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Buch

09.11.2017

Wer bekommt nun einen Bauplatz in Buch?

In Buch gibt es vier Vergabekriterien für Häuslebauer. Wie diese berechnet werden, hat Hauptamtsleiter Markus Wöhrle nun geschildert.
Bild: Christin Klose, dpa (Archiv)

Die Vergabekriterien des Marktrats sorgen für Irritation. Der Hauptamtsleiter erklärt, was dahinter steckt.

Der Bauboom in der Region ist nicht nur in Illertissen zu spüren, sondern auch in Buch. Wie berichtet, soll beispielsweise im Norden des Orts ein neues Baugebiet namens „Bauernfeld III“ entstehen. Der Bebauungsplan dafür wurde vor Kurzem verabschiedet. Hauptamtsleiter Markus Wöhrle sagte auf Nachfrage, dass es für die dort vorgesehenen 23 Bauplätze jedoch 70 Bewerber gebe. Abhilfe bei der Auswahl der Häuslebauer sollen deshalb die Vergabekriterien schaffen. Und die sorgten – wie kürzlich berichtet – in der vergangenen Gemeinderatssitzung für Diskussion. Laut UWG-Marktrat Franz Eberl sprechen diese Vergabekriterien gar gegen das Antidiskriminierungsgesetz. Markus Wöhrle, der Hauptamtsleiter im Markt Buch, betont aber gegenüber unserer Zeitung: „In Buch wird niemand diskriminiert.“

Der Hintergrund: Bereits vor 20 Jahren wurden für den Markt Buch fünf Vergabekriterien für Häuslebauer festgesetzt, doch die Verwaltung habe auf diese bisher nicht zurückgreifen müssen, sagte Wöhrle. Denn bisher habe es mehr Flächen als Bauwerber gegeben. Doch nun sieht die Lage anders aus: Jetzt gibt es mehr Bauwerber als -plätze und so rückten die alten Vergabekriterien für Häuslebauer in Buch in den Fokus der Gemeinderäte. „Stein des Anstoßes war des Gebiet Bauernfeld III“, sagte Wöhrle. Und auch für zukünftige Baugebiete wolle man einheitliche Regelungen schaffen, nach denen die Flächen vergeben werden können. Aus ehemals fünf solcher Vergabekriterien wurden jetzt vier. Der Aspekt „soziale Komponente“ ist nach Aussage des Hauptamtsleiters schon 2001 gestrichen worden.

Und so werden die anderen Komponenten berechnet: Beim Hauptwohnsitz werde Wöhrle zufolge die Anzahl der Jahre gewertet, in denen der Häuslebauer seinen Hauptwohnsitz im Markt hat oder hatte. Maximal 20 Jahre könnten in die Bewertung aufgenommen werden, so Wöhrle, um ältere Bauwerber gegenüber jüngeren nicht überproportional zu bevorzugen. Wichtig ist aber: Jeder Bürger erhält nach 20 Jahren Hauptwohnsitz im Markt die Maximalpunktzahl, ganz gleich ob er zugezogen ist oder von Geburt an in Buch lebt. Wöhrle: „Eine Person zieht beispielsweise wegen eines Studiums nach 21 Jahren weg und eine 30-jährige Person zog mit zehn Jahren in den Markt. Beide verfügen über 20 Jahre Hauptwohnsitz in Buch und erhalten die Maximalpunktzahl“. Bei den Punkten werde immer mit fünf multipliziert, so Wöhrle. Höchstens 100 Punkte könnten beim Hauptwohnsitz erreicht werden. Die Wartezeit-Komponente beziehe sich auf den Zeitraum zwischen Anmeldung des Bauplatzbedarfs beim Markt und der Platzvergabe. Dabei werden laut Wöhrle die vergangenen vier Kalenderjahre in je zwei Halbjahre geteilt um so die größtmögliche Fairness in Bezug auf den Anmeldezeitpunkt zu bieten. Die maximale Punktzahl beträgt bei der Wartezeit 40. Für jedes Kind, das noch keine eigene Meldeadresse hat und unter 25 Jahre alt ist, gelten zudem 15 Punkte. Bis zu vier Kinder, also höchstens 60 Punkte, können berechnet werden. Die Komponente Wohneigentum wird abgezogen und zwar pauschal 25 Punkte.

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