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Konzert

10.05.2012

Weitere Finanzhilfe für Orgel in St. Agatha

Wolfgang Treß an der Orgel und Sopranistin Haeyoung Shin musizierten in der Heilig-Kreuz-Kirche.
Bild: Otto Mittelbach

Wolfgang Treß und Haeyoung Shin musizierten eine erlesene Programmfolge

Illerrieden Orgelkonzerte in der Heilig-Kreuz-Kirche erfreuen sich immer eines guten Zuspruchs. Diesmal hatten sich weit über hundert Zuhörer eingefunden, darunter auch Bischof Matthias aus Uganda. Dr. Ludwig Weigl als Vorsitzender des veranstaltenden Orgelförderkreises St. Agatha freute sich über die Bereitschaft des Wiblinger Basilikaorganisten Wolfgang Treß, zusammen mit der Sopranistin Haeyoung Shin durch ein Benefizkonzert das Vorhaben Orgelerneuerung in St. Agatha zu unterstützen.

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Im Programm, das er erläuterte, waren auch zwei Komponisten aus der Region vertreten: An das 300. Geburtsjahr des aus Türkheim stammenden Obermarchtaler Prämonstratensers Isfrid Kayser erinnerte Treß mit dessen Partita III. In ihren schlichten spielerischen Formen und ihrer fröhlichen Grundhaltung mit Echowirkungen entspricht sie ganz und gar der typischen süddeutschen Klostermusik des 18. Jahrhunderts.

Und von Justin Heinrich Knecht, dem vor 260 Jahren geborenen Musikdirektor in Biberach, erklang das Tongemälde „Die Auferstehung Jesu“. In sieben Teilen werden unter anderem das schauerliche Beben der Erde, der Cherub, der den Stein von der Gruft wälzt, und das triumphale Singen der Engel mit den damaligen Mitteln musikalischer Charakteristik dargestellt. Dabei erweist sich Knecht als Weggenosse Abbé Voglers und als Komponist von bahnbrechender Bedeutung.

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Knabenstimme und voluminöser Sopran

In seiner Interpretation verdeutlichte Treß die Kontraste durch artgerechte Registerwahl, wobei ihn seine Enkelin als Registrantin unterstützte. Mit dem „Benedictus“ aus Haydns Orgelsolomesse und Mozarts „Laudate Dominum“ steuerte Haeyoung Shin mit voluminösem Sopran zwei Glanzstücke der Literatur bei und entfaltete vor allem im „Pie Jesu“ aus dem für seinen Vater geschriebenen Requiem von Andrew Lloyd Webber stimmlichen Glanz. Bei dem Werk sekundierte Ehemann Ralf Häuser. Er übernahm den für eine Knabenstimme geschriebenen Gesangspart.

Wolfgang Treß bewies seine Vielseitigkeit mit einer prächtigen Wiedergabe von Max Drischners Nordischer Toccata. Zum 150. Geburtsjahr von Léon Boëllmann steuerte er zwei Sätze aus dessen Suite Gothique bei, das etwas äußerlich wirkende Menuet und das tief empfundene „Prière à Notre-Dame“.

Einem weiteren Franzosen, César Franck, gehörte das wirkungsvolle Schlusswort mit dem berühmten „Panis angelicus“ und einer vom vollen Werk angestimmten Sortie.

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