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Wanderung: Die Günz und das Glück: Eine Wanderung im nördlichen Unterallgäu

Wanderung

Die Günz und das Glück: Eine Wanderung im nördlichen Unterallgäu

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    Wandermit 2021/22: Der Unterallgäuer Glücksweg Kettershausen mit Schlenker zum Oberrieder Weiher ist unsere Route.
    Wandermit 2021/22: Der Unterallgäuer Glücksweg Kettershausen mit Schlenker zum Oberrieder Weiher ist unsere Route. Foto: Sabrina Karrer

    Glück ist...Dieser Satz lässt sich nicht so einfach vervollständigen. Es gibt wahrscheinlich so viele Definitionen von Glück wie Menschen auf diesem Globus. Umso größer ist das Versprechen, das der Landkreis Unterallgäu mit dem Titel seiner 14 neu ausgearbeiteten Wander- und Radrouten gibt: Allgäuer Glückswege. Wir begeben uns auf den nördlichsten und sind gespannt, wie selig er uns machen wird.

    Der Glücksweg bei Kettershausen führt durch das Günztal und ist dem Thema Wasser gewidmet. Wir wandeln die Tour etwas ab, machen noch einen Spontan-Schlenker zum Oberrieder Weiher. Denn: Glück ist für uns, sich treiben zu lassen.

    Ausgangspunkt der Wanderung ist ein Parkplatz an der Waldstraße in Kettershausen. Die Günz begrüßt uns gleich hier und wird zum Wegbegleiter. Am Sportplatz vorbei verlassen wir den Ort und wandern in Richtung Norden. Ein Grasweg führt auf den Damm des Günzstausees. Hier wurde der Fluss 1966 bis 1971 gebremst, um Energie zu gewinnen. Schwäne und Enten schnattern, Haubentaucher senken ihre Köpfe in die Wasseroberfläche, in der sich der blaue Himmel spiegelt. Glück ist, zur Ruhe zu kommen.

    Am Wehr folgen wir wieder dem Kiesweg. Er führt zum Rand des etwa 40 Hektar großen Kettershausener Rieds. Das jüngste und zweitgrößte Naturschutzgebiet des Unterallgäus ist ein Refugium seltener Tier- und Pflanzenarten. Mit etwas Glück – da haben wir’s wieder – sieht man Schmetterlinge wie den Randring-Perlmuttfalter die Buschwindröschen und Dotterblumen umflattern, die am Riedgraben blühen.

    Touren-Steckbrief

    • Schwierigkeitsgrad 2 von 5.
    • Start/Ziel Parkplatz an der Waldstraße in Kettershausen.
    • GPS-Startpunkt 48.184230, 10.255905.
    • Anfahrt In Kettershausen von der B300 in die Waldstraße einbiegen, gleich hinter der zweiten Günzbrücke links abbiegen zum Parkplatz. Von Unterroth kommend in den Ort fahren, vor der ersten Günzbrücke rechts abbiegen zum Parkplatz.
    • Streckenlänge 13 Kilometer.
    • Höhenmeter 35 Meter.
    • Belag Meist unbefestigt-glatt oder unbefestigt-rau. Teils befestigte Wege und kurze, wenig befahrene Straßenabschnitte.
    • Gehzeit Etwa zwei Stunden
    • Markierung/Orientierung Die Strecke ist größtenteils markiert.
    • Verpflegung/Einkehr Eine Brotzeit sollte man bei der Tour mitnehmen. In Kettershausen gibt es auch Einkehrmöglichkeiten.
    • Geeignet für… Naturfreunde zu Fuß und auf dem Rad.

    Die Günz über eine Brücke überquert, gelangen wir zum Tränkegraben und weiter nördlich ins Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Alte Günz. Hier zeigt sich das längste Bachsystem Bayerns, das im Allgäu entspringt und in die Donau mündet, in seiner Ursprünglichkeit. Östlich des Anfang des 20. Jahrhunderts begradigten Flussbetts schlängeln sich die Günz-Ausläufer durch die Auen und Niedermoore. Schilfrohr, das im Wind wiegt, säumt unseren Weg. Wir erkennen: Die Günz hat viele Facetten. Mal fließt sie breit, geradlinig, in geregelten Bahnen. Mal schlägt sie Schleifen und plätschert dahin, wie es ihr gefällt. Ist das Glück? Seine eigene Spur zu finden?

    Wanderung bei Kettershausen: Erst Picknick am See, dann Naschgarten

    Als wir auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Tafertshofen und Zaiertshofen ankommen, verlassen wir den Glücksweg, zumindest den Unterallgäuer, und machen einen Abstecher in den Kreis Günzburg, um am Oberrieder Weiher zu rasten. Ein Feldweg und eine asphaltierte Straße bringen uns zum See. Das Empfangskomitee: dutzende Graugänse, die auf einer benachbarten Wiese landen und durchs Gras watscheln.

