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Illertissen

06.11.2017

Wenn Martin Luther eine Gänsehaut verursacht

Wer war Martin Luther: Dieser Frage ist der Chor Achorde mit dem Musical „Frei sein“ in der voll besetzten Kollegskirche auf den Grund gegangen.
Bild: Zita Schmid

Sänger des Chors Achorde überzeugen in der Illertisser Kollegskirche mit ihrem Musical. Ein Besuch.

Die begeisterten Zuhörer in der voll besetzten Kollegskirche hielt am Schluss nichts auf ihren Plätzen: Stehend und mit lang anhaltendem Applaus bedankten sich die Besucher beim Achorde-Chor und seinen insgesamt rund 100 Mitwirkenden für die mitreißende Aufführung des Musicals „Frei sein“. Damit brachten sie das Pop-Oratorium „Luther“ aus der Feder von Dieter Falk und Michael Kunze und unter der Regie von Jörg Zenker mit großen Erfolg auf die Kirchenbühne. Die Gesamtleitung hatte Roland Eppelt.

Der Funke der Begeisterung zündete schon beim ersten Lied. Fetzig, stimmgewaltig und voll sichtbarer Freude am Singen wurde da gefragt: „Wer ist Martin Luther“? Mit einem packenden Mix aus Pop, Rock, Gospel, Tanz, szenischer Darstellung sowie Auszügen aus Kirchenliedern, unterstützt von einer modernen Licht- und Tontechnik, wurde dieser Frage nachgegangen. Die Antwort: Martin Luther, das war der Mann, der vor 500 Jahren den Ablasshandel der katholischen Kirche angeprangert hatte. Für den das Wort der Bibel oberste Richtlinie und die Freiheit, nach eigenem Verstand entscheiden zu können, maßgeblich war.

Doch die Kirche spalten wollte er mit seinen Reformgedanken ursprünglich nicht. „Ich bin nicht euer Mann. Ihr wollt einen anderen, der die Welt verändern kann“, sang Andreas Volk, der Martin Luther charismatisch verkörperte. Insgesamt 14 Solisten, darunter auch Mia Frieß als junger Martin, beeindruckten im Altarraum der Kirche, die zur Bühne umgestaltet worden war. Mit Stücken wie „Hier steh ich. Amen“ oder „Mut“ sorgten sie für Gänsehautmomente. Etwas im Hintergrund agierte der rund 70-köpfige Chor. Unter der Leitung von Carola Hosch vollbrachte er dennoch Höchstleistungen – stets begleitet von der Band unter der Leitung von Jonathan Frey, die den Musikmix professionell in Szene setzte.

Die Achorde-Sänger, die in Kostümen und auch in moderner Kleidung auftraten, verkündeten ihre zeitlose Botschaft: „Wir sind Kinder Gottes und frei“. Und ihr Publikum, zu dem auch junge Zuhörer gehörten, nahm diese mit Begeisterung auf. Den Chor Achorde gibt es seit 25 Jahren, er wurde damals als Dekanatsjugendchor gegründet und ist heute ein christliches Chorprojekt für Sänger aus dem Raum Neu-Ulm.

Achorde veranstaltet jeden Herbst eine Gospel-Show-Tournee. Dabei soll durch Musik die Freude am Glauben erlebbar werden. „Frei sein“ ist mit seinen rund 100 mehrheitlich ehrenamtlichen Mitwirkenden die größte und aufwendigste Produktion des Chors bisher. Aus dem Erlös wolle er 10000 Euro an soziale Einrichtungen spenden.

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