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Nordholz

08.11.2018

Was wurde aus den Leader-Projekten im Landkreis Neu-Ulm?

Marina Kuhn, Geschäftsführerin der Regionalentwicklung Landkreis Neu-Ulm, und Ewald Stussak von der Nordholzer Dorfgemeinschaft im neuen „Feuerwehrauto“ auf dem Spielgelände in Nordholz.
Bild: Felicitas Macketanz

Plus Im Landkreis Neu-Ulm werden zurzeit neun Vorhaben mithilfe von EU-Geldern umgesetzt. Eines davon ist ein Feuerwehr-Spielgelände in Nordholz. Und dort geht es flott voran.

Auf dem „Feuerwehrauto“ kann bald geklettert werden – nur ein Absperrband soll Kinder momentan noch davon abhalten, darauf zu toben. Denn erst im Mai, pünktlich zum Dorffest, wird der Bereich um das Feuerwehrhaus in Nordholz mit dem neuen Übungsgelände für Buben und Mädchen offiziell eingeweiht. Den Kindern wird dann der kleine Wagen und ein Gelände zum Spielen zur Verfügung stehen, außerdem können sie einen eigenen Raum im Feuerwehrgerätehaus nutzen. Die Arbeiten, die größtenteils viele Ehrenamtliche geleistet haben, liefen bis jetzt ganz gut, meint Ewald Stussak von der Nordholzer Dorfgemeinschaft. Das mussten sie auch. Schließlich geht es bei dem Projekt auch um Fördergelder der EU, die nur fließen, wenn die Belege der bisherigen Ausgaben rechtzeitig vorliegen. Und hinter diesem sogenannten Leader-Programm steckt eine ganze Reihe verschiedener Institutionen, die zusammenarbeiten, wie Marina Kuhn, Geschäftsführerin der Regionalentwicklung Landkreis Neu-Ulm, sagt.

Zunächst ist da natürlich Leader: Ein 1991 initiiertes Förderprogramm, das den ländlichen Raum stärken soll. Der Begriff ist eine Abkürzung aus dem Französischen: „Liasions entre les actions de devéloppement de l’economie rurale“ – also: „Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der Wirtschaft des ländlichen Raumes“. Das Programm besteht in ganz Europa, die einzelnen Länder entscheiden aber selbst, in welcher Form sie es umsetzen wollen. Dabei müssen verschiedene Grundsätze eingehalten werden: Es geht vor allem darum, Bürger mit einzubeziehen, schwache Regionen zu stärken und Beteiligte zu vernetzen. In Deutschland wiederum ist es dann die Sache der Bundesländer, wie sie vorgeschlagene Konzepte fördern.

Leader: Ein EU-Programm für die ländliche Entwicklung

Marina Kuhn erklärt, dass in Bayern beispielsweise das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für die Leader-Gelder zuständig ist und bewilligt, welche Vorhaben gefördert werden. Bindeglied zwischen den Akteuren vor Ort, die von dem EU-Programm profitieren wollen und dem Ministerium in München ist, im Beispiel Nordschwaben, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Nördlingen (AELF). Und da kommt nun Kuhn ins Spiel. Sie ist die Chefin des Vereins Regionalentwicklung Landkreis Neu-Ulm und hat damit den Hut auf, wenn es in unserer Region um förderfähige Leader-Ideen geht. Kuhn trifft sich mit den Trägern der Vorhaben, bespricht deren Vorschläge, nennt konkrete Summen und reicht die Anträge weiter. Insgesamt hat Kuhn als Geschäftsführerin der Regionalentwicklung für die Ideen aus der Bevölkerung 1,5 Millionen Euro in einer Förderperiode zur Verfügung. Von denen hat der Verein einen Teil unter anderem in die „Flusslandschaften in Schwaben – Donau erleben und Wertach erleben“ gesteckt. Die Geografin ist in diesem Fall Ansprechpartnerin für die Bayerischen Elektrizitätswerke. Weitere Partner sind beispielsweise Neu-Ulm und Günzburg und die Stadtwerke Ulm. Das Ziel: Beide Flüsse sollen zugänglicher gemacht werden. Ein weiteres Leader-Projekt, das gerade im Gange ist, ist die „Illertisser Aromakultur“. Für insgesamt rund 138000 Euro soll unter anderem eine „Aroma-Werkstatt“ entstehen und das Thema ätherische Öle in den Vordergrund gerückt werden. Träger ist die Stiftung Gartenkultur. Bereits abgeschlossen ist ein Meditationsgarten beim Kloster Roggenburg für insgesamt mehr als 200000 Euro (Leader: 97000 Euro), genauso wie ein 3D-Bienenkino für etwa 33000 Euro (Leader: 14000 Euro) im Bienenmuseum in Illertissen. Nicht verwirklicht werden konnte ein Bauernhof-Café in Weiler. „Da haben Unterlagen gefehlt“, sagt Kuhn.

In Nordholz geht es gut voran

Prinzipiell könnten viele Ideen gefördert werden, erklärt sie. Wichtig sei, dass das vorgeschlagene Projekt ein Alleinstellungsmerkmal habe. „Es muss schon innovativ sein und einen Leuchtturmcharakter haben.“ Und jedes Projekt könne nur einmal unterstützt werden. Möchte nun also eine andere Gemeinde ein Spielgelände wie in Nordholz, dann könne sie das machen, sagt Kuhn. Aber eben ohne Leader-Förderung. Und noch etwas: Ein Leader-Projekt müsse im Zeitraum von zwei Jahren abgeschlossen sein. Belege, die die Träger danach einreichen, werden von nicht mehr berücksichtigt. In Nordholz ist das der 18. November. In dem Bucher Ortsteil können die Helfer die Frist einhalten, wie Ewald Stussak erklärt. Und die Abnahme des Spielgeräts sei auch in Sicht. „Wir haben das ja alles mit Liebe gebaut, da darf es auch zwei Jahre dauern.“ Die Kosten liegen insgesamt bei 100000 Euro.

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