder mit im Spiel. Schrapp sagt später, die Fraktion habe ursprünglich nicht die von der CSU gestellte Regierung durch einen Kandidaten aus ihren Reihen schwächen wollen.

Das Ergebnis fiel denkbar knapp aus: Mit acht Stimmen wurde Gerhard Schiele wieder Zweiter Bürgermeister. Nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse, die mit nur einer Stimme Differenz zuungunsten Schrapps ausgefallen waren, erklärte dieser auch sein Vorpreschen mit Blick auf Susanne Schewetzkys Vorgängerin im Amt: „Inzwischen hat eine nicht vorherzusehende Entwicklung stattgefunden. Ich habe als Vertreter der erkrankten Simone Vogt-Keller Projekte begonnen, deren Vorankommen durch immer wieder erfolgende Wechsel im Rathaus leiden.“ Er sei auf seinen Rückzug von den Bellenbergern häufig angesprochen worden. Die Freien Wähler stellen mit acht Vertretern die stärkste Fraktion im Rat.

Gerhard Schiele (links), nunmehr wieder Zweiter Bürgermeister in Bellenberg, vereidigt Abdo De Basso als Dritten Bürgermeister.
Bild: Regina Langhans

Bei Schiele wiederum war die Anspannung zu spüren, zugleich aber auch große Souveränität. Ihm war es ein Anliegen, zu versichern, dass auf dem Schreibtisch des Zweiten Bürgermeisters bislang nichts liegen geblieben sei. Mit seiner Wiederwahl trat er auch sofort in die Tagesordnung ein, welche die Wahl des Dritten Bürgermeisters vorsah. Mit Abdo De Basso gab es den einzigen Vorschlag vonseiten der CSU. Diesmal hatte Schiele die Wahlleitung. Zur Seite standen ihm Martin Heidl und Dietmar Jäckle. Das Prozedere war das Gleiche, nur das Ergebnis diesmal einstimmig: Der Dritte Bürgermeister wurde mit den Stimmen aller Gemeinderäte wiedergewählt.

Nachdem auch dieses in harmonischer Wahl erreichte Resultat bekannt gegeben wurde, schien sich die Situation zu entspannen. Schiele wurde seiner wiedererlangten Position gerecht, indem er zur neutralen, sachdienlichen Zusammenarbeit aufrief. Dafür bekam er von allen Fraktionen, und nicht zuletzt von den rund drei Dutzend Zuhörern, Zustimmung. Letztlich gehe es nicht um den Bürgermeister als Person, sondern um dessen Engagement für Bellenberg, waren sich beide stellvertretenden Bürgermeister einig. Wobei Abdo De Basso die Sitzung so kommentierte: „Es gibt nur einen Sieger heute Abend und der ist Bellenberg.“

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