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Illerzell/Senden

11.05.2020

Warum landeten bei Illerzell 10.000 Tonnen Kies in der Iller?

Eine umfangreiche Sanierungsmaßnahme findet an der Iller statt. Im Wasser zu erkennen: das Material, das dabei in die Gewässersohle eingebracht wurde. Tausende Tonnen Stein wurden verarbeitet.
Bild: Björnsen Beratende Ingenieure Augsburg

Plus Ein Bauprojekt an der Iller zwischen Illerzell und Senden dient gleich mehreren Zwecken. Auch Radfahrer und Fußgänger dürfen sich über das Ende der Arbeiten freuen.

Für dieses Bauprojekt ging es auf den Grund der Iller: Ende April wurde die Stabilisierung des Offenen Deckwerks zwischen Illerzell und Senden abgeschlossen. Tausende Tonnen Gestein waren dabei in das Gewässer eingebracht worden. Damit wollen Wasserversorger und die Länder Baden-Württemberg und Bayern nicht nur die Erosion in dem 230 Meter langen Flussabschnitt bremsen – die Baumaßnahme ist zugleich eine wichtige Vorarbeit für die anstehende Illersanierung zwischen Vöhringen und Illerkirchberg.

In einer Kooperation mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Zweckverband Wasserversorgung Steinberggruppe hat der Landesbetrieb Gewässer am Regierungspräsidium Tübingen auf einem knapp 250 Meter langen Abschnitt der Iller die Gewässersohle um einen halben beziehungsweise bis zu einem Meter erhöht und mit Steinen gesichert. Dass sogenannte Offene Deckwerk dient zur Sicherung und dem Schutz des Gewässerbetts vor Erosion. Gleichzeitig wird die Wasserversorgung aus der Wochenau gesichert. Die Sohlsicherung ist in die geplante Maßnahme des länderübergreifenden Gemeinschaftsprojekts „Agile Iller“ zur Illersanierung eingebunden.

Baumaßnahme an der Iller verzögerte sich

Peter Faigle vom Landesbetrieb Gewässer erklärt: „Insgesamt stellen nun 10000 Tonnen Kies und 2500 Tonnen Granitsteine sicher, dass bis zum Baubeginn der 4,3 Kilometer langen Illersanierungs-Maßnahme zwischen Vöhringen und Illerkirchberg in den kommenden Jahren keine weitere Eintiefung der Sohle erfolgt.“ Mit der Maßnahme sei die Wassergewinnung in der Wochenau durch die Stützung des Grundwasserhorizonts weiter gewährleistet. Der angrenzende Auwald erfahre dadurch eine Verbesserung der ökologischen Rahmenbedingungen.

Wiederholte Regenfälle und die damit verbundenen, für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Abflüsse in der Iller verhinderten eine schnellere Umsetzung der Baumaßnahme. Mit einem Monat Verspätung wurden die Arbeiten zwischenzeitlich beendet.

Die 500.000 Euro Kosten der Maßnahme teilen sich zu je einem Drittel der Zweckverband Wasserversorgung Steinberggruppe, das Land Baden-Württemberg und Bayern. Der seit Ende Januar gesperrte, östlich der Iller verlaufende Uferweg zwischen dem Ayer Wehr bei Senden und dem Mädelsteg bei Illerzell ist für Radfahrer und Spaziergänger wieder frei zugänglich. Lesen Sie dazu auch: Neuer Kies für die Iller: Der Uferweg wird lange gesperrt

Mit dem Projekt Agile Iller soll es schon bald weitergehen: Im Sommer 2020 wird nach Angaben des Regierungspräsidiums Tübingen die Planfeststellung für die Maßnahme 53 aus dem Arbeitsprogramm Agile Iller beantragt. Bei dieser Maßnahme soll zwischen Flusskilometer 9,24 und 13,6 in den Gemeinden Vöhringen und Illerrieden mit der Rückverlegung einzelner Uferabschnitte und dem Einbau von Strukturelementen der Zustand des Lebensraums für aquatische Organismen verbessert werden. Ziel ist der gute ökologische Zustand nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Die nun abgeschlossene Unterhaltungsmaßnahme zwischen den Flusskilometern 11,3 bis 11,0 werde in den Bau eingebunden. (az)

Kontakt: Weitere Informationen zum Gemeinschaftsprojekt „Agile Iller“ der Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg unter www.agile-iller.de

Lesen Sie außerdem folgende Berichte zur Iller:

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