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Weit auseinander, aber näher beisammen

Weit auseinander, aber näher beisammen
Kommentar Von Rebekka Jakob
17.03.2020

Die Redaktionen der Illertisser Zeitung und Neu-Ulmer Zeitung arbeiten in Zeiten der Coronakrise unter besonderen Bedingungen. So lief Tag eins in der neuen Situation.

Das war am Dienstag der entschieden seltsamste Arbeitstag in 20 Jahren Journalistenleben. Die Coronakrise hat auch die Redaktion erwischt, seit Dienstag arbeitet der Großteil unseres Teams im Homeoffice an der Illertisser Zeitung und der Neu-Ulmer Zeitung. Außentermine sind weitgehend gestrichen – so sie denn überhaupt stattgefunden hätten. Der spannendste und schönste Teil des Berufs, die Begegnung mit Menschen, die eine Geschichte zu erzählen haben, fällt damit weg, und das voraussichtlich über Wochen. Dabei hätte es gerade jetzt, wenige Tage nach den spannenden Kommunalwahlen im Landkreis, eine Menge zu besprechen gegeben. Und viele schöne Termine wären gerade jetzt angestanden – man hatte ja einiges bewusst auf die „Zeit nach der Kommunalwahl“ verschoben.

Der Maileingang ist voll - allerdings mit lauter Absagen

Statt mit Berichten und Fotos unserer Freien Mitarbeiter füllt sich der Maileingang jetzt mit Absagen, Schließungen und Hinweisen, die wir unseren Leserinnen und Lesern natürlich ebenso übermitteln wollen. Doch anstatt am Schreibtisch im Büro werden die meisten jetzt bei den Redaktionsmitgliedern daheim redigiert.

Die wenigen Kollegen, die noch im Büro die Stellung halten, erleben eine ungeahnte Stille. Nicht nur innerhalb der Redaktion, die wir bereits seit Tagen für den Besucherverkehr geschlossen halten müssen, sondern auch draußen vor der Türe, auf den Straßen. Eine Ruhe, die fast schon beklemmend ist. Vor allem, wenn man eine quirlige Lokalredaktion voller Menschen gewohnt ist.

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Nebeneffekt der Krise: Es wird mehr geschrieben als geredet

Stattdessen schreiben wir in den beiden Landkreisredaktionen jetzt mehr miteinander. Telefon, Mail und Messenger ersetzen den Zuruf von Schreibtisch zu Schreibtisch oder den kurzen Blick auf die andere Seite des Raumes. Das fühlt sich irgendwie seltsam an – weit auseinander, aber irgendwie doch ganz nahe beisammen.

Bei aller vorhandenen Unsicherheit ob der ungewohnten Situation, bei allen auftauchenden technischen Hürden und bei allen persönlichen Fragen, die sich durch die rasant entwickelnde Corona-Lage ergeben: Unser Team hält zusammen und versucht, trotz alledem eine informative und spannende Zeitung für unsere Leserinnen und Leser zu machen.

Auch, wenn wir in diesen Zeiten besser physisch Abstand voneinander halten sollten: Menschlich rücken wir alle ein ganzes Stück näher.

Mehr über die aktuelle Situation im Landkreis Neu-Ulm lesen Sie hier:

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