    Tipps für unterwegs

    Kultur

    • Bruder-Konrad-Kapelle: Südlich von Mohrenhausen steht auf einem einstigen Burgberg die Bruder-Konrad-Kapelle. 1935 erfolgte die Grundsteinlegung.
    • Pfarrkirche St. Michael: Die Kirche auf dem Kalvarienberg wurde laut Bistum zwischen 1855 und 1859 errichtet. Chorraum und Turm sind gotisch und stammen aus der Zeit um 1500. Der Kirchenbau ist im neuromanischen Stil gestaltet.

    Einkehr

    • Ideenreich: Café und Laden, Kirchstraße 1 in Kettershausen. Info: ideenreich-mueller.de

    Weitere Höhepunkte

    • Kettershausener Ried: Dieses Unterallgäuer Naturschutzgebiet entstand 1998.
    • Oberrieder Weiher: Mit seinen 40 Hektar gehört er zu den größten grundwassergespeisten Seen in Schwaben. Entstanden ist er durch Kiesabbau. Auf einer Halbinsel befindet sich ein Campingplatz.

    Gestärkt durch ein Picknick am Ufer geht es wieder ins Unterallgäu. Wir kehren zum Glücksweg zurück, der bei Zaiertshofen mit einem Highlight aufwartet: einem Naschgarten, einer Allee von alten Streuobstbäumen. Gelbe Bänder geben die Erlaubnis, einen Apfel oder eine Zwetschge zu pflücken, sofern diese zum Zeitpunkt der Tour schon an den Ästen hängen. Am Ende der Baumreihe steht ein Holzsofa nebst Beerensträuchern – ein herrlicher Pausenplatz! Die nächste Etappe führt über den Hang, der das Günztal begrenzt. Er fällt steil ab und gibt zwischen Waldstücken den Blick auf den Kirchturm von St. Vitus in Tafertshofen und die bereits zurückgelegten Wege frei. Glück ist eine Frage der Perspektive.

    In Mohrenhausen steigen wir wieder hinab ins Günztal und kommen an einer gelöcherten Sandgrube vorbei, in der eine Uferschwalben-Kolonie nistet. Ein paar Schritte weiter lädt eine Kneippanlage dazu ein, die Zehen ins Wasser zu strecken. Ein asphaltierter Weg bringt uns zurück nach Kettershausen. Glücklich? Und wie!

    Der Weg im Günztal bei Kettershausen in Kürze

    • Günzstausee Zunächst geht es auf einen der Unterallgäuer Glückwege (Näheres dazu unter www.glueckswege-allgaeu.de). Wir gehen am Sportplatz vorbei in Richtung Norden, verlassen den Ort und gelangen zum Günzstausee. Wir wandern auf einem Grasweg auf dem Staudamm bis zum Durchlasswerk.
    • Naturschutzgebiet Auf dem Kiesweg links abbiegen, an einem Stadel rechts. Am Riedgraben und Naturschutzgebiet Kettershausener Ried entlang bis zu einer Brücke.
    • FFH-Gebiet Alte Günz Die Brücke überqueren und dem Weg folgen bis zum Tränkegraben, links abbiegen und in Richtung Norden wandern durch das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Alte Günz bis zur Ortsverbindungsstraße zwischen Tafertshofen und Zaiertshofen.
    • Abstecher zum Oberrieder Weiher Hier verlassen wir den Unterallgäuer Glücksweg und machen einen Abstecher in den Landkreis Günzburg. An der Straße in Richtung Zaiertshofen laufen, erste Abzweigung nach links nehmen und in Richtung Norden gehen – zum Oberrieder Weiher.
    • NaschgartenNach einer Rast am Oberrieder Weiher geht es zunächst auf derselben Straße zurück in Richtung Süden, dann nach rechts in den diesmal zweiten Feldweg einbiegen. An dessen Ende der Ortsverbindungsstraße in Richtung Zaiertshofen folgen. Wir sind wieder auf dem Unterallgäuer Glücksweg – und kommen zum Naschgarten. An der Allee mit Streuobstbäumen entlang gehen. Dann der Beschilderung folgen, die über Wiesen und Felder führt. Dort hat man eine schöne Aussicht auf das Günztal.
    • Sandgrube Am Ortsschild von Mohrenhausen vorbei, die Straße hinabgehen. Ein Halt an der steil abfallenden Sandgrube lohnt sich.
    • Kneippanlage In südlicher Richtung geht es weiter bis zur Kneippanlage mit Ruhebänken und Barfußwiese. Von der Wassertretanlage dem Weg entlang dem Tränkegraben in Richtung Süden folgen.
    • Kirchen Es gibt zwei Kirchen, die nicht weit abseits des Weges liegen und besucht werden können: Die Bruder-Konrad-Kapelle bei Mohrenhausen und die Pfarrkirche Sankt Michael auf dem Kalvarienberg in Kettershausen.
    • Zurück auf Start Es geht zurück auf die Waldstaße in Kettershausen.

    Lesen Sie auch: Vom "Auge" des Landkreises Günzburg zur Kemnater Kirchenburg

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