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Buch

13.07.2018

Was eine junge Bucherin in Amerika erlebte

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Seit jeher ist Amerika als Land der Freiheit und der unbegrenzten Möglichkeiten bekannt. Die Freiheitsstatue ist ein starkes Symbol dafür. Sara Paudler hat den „American Way of Life“ zehn Monate lang ausprobiert.
Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Sara Paudler lebte fast ein Jahr lang in den Vereinigten Staaten und machte dort ihren Schulabschluss. Dabei sammelte sie kuriose Erfahrungen.

Es ist vielleicht der Traum vieler Jugendlicher: Ein Jahr ins Ausland gehen, weg von daheim, die Freiheit genießen. Vielleicht während dem Studium im Auslandssemester, oder gleich nach dem Abi? Sara Paudler aus Buch hat einen anderen Zeitpunkt gewählt: Die 16-Jährige war schon lange vor ihrem Schulabschluss weg, und zwar in den USA. Was sie dort gemacht hat? Ihren Abschluss an der Highschool.

„Es war mal etwas ganz anderes“, resümiert sie jetzt, kurz nach ihrer Rückkehr. Noch immer grinst sie durchgehend, wenn sie von ihrer Zeit dort erzählt. Deutsch zu sprechen falle ihr noch ein bisschen schwer, gesteht die Zehntklässlerin und lacht. Denn durch das Leben in der Gastfamilie im Bundesstaat Missouri hatte sie sich schnell an die englische Sprache gewöhnt. „Nach ein paar Monaten habe ich schon auf Englisch gedacht und geträumt.“

Während ihrer Zeit dort war sie voll im Alltagsleben eines amerikanischen Teenagers integriert. Mit ihrer Gastschwester zusammen machte sie bei den Cheerleaderinnen mit und feuerte die Sportmannschaften ihrer Highschool, die von mehr als 2000 Schülern besucht wird, an. Auch das übrige Schulleben blieb der Zehntklässlerin nicht erspart. Sie besuchte die zwölfte Klasse, musste die Finals mitschreiben und tanzte beim Prom, dem Abschlussball der amerikanischen Teenager, mit.

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Das Leben in den USA unterscheidet sich stark von dem in Deutschland. Das hat die 16-Jährige schnell am eigenen Leib erfahren. Vor allem in der Schule habe sie Unterschiede festgestellt. „Die ist dort schon einfacher als bei uns. Es gibt fast nur Multiple-Choice-Aufgaben in den Tests.“ Auch kulinarisch geht es in den USA anders zu, als bei uns. So stehen laut Sara bei amerikanischen Jugendlichen vor allem Softdrinks und Fast Food auf dem Speiseplan. „Das hat mich aber nicht so sehr gestört“, sagt sie und lacht.

Besonders die Menschen dort haben es ihr angetan. „Die Leute sind viel relaxter. Es ist nicht alles so straff organisiert wie in Deutschland. Wenn man zum Beispiel einen Termin mit Freunden ausmacht, dann aber absagt, ist das ganz normal. Bei uns wären alle sauer.“

Ein Unterschied sei der Schülerin immer wieder aufgefallen: „Die Mitschüler achten viel weniger auf Klamotten. Viele kommen sogar in Jogginghose oder Schlafanzug in die Schule. Dafür sind sie dann aber wesentlich stärker geschminkt, als die Mädchen hier.“ Zum Teil habe das ein witziges Bild abgegeben, wenn junge Frauen im „Schlabberlook“, dafür aber mit sehr viel Make-up in die Schule gekommen sind.

Dass die Reise überhaupt zustande kam, war mehr Zufall als Absicht, sagt Sara. Ihre Reise lief im Rahmen eines Stipendiums ab, das unter anderem vom Deutschen Bundestag ausgeht. „Ich habe davon gehört und mich einfach mal beworben.“ Dass sie dafür mehrere Tests, Referate und eine Art Vorstellungsgespräch absolvieren muss, sei ihr anfangs gar nicht klar gewesen. „Ich war total überrascht, als ich die Bestätigung bekommen habe.“

Durch das Stipendium konnte die Schülerin auch einige bekannte Orte in den USA besuchen, zum Beispiel die Hauptstadt Washington. Obwohl sie sich ihrer eigenen Aussage nach nicht so sehr für Politik interessiert, sei das alles doch imposant gewesen. „Es ist ganz anders als in den Filmen.“ So haben sie und ihre Reisegruppe unter anderem das Lincoln Memorial in Washington und den Sitz des amerikanischen Parlamentes, das Kapitol, besichtigt. „Dort zu stehen und das alles zu sehen war schon beeindruckend“, erzählt sie freudig.

Dass sie die Reise trotz anfänglicher Bedenken gemacht hat, bereut sie nicht. „Es hat mir sehr viel gebracht, einfach mal etwas anderes zu sehen und neue Menschen kennenzulernen“, sagt sie.

Am Mittwoch war es drei Wochen her, dass Sara wieder nach Deutschland zurückgekehrt ist. Und schon jetzt plagt sie das Fernweh. „Nächstes Jahr will ich im Sommer unbedingt wieder hin und meine Gastfamilie besuchen.“ Sie spiele sogar mit dem Gedanken, später einmal an einer amerikanischen Universität zu studieren. Doch bis dahin sind es noch ein paar Jahre. „Erst mal muss ich die Oberstufe überstehen“, sagt die Gymnasiastin. „Und dann durchs Abi kommen.“

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