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Vöhringen

17.12.2018

Wie die Berliner Brass Band das Vöhringer Kulturzentrum rockt

Mit musikalischer Brillanz begeistern die Brass-Band-Mitglieder das Publikum, das sich an vielen Zugaben erfreuen konnte.
Bild: Balken

Mit „Swinging Christmas“ bringen elf Musiker besonderen Schwung nach Vöhringen.

Sie ziehen ein wie erfolgsgewohnte Gladiatoren, ihre Arena ist der ausverkaufte Saal des Vöhringer Wolfgang-Eychmüller-Hauses, sie werden begeistert empfangen und sie machen mitreißende Musik. Elf Blasmusiker stehen auf der Bühne, sie stammen aus den besten Orchestern der Metropole Berlin. Ihr Programm nennt die Brass Band Berlin „Swinging Christmas“. Aber es ist mehr als ein „swingendes“ Weihnachten.

Die Musiker bieten ein verjazztes Cross-Over, reiten wie Wagners Walküren wild durch die Opernwelt und machen das so perfekt, dass sie der Beifall am Schluss dazu beflügelt, etliche Zugaben zu spielen.

Die Band gibt es seit 1989. Und seit jener Zeit begeistern die Musiker immer wieder die Zuhörer, wohin sie auch kommen. Sie sind Profis, einfühlsame Solisten, musizieren mit Empathie und vereinen sich dann zu einem geschlossenen Orchesterklang. Und was wirklich staunen lässt: Sie spulen ihr Programm nicht ab wie alte Routiniers, sondern sie geben den Besuchern das Gefühl, als erlebten sie eine Premiere. Der Ausflug der Band in die Opernwelt beginnt in Vöhringen bei Wagner. Die elf Musiker durcheilen im Presto den „Fliegenden Holländer“, das Lied an den Abendstern aus „Tannhäuser“ kristallisiert sich heraus, „Lohengrin“ ist gleich am Brautmarsch zu erkennen. Sie absolvieren ein 20-Stunden-Opern-Programm – wie es sich in Bayreuth abspielt – in knapp fünf Minuten.

Wie die Berliner Brass Band das Vöhringer Kulturzentrum rockt

Berliner Brass Band: Temperamentvoll geht es im Kulturzentrum zu

Temperamentvoll ist die „Carmen-Suite“, nach George Bizet. Der „Bolero“ von Maurice Ravel nähert sich synchron dem Original und endet in fulminanter Dynamik. Aber es wird auch südamerikanisch mit „Tico Tico“ – eine brillante Leistung des Solisten. Überhaupt glänzen die Solisten an Trompete, Posaune oder Klarinette mit langem Atem. Sie erweisen sich als Instrumental-Artisten. Es gibt auch Reminiszenzen an Count Basie und Benny Goodman. Faszinierend sind die Arrangements, vor allem die Ausschnitte aus Opern.

Im Mittelpunkt der Band steht Thomas Hoffmann. Trocken erklärt er: „Ich bin der Bandleader.“ Aber er ist ein Multitalent und stellt seine Talente nicht unter den Scheffel. Er beherrscht das Xylofon, er rasselt, bimmelt, pfeift, singt, tippt den „Typewriter-Song“ von Leroy Anderson und sorgt mit einer unechten Pistole für mehrere Knalleffekte. Hoffmann verbindet Comedy mit Können. Zwischen seiner Moderation streut er kleine Witze ein, das Publikum wickelt er um den Finger.

Und die Zuhörer danken es ihm mit dem Klang, den Hoffmann liebt: mit Applaus, der nicht enden mag. Dabei hat Hoffmann doch bereits angekündigt, er wolle jetzt gerne zu Bett gehen. Aber die Zuhörer lassen ihn nicht. Sie sind hingerissen von der Musikalität, von der technischen Perfektion und Brillanz, mit denen die Musiker ihre Instrumente beherrschen und immer wieder das Gefühl vermitteln, sie gehen nur dem Publikum zuliebe in die Verlängerung. Aber dann geht auch dieser Abend mit dem Gute-Laune Programm zu Ende.

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