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Warum die Interessen im Illertisser Süden nicht zusammen passen

Warum die Interessen im Illertisser Süden nicht zusammen passen
Kommentar Von Jens Carsten
15.01.2019

Der Landwirt im Illertisser Süden will umsiedeln - und sein Land deshalb gewinnbringend verkaufen. Das ist verständlich. Doch es gibt auch andere Interessen.  

Ein Landwirt plant eine Umsiedlung, ein Investor will das mit einem neuen Wohngebiet (samt Supermarkt) kombinieren und derweil überlegen die Verantwortlichen der Stadt, was wohl das Beste für Illertissen ist: Keine Frage – im Süden prallen nicht nur verschiedene Interessen aufeinander, sondern auch widersprüchliche. Momentan sieht es nicht danach aus, als ließen sie sich auf einen Nenner bringen. So recht scheint da nichts zusammenzupassen. Die Verantwortlichen stehen vor einer schwierigen Aufgabe.

Die Lage ist verzwickt: Die Stadt hegt eigene Pläne für den Süden, der Fokus liegt auf der Entwicklung der Berufsschule. Der Investor braucht den Supermarkt, denn er will Landwirt Andreas Vill einen guten Preis bieten. Ohne die entsprechende Summe wird der Bauer sein Grundstück sicher auch nicht verkaufen: Er will mit seinem Hof umziehen – sicher ein millionenschweres Projekt. Nur wenn das gelingt, lässt sich der Ärger mit den Anwohnern befrieden. Ob der Verkauf zustande kommt, wenn eine weniger dichte Bebauung mit kleinerem Vermarktungspotenzial ins Auge gefasst wird, ist fraglich. Offen ist auch, wie sich das von der Stadt beauftragte Planungsbüro das Areal konkret vorstellt – das Konzept wird demnächst präsentiert. Erst danach dürfte sich die Gemengelage im Illertisser Süden ordnen lassen.

Das sollten sich alle Beteiligten dann auch vornehmen: Landwirt, Investor und Entscheidungsträger der Stadt müssen erörtern, ob es einen gemeinsamen Weg geben kann – oder einen Kompromiss. Einen, mit dem die Anwohner und im Optimalfall sogar die Mehrheit der Bürger in Illertissen leben können. Das setzt voraus, dass die Entwicklung des Südens mit Augenmaß geplant und die zu ihr gehörenden Entscheidungen gut begründet werden. Einfach ein paar große Häuser samt Supermarkt auf eine Wiese zu setzen, ohne die Folgen oder die tatsächlichen Bedürfnisse zu prüfen – das wäre ein fahrlässiger Schnellschuss.

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