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Babenhausen

30.01.2020

Weiter Ärger um neuen Rüstwagen in Babenhausen

Die Babenhauser warten darauf, dass ihr neuer Rüstwagen einsatzbereit ist.
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Die Babenhauser warten darauf, dass ihr neuer Rüstwagen einsatzbereit ist.
Bild: Alexander Kaya

Plus Das Fahrzeug steht zwar inzwischen in Babenhausen, ist aber noch immer nicht einsatzfähig – und hat trotzdem fast 3000 Kilometer auf dem Buckel.

Bereits im kommunalen Haushaltsplan für das Jahr 2016 war knapp eine halbe Million Euro zur Beschaffung eines neuen Rüstwagens für die Freiwillige Feuerwehr Babenhausen vorgesehen. Inzwischen schreibt man das Jahr 2020 und das vor mehr als drei Jahren in Auftrag gegebene Fahrzeug ist noch immer nicht einsatzbereit. Die Führungskräfte der Wehr monieren einige Mängel - und sehen sich mit einer endlos erscheinenden Geschichte konfrontiert.

Auf Nachfrage teilt Bürgermeister Otto Göppel mit, dass das Fahrzeug zwar im Feuerwehrgerätehaus steht, aber nicht eingesetzt werden könne. Dies verhinderten mehrere Mängel, die die Herstellerfirma bisher noch nicht behoben habe. Vor längerer Zeit sei dem Unternehmen ein Mängelprotokoll übergeben worden, das aber laut Göppel nicht komplett abgearbeitet wurde.

Fahrzeug hat "Europareise" hinter sich

Schon 2016 war der Auftrag mit detaillierten Vorgaben ausgeschrieben und letztlich an die Firma vergeben worden. Dann begann aus Sicht der Babenhauser eine unendliche Geschichte.

Weiter Ärger um neuen Rüstwagen in Babenhausen

Das Fahrzeug legte während seiner Zusammenbauphase eine Art Europareise zurück, unter anderem von Mühlau bei Chemnitz ins kroatische Zagreb und zurück, um letztendlich in Giengen und dann in Babenhausen zu landen. So sah dann auch die Route einer Delegation aus dem Fuggermarkt aus, die beispielsweise zwei Flüge nach Zagreb beinhaltete.

Wie Göppel sagt, entspricht das Fahrzeug auch heute noch nicht den Vorgaben der Ausschreibung. Laut Kommandant Reinhard Liedel und dessen Stellvertreter Harald Polzer wurden mehr als 100 Mängelanzeigen aufgelistet, wovon viele inzwischen behoben wurden.

Der Babenhauser Bürgermeister Otto Göppel und Kommandant Reinhard Liedel monieren, dass das Rüstfahrzeug noch immer nicht einsatzbereit ist.
Bild: Fritz Settele

Moniert wurde etwa die Geländegängigkeit des Fahrzeugs. Diese sei bei der Auftragsvergabe gefordert worden, so Feuerwehrführung und Bürgermeister übereinstimmend. Die örtlichen Einsatzkräfte hätten einen Böschungswinkel vorgegeben, der aber laut Hersteller so nicht machbar sei. Deshalb fordern Kommandant und Stellvertreter einen neuen Aufbau im Heckbereich.

Das bleibt weiterhin ein Knackpunkt. Und dieser ist nicht neu, scheiterte doch nicht zuletzt daran die für Mai 2019 im Rahmen der Floriansmesse geplante Fahrzeugeinweihung – für die schon Einladungen verschickt gewesen waren. Bei der diesjährigen Jahresversammlung des Feuerwehrvereins stellte der scheidende Schriftführer Jakob Mohr einen groben Veranstaltungskalender vor. Dabei sagte er, dass er sich nicht traue, einen Zeitpunkt für die Fahrzeugweihe und die Inbetriebnahme des Rüstfahrzeugs zu terminieren.

Erste Rostspuren tauchen auf

Zurzeit steht das Fahrzeug im Babenhauser Feuerwehrgerätehaus, um es vor den Unbilden des Winterwetters zu schützen. Denn laut stellvertretendem Kommandant zeigen sich bereits erste Rostspuren. Und wegen seiner „Europareise“ hat das Fahrzeug inzwischen auch fast 3000 Kilometer auf dem Buckel. Es ist versichert und vom TÜV zugelassen, was auch dem Kennzeichen „MN-FB 611“ zu entnehmen ist.

Auf die etwaigen Wertverluste machten Polzer und Liedel aufmerksam, denn bestimmte Teile dürften nur befristet eingesetzt werden – egal, ob das Fahrzeug unterwegs gewesen ist oder nicht. So müssen beispielsweise alle zehn Jahre die Reifen getauscht werden, unabhängig davon, wie viele Kilometer darauf zurückgelegt wurden. Drei Jahre sind nun vergangen.

Aus diesem Grund, so Göppel, habe die Marktgemeinde einige Punkte in einem Betrag zusammengefasst. Um diesen soll der Kaufpreis in Höhe von ursprünglich rund 480 000 Euro geschmälert werden, geht es nach den Babenhausern. Bis jetzt gab es aber keine Einigung mit der Herstellerfirma. Die Gemeinde schaltete einen Rechtsanwalt ein. Allerdings sei es der Gemeinde laut Bürgermeister daran gelegen, die Angelegenheit außergerichtlich zu regeln, weshalb auch noch kein Schriftsatz bei Gericht eingereicht wurde.

Lesen Sie außerdem: Rückblick: Babenhauser Feuerwehr ist fast 100 Mal im Einsatz

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