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Kellmünz

24.10.2017

Warum die Kellmünzer fürs Wasser mehr bezahlen müssen

Glasklar sprudelt das Trinkwasser aus dem Hahn: Dafür werden die Kellmünzer ab Januar mehr bezahlen müssen. Dafür gibt es Gründe.
Bild: Alexander Kaya

Die Gebühren in der Kommune steigen ab Januar. Grund dafür ist ein Defizit, das sich in den vergangenen Jahren angehäuft hat. Mancher Marktrat hält das für rätselhaft

Die Kellmünzer Bürger werden für das Trinkwasser und die Abwasserbeseitigung künftig tiefer in die Tasche greifen müssen: Das hat der Marktgemeinderat kürzlich einstimmig beschlossen. Zunächst stellte die Kämmerin Claudia Pfisterer dem Ratsgremium die Gebührenberechnung für die Jahre 2018 bis 2021 vor. Im zurückliegenden Zeitraum (von 2013 bis 2017) ist ein Defizit in Höhe von zirka 30000 Euro entstanden. Dies muss nun aufgefangen werden.

Die Verbrauchsmengen der Marktgemeinde liegen bei rund 51000 Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr. Die (umlagefähigen) Kosten belaufen sich auf rund 108000 Euro pro Jahr – woraus sich eine Gebühr in Höhe von 2,10 Euro pro Kubikmeter ergibt. Das Ratsgremium sprach sich also dafür aus, die Preise ab Januar 2018 von 1,53 Euro pro Kubikmeter auf nunmehr 2,10 anzuheben.

Ähnlich sieht es bei den Entwässerungseinrichtungen aus. Vor vier Jahren war Berechnungsmodell für die Gebühren von Abwasser in Schmutzwasser und Oberflächenwasser aufgesplittet worden. Seither ist es zu einer sogenannten Unterdeckung gekommen – die Einnahmen reichen nicht, um die Ausgaben zu aufzuwiegen. Es entstand ein Fehlbetrag in Höhe von rund 100000 Euro.

Sollen die Preise kostendeckend ausfallen, müsste die Gebühr für das Schmutzwasser von derzeit 2,30 Euro auf künftig 2,88 angehoben werden. Die Niederschlagswasserbeseitigung müsste ebenfalls teurer werden: Die Gebühr müsste von 0,29 auf 0,38 Euro steigen.

Im Rat wurde auch darüber diskutiert, künftig bei den Einnahmen Rücklagen zu bilden – so könnten Defizite aufgefangen werden. Eine Berechnung sah dafür eine Anhebung auf auf 3,37 Euro für das Schmutzwasser und 0,45 Euro für die Niederschlagswasserbeseitigung vor.

Zu viel, fand der zweite Bürgermeister Helmut Rieder: Eine so starke Anhebung werde einen heftigen Aufschrei in der Bevölkerungverursachen. Rat Christian Anders sagte, dass die entstandenen Defizite wieder aufzufangen seien. Und Gerhard Steuer gab zu Bedenken, die kräftigen Defizite seien ihm ein Rätsel. Dass Geld fehlt, führte Kämmerin Pfisterer auf die Bautätigkeit der vergangenen Jahre zurück: Die Kosten für Investitionen seien in die Berechnung eingeflossen. Bürgermeister Michael Obst zählte einige kostenintensive Maßnahmen im Wasser- und Kanalbau auf, dazu gehörten Vorhaben im Rechbergring, in der Staigstraße und im Gewerbegebiet Kälberweide. Der Rathauschef sagte, dass ein Anstieg um 70 Cent aus seiner Sicht für die Bürger vertretbar wäre. Dies entsprach dem Vorschlag von zweitem Bürgermeister Rieder, der eine Anhebung der Schmutzwassergebühr auf künftig drei Euro pro Kubikmeter in den Raum stellte. So könne auch besagte Rücklage gebildet werden.

Die Räte entschieden letztlich, die Gebühren anzuheben und auch ein Finanzpolster aufzubauen. Die Schmutzwassergebühr steigt von 2,30 auf künftig drei Euro an. Für das Niederschlagswasser müssen die Kellmünzer statt 0,29 nunmehr 0,40 Euro bezahlen. Auch dieser Beschluss fiel einstimmig.

Die Diskussion ist geschlossen.

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