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Ritzisried

08.11.2017

Wenn der Wald zur Gefahr wird

Während einer Übung vor Kurzem im Wald zwischen Ritzisried und Kettershausen mussten die Einsatzkräfte der Feuerwehr Ritzisried einen „Verletzten“ befreien. Förster Bernd Karrer hatte dieses besondere Training organisiert.
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Während einer Übung vor Kurzem im Wald zwischen Ritzisried und Kettershausen mussten die Einsatzkräfte der Feuerwehr Ritzisried einen „Verletzten“ befreien. Förster Bernd Karrer hatte dieses besondere Training organisiert.

Zwischen einigen Bäumen zu arbeiten birgt Risiken. Einsatzkräfte aus Ritzisried und Babenhausen haben deshalb für den Ernstfall trainiert. Ein Schild war dabei besonders wichtig

Herbstlicher Nachmittag im Wald zwischen Ritzisried und Kettershausen: Ein Baum wird gefällt und nun passiert das, was in Bayern jedes Jahr mehrere tausend Mal passiert: Trotz aller Vorsicht wird ein Waldarbeiter von einem herabfallenden Ast getroffen und unter dem Baum eingeklemmt. Schnelle Hilfe muss her: Der Arbeitskollege des Verunglückten – allein darf niemand im Wald arbeiten – setzt über die Nummer 112 einen Notruf ab und erreicht die Integrierte Leitstelle „Donau-Iller“. Doch wie soll er dem Disponenten in Krumbach beschreiben, wo sich die Unfallstelle in dem mehr als dreihundert Hektar großen Waldgebiet befindet? Der Schlüssel zum Erfolg heißt „Rettungstreffpunkt“.

Solche wurden in den vergangenen Jahren in einem ungefähren Abstand von zweieinhalb Kilometern in ganz Bayern verteilt und mit Infotafeln gekennzeichnet. Wer im Wald arbeitet, weiß sich damit zu helfen: Er merkt sich den nächstgelegenen Rettungstreffpunkt und teilt der Leitstelle dessen Nummer mit. Idealerweise begibt sich der Ersthelfer, nachdem er den Notruf abgesetzt und dem Verletzten Erste Hilfe geleistet hat, zu dem Punkt und wartet dort auf die Hilfskräfte. Das sollte er auch tun, wenn er allein mit dem Verletzten im Wald ist, erklärte Bernd Karrer. Der Förster vom Forstrevier Illertissen hatte vor Kurzem Einsatzkräfte der Feuerwehr Ritzisried und Rettungsdienstmitarbeiter aus Babenhausen über dieses Thema informiert. Für den Ernstfall geübt wurde in einem Waldstück.

Besser sei es natürlich, so der Förster, wenn mehrere Personen zusammen arbeiten und der Verletzte nicht allein gelassen werden muss.

Bei der Übung lief laut Karrer alles sehr zufriedenstellend ab: Der Helfer fuhr nach dem Notruf zum Rettungstreffpunkt „NU-2038“. Dieser war am Holzplatz des Waldes nahe der Einfahrt zur ehemaligen Raketenstation, dem heutigen „Autokontor Bayern“. Eine Minute nach dem Notruf heulte in Ritzisried die Sirene und kurz darauf war das Einsatzfahrzeug der Feuerwehr des Bucher Ortsteils zu hören. Ein Mann blieb am Treffpunkt zurück, um weitere Einsatzkräfte einzuweisen, denn im Ernstfall wären noch weitere Feuerwehren nachgefordert worden. Die ersten Feuerwehrleute waren bereits elf Minuten nach dem Absetzen des Notrufs vor Ort und begannen, den scheinbar „Verletzten“ mithilfe einer Säge von den belastenden Baumteilen zu befreien. Inzwischen war auch der Rettungswagen aus Babenhausen eingetroffen. Schon 16 Minuten nach Einsatzbeginn konnte der Ritzisrieder Kommandant Andreas Mayer die Funkmeldung an die Leitstelle absetzen: „Patient befreit und dem Rettungsdienst übergeben.“

Förster Bernd Karrer zeigte sich sehr zufrieden nach der Übung. Zudem gab er den Einsatzkräften noch einen wichtigen Tipp: Auf der Internetseite www.rettungskette-forst.bayern.de könne sich jeder die kostenlose App „Hilfe im Wald“ herunterladen. Dies, so Karrer, gelte auch für Spaziergänger, Jogger, Pilzsammler und sonstige Waldbesucher. Denn über die App finden Waldbesucher nicht nur den nächstgelegenen Rettungstreffpunkt, sondern auch die GPS-Koordinaten, mithilfe derer die Leitstelle die Einsatzkräfte auf den richtigen Weg leiten kann. Das bestätigten die Rotkreuzhelfer aus Babenhausen, die nicht nur die Treffpunktnummer „NU-2038“, sondern auch die Koordinaten mitgeteilt bekommen hatten und leichter zu ihrem Ziel fanden. Und noch etwas fiel bei dieser Übung auf: Auch die neu eingeführte Digitalfunktechnik erwies sich als gut, denn in früheren Jahren war das ganze Waldgebiet von Matzenhofen bis Kettershausen ein „Funkloch“, in dem für die Einsatzkräfte keine Kommunikation möglich war.

Informationen: Jeder hat die Möglichkeit über die Internetseite www.rettungskette-forst.bayern.de die kostenlose App „Hilfe im Wald“ herunterladen.

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