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Illertissen

22.03.2012

Wenn in Facebook „die Sonne scheint“

Das Memminger Schöffengericht verurteilte heute eine 22-Jährige zu einer zweijährigen Haftstrafe wegen umfangreichen Drogenhandels.
Bild: Agentur

22-Jährige zu zwei Jahren und sechs Monaten wegen Drogenhandels verurteilt

„Die Sonne scheint“ - diese Mitteilung per Facebook war das Codewort, dass eine 22-Jährige aus dem südlichen Landkreis wieder Marihuana zum Verkauf bereit hielt.

Nun wurde ihr der „Sonnenschein“ allerdings zum Verhängnis, denn das Memminger Schöffengericht verurteilte sie zu zwei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe wegen mehrerer Fälle von Drogenhandel „in nicht unerheblicher Menge“. Mitte des vergangenen Jahres hatte die Angeklagte einem Exfreund dreimal 2,5 und einmal zehn Gramm Marihuana verkauft und ihm darüber hinaus mehr als 500 Gramm angeboten, um damit, so ihr Geständnis, ihren eigenen Konsum zu finanzieren.

Das Angebot sei zwar nicht Ernst gemeint gewesen, aber tatsächlich wurde im Auto eines anderen Freundes die entsprechende Menge gefunden, deren Besitz das Gericht mit Richter Stefan Nielsen ihr zuschrieb. Dieser Freund verweigerte die Aussage, um sich nicht selbst zu belasten, und auch die Mutter der Angeklagten, die selbst vor Kurzem verurteilt worden war (IZ berichtete), weil sie „vertretungsweise“ für die Tochter Marihuana verkauft hatte, machte von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Obwohl auch der ursprüngliche „Kunde“ nicht als Zeuge auftrat – gegen ihn wurde Ordnungshaft verhängt – sah es das Gericht als erwiesen an, dass die Angeklagte auch mit der größeren Menge hätte handeln wollen. Das Schöffengericht blieb mit seinem Urteil von zweieinhalb Jahren nur drei Monate unter dem Antrag von Staatsanwältin Nicole Kiemel. Verteidiger Uwe Böhm (Ulm) hielt der Angeklagten ein Geständnis und den Wunsch nach einer Drogentherapie zugute, musste aber zugeben, dass die einschlägig Vorbestrafte ihre Einkaufsquelle bei Gericht im Gegensatz zu ihrer ersten Vernehmung nicht nannte. Nun, so Richter Nielsen in der Urteilsbegründung, könne die Verurteilte „einen klaren Strich“ unter ihre bisherige Karriere ziehen, zumal sie selbst offensichtlich guten Willen habe, ihr Leben, das seit der Schulzeit von Drogensucht geprägt gewesen war, zu ändern. (wis)

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