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Illertissen

09.11.2017

Wie die Musikschule sparen will

Bei der Musikschule Dreiklang können die Schüler Blas-, Streich-, Tasten- und Schlaginstrumente lernen. Bei Konzerten begeistern sie regelmäßig ihr Publikum.
Bild: Roland Furthmair (Archiv)

„Dreiklang“ ist für die beteiligten Kommunen teuer. Künftig sollen die Ausgaben sinken und das Kursangebot wachsen.

Die Zuschüsse für die Musikschule Dreiklang beschäftigen Stadt- und Gemeinderäte der drei beteiligten Kommunen Illertissen, Vöhringen und Bellenberg immer wieder. Zuletzt wurde zum Beispiel der Festbetrag pro Schüler und Jahr von 460 auf 530 Euro erhöht. Die Stadt Illertissen hat ihre finanzielle Förderung in diesem Jahr deshalb an eine Bedingung geknüpft: Die Musikschule muss der Stadt ein Zukunftskonzept vorlegen, in dem es vor allem darum geht, wie Geld eingespart werden könnte. Bürgermeister Jürgen Eisen sprach im Kulturausschuss von einer Kostenspirale, die von der Musikschule Dreiklang ausgeht. Das Zukunftskonzept ist inzwischen so weit fertig, Schulleiter Christoph Erb stellte es nun den Stadträten vor. Gewisse Altlasten hätten es allerdings erschwert, diesen Finanzplan zu erstellen, sagte Erb. „Wir stellen oft fest, dass Zahlen, etwa Schülerzahlen, einfach nicht stimmen.“

Derzeit zahlt Illertissen zwischen 100000 und 120000 Euro für die Schule, sagte Eisen. Das sei seiner Meinung nach gut angelegtes Geld, es sollte jedoch nicht mehr werden. Dreiklang finanziert sich zum größten Teil über die Elternbeiträge. Die machen laut Erb rund 60 Prozent aus, was weit über dem bayernweiten Durchschnitt liegt. Die übrigen rund 40 Prozent setzen sich aus Zuschüssen vom Landratsamt, vom Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen und von den Trägerkommunen Illertissen, Bellenberg und Vöhringen zusammen.

Wichtigste Maßnahme, um die Musikschule rentabler zu machen, sei den Einzelunterricht einzuschränken, sagt Erb. Kostendeckend seien die Stunden erst, wenn vier Schüler oder mehr parallel unterrichtet werden. Gleichzeitig wies Erb auch darauf hin, dass es durchaus schwierig sei, mehr Gruppenunterricht anzubieten: Denn die Schüler müssten vom Kenntnisstand zusammenpassen. Problematisch sind in diesem Zusammenhang auch die drei Standorte Illertissen, Vöhringen und Bellenberg, da die Schüler zum Teil nicht gefahren werden können oder wollen. Dennoch kann Erb im laufenden Jahr schon erste Erfolge verzeichnen: Der Anteil des Gruppenunterrichts konnte bereits leicht erhöht werden. Laut der aktuellen Schätzung des Steuerbüros sollen im kommenden Jahr fast 14000 Euro eingespart werden.

Neben mehr Gruppenunterricht hat Erb den Stadträten eine Reihe weiterer Ideen vorgestellt. So können in Zukunft auch Erwachsene Musikunterricht nehmen. Zielgruppe für dieses Angebot sind laut Erb insbesondere Senioren. Fünf Stunden kosten 120 Euro. Damit seien die Unterrichtskosten gedeckt, Zuschüsse müssten nicht aufgewendet werden. Auch weitere Kooperationen mit Kindergärten und Schulen seien denkbar. Seit diesem Jahr gibt es eine Zusammenarbeit mit der Förderschule Illertissen, die vom Lions-Club und der Regierung von Schwaben gesponsort wird. An der Bischof-Ullrich-Grundschule gibt es die Singpause, bei der eine Lehrerin der Musikschule mit den Kindern singt. Auch neue Kursangebote sind in Planung. Ab Januar gibt es zum Beispiel einen Cajon-Kurs, in dem die Teilnehmer das Instrument – eine Kiste aus Holz auf der getrommelt wird – selbst bauen. Der Kurs Rythm Balance soll laut Erb eine Alternative zu einem Instrument sein. Zum Musizieren wird dabei der ganze Körper eingesetzt.

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