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Illertissen

10.07.2017

Wie aus süßen Früchten scharfe Sachen werden

Er hat Geister in der Flasche: Erich Traub mit Likören.
Bild: Regina Langhans

Gartler aus Kellmünz informieren auf der Jungviehweide über die Herstellung von Likören aus Beeren. Ein Besuch.

Der Gartenbauverein Kellmünz hat sich an der Aktion „Gartenwissen aus erster Hand“ parallel zur Sonderausstellung „Reiche Ernte – der Arbeit Lohn“ im Museum der Gartenkultur auf der Jungviehweide beteiligt: Passend zur Beerenernte wurde gezeigt, wie sich auf Basis von Hochprozentigem Beeren zu feinsten Likören verarbeiten lassen. An zwei Tischen in einem Unterstand beim Museum bauten die Gartler unter dem Motto „Süße Früchtchen – leckere Liköre“ ihre Schätze auf: Beeren über Beeren, in Natur und in dekorativ leuchtender Flüssigkeit in Gläsern.

Gartenbau-Vorsitzender Erich Traub zeigte, wie einfach es geht: „Man nehme einen Obstler oder Wodka mit Alkoholgehalt von etwa 40 Prozent, füge die Beeren und Kandiszucker hinzu – fertig.“ Natürlich lasse sich das Grundrezept mit allerlei Tipps verfeinern. Wodka sei zu empfehlen, weil er im Geschmack neutral sei. Ein Obstler, etwa Kirschwasser, werde durch Süßkirschen geschmacksintensiver. Doch nicht alle Früchte eigneten sich gleichermaßen für Obstwasser.

Und der Kandiszucker lasse sich teils oder ganz durch Honig ersetzen, etwa beim Stachelbeerlikör, der dadurch vom Geschmack her an Met erinnere. Neue Erfahrungen böten Ingwer, Zimt oder Vanille. Traub empfahl, etwa 40-prozentigen Alkohol zu verwenden, der sich durch die Zugaben in seiner Stärke um die Hälfte reduziere. Traub: „Man muss es nur probieren, zum Beispiel auch mit Rhabarber, der Garten gibt so viel her.“

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Mit dabei aus Kellmünz waren auch die Mitglieder Thea Seefelder, Gudrun Kreuzer und Birgit Hecht. Ihre Ratschläge und Erfahrungen waren gefragt, denn zu den Besuchern zählten Vertreter etlicher Gartenbauvereine, die im Bus angereist waren. So auch aus Rothenburg ob der Tauber in Mittelfranken mit Kreisvorsitzender Hilde Magiera. Sie ließ sich nach ihrem Rundgang durch die Anlagen von den bunten Likörflaschen anlocken – und war begeistert: „Ich fühle mich fast wie auf einer Landesgartenschau, die Philosophie, die sich überall zeigt und wie mit den Pflanzen umgegangen wird.“

Im Gespräch mit den grünen Experten aus Kellmünz zeigten sich viele Gemeinsamkeiten, neu war für die Vorsitzende bei der Likörherstellung die Beigabe von Honig: „Ein echter Frauentrunk, wegen des feinen Geschmacks“, das Rezept wolle sie sich merken, sagte Magiera. Reisekollegin Renate Kallip aus Gebsattel bei Rothenburg kannte die Gartenanlagen der Jungvieweide bereits vom Vorbeifahren auf der Autobahn A7.

Beim Austausch wurde klar – die Gartler teilen ein gemeinsames Anliegen: Als Vereine sehen sie sich gefordert, ihr Gartenwissen an die junge Generation weiterzugeben. Sie wollen dem entgegenwirken, was Magiera mit Kindern erlebt hat: „Apfelsaft, der frisch aus der Presse kam und schäumte, haben sie verschmäht. Als ich ihn in Tetrapacks umfüllte, haben sie daraus getrunken.“ Auch Besucher aus der Augsburger Firnhaberau holten sich Anregungen: „Wir nehmen viel mit nach Hause“, hieß es.

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