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Neu-Ulm

21.03.2018

Weniger Asylbewerber im Landkreis

Der umgebaute Speicher könnte viele Flüchtlinge aufnehmen.
Bild: Alexander Kaya

830 Flüchtlinge leben derzeit in den dezentralen Unterkünften in der Region. Gebäude wie der Hochspeicher in Neu-Ulm, stehen deshalb noch immer leer

Noch steht der markante Hochspeicher im Starkfeld leer – vielleicht ziehen ja doch noch Asylbewerber ein. Dafür war er für teures Geld hergerichtet, aber bisher nie benutzt worden. Der Landkreis hatte das Bauwerk aus den 30er-Jahren 2016 im Auftrag des Freistaates für zehn Jahre gemietet. Der achtgeschossige Speicher steht immer noch leer, dabei könnte er bis zu 450 Flüchtlinge aufnehmen. Allerdings laufen seit geraumer Zeit Gespräche über eine anderweitige Nutzung. Offenbar sind sie immer noch nicht beendet. Landrat Thorsten Freudenberger sprach gegenüber der Presse von „intensiven“ Verhandlungen: „Aber wenn dabei nichts rauskommt, dann wird das Gebäude vielleicht doch noch als Unterkunft genutzt.“ Es sei unausweichlich, weil der Mietvertrag eben noch sehr lange läuft.

Das scheint aber nicht die Planung des Kreises zu sein, denn die Verhandlungen gehen in eine andere Richtung, wie Freudenberger und Theresia Hopfensitz, Leiterin des Bereichs Bauen, Gewerbe, Gesundheits- und Veterinärrecht am Landratsamt bestätigte. Das Gebäude mit seinen 130 Zimmern eigne sich für Gewerbe, dort könne ein Beherbergungsbetrieb ebenso untergebracht werden wie Büros. Das Dachgeschoss eigne sich etwa für Ateliers, die großen Räumen seien sogar „sehr pfiffig“, findet Freudenberger. Dafür gebe es sogar konkrete Interessenten. Näheres wollten er und Theresia Hopfensitz noch nicht sagen. Die Gespräche seien in den vergangenen Wochen noch einmal intensiviert worden.

Was die Asylsituation im Landkreis betrifft, so leben 830 Flüchtlinge in den 43 dezentralen Unterkünften des Kreises und noch mal etwa 200 in den drei staatlichen Aufnahmeeinrichtungen. Insgesamt hat sich die Zahl der Ankömmlinge deutlich verringert, es sind sogar weniger als zuletzt vorhergesagt. Zwischen September 2017 und dem 8. März dieses Jahres wurden dem Landkreis 130 Flüchtlinge zugeteilt, wie Karin Beth sagt, die im Landratsamt für Asylfragen zuständig ist. Das sind im Schnitt etwa 21 pro Monat. In der Hochphase 2015/16 waren es 70 pro Woche. Deshalb löst der Kreis immer mehr Unterkünfte auf. Auch das Massenlager im einstigen Praktiker-Baumarkt in Neu-Ulm besteht entgegen anderslautenden Gerüchten nach Angaben von Theresia Hopfensitz seit Herbst vergangenen Jahres nicht mehr: „Wir konnten es gut schließen, es wird zum Glück nicht gebraucht.“

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Allerdings gibt es noch einige ungelöste Probleme, denn wenn Asylbewerber anerkannt sind, müssen sie aus den Unterkünften ausziehen. Günstige Wohnungen sind aber extrem rar. Aus diesem Grund wurde ein neues Projekt namens „Wohnungslotsen“ gestartet, das nicht nur den Flüchtlingen zugutekommen soll. Dabei werden seit Anfang des Monats zwölf Ehrenamtliche geschult. Sie sollen den Bedürftigen Hinweise geben, wo sie nach Unterkünften suchen können, sie helfen beim Papierkram wie dem Mietvertrag, klären über Rechte und Pflichten auf und können auch dabei sein, wenn sich ein Wohnungsbewerber bei einem Vermieter vorstellt.

Was die Unterstützung der Flüchtlinge betrifft, so ist nach Darstellung des Landratsamtes die Zahl der Helfer zurückgegangen. Wie viele es noch sind, darüber gibt es keine verlässlichen Zahlen.

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