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29.06.2009

"Wer wusste was - und wann ..."

Landkreis (alf) - In der offiziellen Sprachregelung des Landratsamtes war bislang immer die Rede davon, dass der stellvertretende Werkleiter alleine für die Vorgänge verantwortlich gewesen sei. Im Prüfbericht jedoch ist fast immer die Rede vom "Werkleiter und stellvertretenden Werkleiter", die meisten Verträge mit der Bank wurden von beiden unterschrieben.

Dies war wohl auch der Grund, warum sich der stellevertretende Werkleiter - er galt jahrelang als unbescholtener und zuverlässiger Fachmann - auch juristisch gegen diese Darstellung wehrt und sich die Schuld für die "Zocker-Affäre" nicht länger alleine in die Schuhe schieben lassen will. Er kämpft jetzt vor Gericht gegen die Kündigung durch den Landkreis (IZ berichtete).

Der 53-Jährige fürchtet, dass seine berufliche Karriere erledigt sein könnte, wenn die Vorwürfe alleine an ihm festgemacht würden. Nicht beantwortet wird in dem Prüfungsbericht des BKPV, in wie weit auch die politisch Verantwortlichen des Landkreises in die Vorgänge beim AWB eingebunden und informiert waren. Sowohl Landrat Erich Josef Geßner ( CSU) wie auch der Chefjurist des Landratsamtes, Peter Dieling, weisen stets mit Nachdruck darauf hin, nichts von den millionenschweren Spekulationsgeschäften gewusst zu haben. Und doch flogen in dieser Frage bereits die Fetzen - zumindest bei den jüngsten Sitzungen des Kreistages.

Hinter vorgehaltener Hand wird jetzt ganz ungeniert die Frage nach der Zukunft des zuständigen AWB-Werkleiters gestellt. Dem Vernehmen nach soll dem langjährigen Mitarbeiter eine schnelle und geräuschlose "Vorruhestandsregelung" angeboten werden. Völlig offen ist freilich, wer dann in diese verantwortungsvolle Position aufrücken soll - denn auch der Name des neu ernannten AWB-Stellvertreters taucht auf einigen Dokumenten auf, die von den BKPV-Prüfern beanstandet worden sind.

"Wer wusste was - und wann ..."

Kreisräten wurde Maulkorb verpasst

Entsprechend sensibel reagieren auch die Kreisräte aller Fraktionen, wenn sie auf die "Zocker-Affäre" angesprochen werden. Offenbar wurde den Kreisräten eine Art "Maulkorb" verpasst, was selbst bei CSU-Kreisräten nicht so gut ankommt: "Wir sind zum Stillschweigen verdonnert worden. Aber eigentlich müsste man schon mal ausmisten, bevor uns das um die Ohren fliegt", meinte ein einflussreicher Kreisrat aus dem Lager der Christsozialen.

Es wäre schon interessant zu erfahren, wer was gewusst habe - und zu welchem Zeitpunkt. Seinen Namen wolle er aber lieber nicht in der Illertisser Zeitung lesen: "Ich bin doch nicht verrückt ..."

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