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Illertissen

16.05.2019

Was Gertrud Schauer in ihren 95 Lebensjahren erlebt hat

Bürgermeister Jürgen Eisen gratuliert Gertrud Schauer zu ihrem 95. Geburtstag. Seit vier Jahren ist sie Illertisserin und hat sich gleich wohlgefühlt.
Bild: Regina Langhans

Erst vor vier Jahren ist die 95-Jährige nach Illertissen gezogen und hat sich schnell eingelebt.

Erst vor vier Jahren ist Gertrud Schauer Illertisserin geworden und noch mit ihrem Mann in dass Seniorenheim der Caritas eingezogen. Inzwischen lebt er nicht mehr, ihren 95. Geburtstag feierte Schauer mit einer ihrer beiden Töchter. Dabei meistert Gertrud Schauer souverän ihr Leben, denn beide Kinder sind ins Ausland gezogen. Mit dem Rollator sei sie noch vor kurzem bis zum Rathaus gelaufen, erzählt sie – zu Recht ein wenig stolz – Bürgermeister Jürgen Eisen, der zum Gratulieren gekommen war. Derzeit tut sie sich beim Laufen etwas schwer, doch sie hofft auf Besserung.

Schauer hat schon fast überall in Deutschland gelebt

Aber auch sie selbst ist viel umgezogen in ihrem Leben, wobei sie das Schicksal durch ganz Deutschland geführt hat. Geboren und aufgewachsen ist Gertrud Schauer in Kremmen in Brandenburg. Ihr Vater war Bäcker und sie hatte noch einen Bruder und eine Schwester. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges wurden die Geschwister verschleppt. Zeitweilig musste die Familie sogar im Wald leben, wo sie in einem Bunker Unterschlupf fanden. Weitere Wohnorte waren Dresden, Frankfurt an der Oder und Berlin. 1956 flüchtete sie mit ihrer Mutter nach Westberlin, später kamen sie in einem Lager in Frankfurt am Main unter. Gertrud Schauer hatte geheiratet und ihr Mann, Ofensetzer und Fliesenleger, war als Handwerker begehrt. Sie erinnert sich: „Er war so geschickt, sodass wir viel herumkamen.“ Dabei führte sie der Weg immer weiter in den Süden Deutschlands, zuletzt nach Neu-Ulm und Ludwigsfeld. Die Schauers zogen zwei Töchter groß. Inzwischen ist die Großfamilie auf sechs Enkel, 14 Urenkel und drei Ururenkel angewachsen.

Nun vertreibt sich die Jubilarin ihre Zeit mit Erinnerungen, liest die Zeitung oder sieht fern. Mit ihrer humorvollen, offenen Art hat sie in der kurzen Zeit in Illertissen schon Freunde gefunden. „Wir sind vier Frauen aus dem Heim, die immer ,Mensch ärgere dich nicht’ spielen, erzählt sie. Und ergänzt, lustig und ein „Freund von Fasching“ sei sie schon immer gewesen.

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