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Kellmünz

02.11.2019

Wie ein Kellmünzer Kinder in ganz Deutschland fürs Trommeln begeistert

Die Grundschüler in Altenstadt unternahmen unter Anleitung von Johnny und Michael Lamprecht singend, tanzend und trommelnd eine Reise in das Trommelzauberdorf Tamborena.

Der „Trommelzauber“ von Johnny Lamprecht aus Kellmünz hat ganz Deutschland erobert. Mit mehr als 10.000 Instrumenten im Gepäck bringt der 57-Jährige Kindern das Trommeln bei.

Vor mehr als 20 Jahren begann Johannes Lamprecht – genannt Johnny – mit 35 Trommeln im Gepäck. Heute gehören dem Kellmünzer als Geschäftsinhaber der Trommelzauber GmbH etwa 10000 Trommeln. Zusammen mit seinen Mitarbeitern hat er rund eineinhalb Millionen Kinder mit der Trommelleidenschaft angesteckt.

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Auch in der Altenstadter Grundschule, wo Lamprecht kürzlich zu Gast war, funktionierte der Trommelzauber. Kaum hatte jedes Kind eine Djembé-Trommel in den Händen und am Turnhallenboden seinen Platz gefunden, begann das musikalische Abenteuer. Die Reise führte zu einem Ort, wo der Rhythmus ansteckend wirkt und das Lebensgefühl durch Singen und Tanzen ausgedrückt wird.

Das Trommelspiel führt die Kinder nach Afrika

„Tamborena“ nennt Lamprecht dieses Trommelzauberdorf und so hieß es im ersten gemeinsam gesungenen und getrommelten Lied auch dementsprechend „Komm, wir gehn nach Tamborena – alle Kinder dieser Welt“. Vom Reisefieber gepackt, machte Lamprecht die Schüler mit viel Spaß und Freude für die weiteren Reiseetappen neugierig für mehr. Sie lernten, ihre eigene Trommelkreativität zu entdecken und zu entfalten. Nach einem „Angst geh weg und Mut komm her - Lied“ ging es so voller Rhythmus, Gesang und Tanz weiter. Das Ziel hierbei: Das ferne Afrika. Auf diesem Kontinent entdeckte Lamprecht einst selbst seine Trommelleidenschaft.

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Der heute 57-jährige Firmeninhaber, Musiker und Produzent, wuchs in Kellmünz auf. Er besuchte das Kolleg der Schulbrüder in Illertissen und begann ein Theologiestudium. 1993 reiste er nach Südafrika. Hier habe er zum ersten Mal gespürt, was die Verbindung von Trommel, Gesang und Tanz für ihn bedeutet und wie gut es den Menschen tut. „Das hat mein Leben verändert“, sagt er.

Im Laufe der Jahre ging er auf die Suche nach Kinderliedern und Kindertänzen, die ihn in 40 Länder aller Kontinente, unter anderem in 20 Länder Afrikas, führte. Um das Trommeln zu lernen, unternahm er 120 Überseereisen in die ganze Welt.

Manchmal stehen die Trommeln auch still. Beim Tanzen kommt ordentlich Bewegung in die Gruppe.

1997 lernte er in einem senegalesischen Fischerdorf Bacary Olè kennen, wohl einer der besten Trommler des Landes. Olè inspirierte Lamprecht. Noch im selben Jahr begann Lamprecht mit 35 Trommeln im Gepäck seine Leidenschaft zum Beruf zu machen. 1999 reiste Bacary Olè nach Deutschland. Zusammen mit Lamprecht machte er auf Einladung der Sternsinger eine Trommel-Mitmach-Tour. Damals kamen sie auch nach Altenstadt und andere Orte in der Region. Zwei Jahre waren sie gemeinsam unterwegs. Beim Katholikentag, der 2000 in Hamburg statt fand, gelang ihnen der Durchbruch vor großem Publikum.

Johnny Lamprecht hat vor mehr als 20 Jahren den Trommelzauber gegründet.

Heute hat Lamprechts Trommelzauber 15 Mitarbeiter. Dazu gehört seit mehr als einem Jahr auch Lamprechts jüngerer Bruder Michael, der in Altenstadt als DJ arbeitet. In zehn Teams sind die Trommelzauberer im deutschsprachigen Raum unterwegs und der Terminkalender ist gut gefüllt. Das Trommeln soll Kindern ein Gemeinschaftsgefühl geben und ihnen spielerisch Zugang zu ihrer eigenen Kreativität ermöglichen, sagt Lamprecht über die pädagogischen Ziele seiner Arbeit. Auch soziale und kulturelle Grenzen sollen überwunden werden. Das Trommeln fördere außerdem die Motorik und erhöhe die Konzentrationsfähigkeit der Kinder.

Drei Millionen Kinder hat der Trommelzauber schon begeistert

10.000 Trommeln haben sie insgesamt in ihren Autos und auf Lager vorrätig. 1300 davon waren etwa bei der Abschlussfeier zum diesjährigen Stadtjubiläum in Neu-Ulm im Einsatz. Unter dem Motto „Trommelzauber – Kinder an die Trommeln“ werden sie meist für Aktionstage und Projektwochen in Kindergärten und Schulen gebucht. Rund drei Millionen begeistert trommelnde Kinderhände seien so in 20 Jahre zusammengekommen. „Ich habe etwas gemacht, was es damals noch nicht gab“, erklärt Lamprecht seine Erfolgsgeschichte.

Laut Lamprecht hatte es sich der inzwischen verstorbene Bacary Olè zeitlebens zur Aufgabe gemacht, durch Trommeln, Singen und Tanzen Freude zu schenken. Er inspirierte Lamprecht auch dazu, sein Trommelzauber-Konzept als „Abenteuerreise nach Afrika“ zu entwickeln. Das Fischerdorf, in dem er Bacary Olé kennengelernt hatte, wurde zu seinem Trommelzauberdorf Tamborena. Dort kamen dann auch die Altenstadter Schüler an. Mit ihren Händen ließen sie dort die Trommeln sprechen, lernten afrikanische Lieder und tanzten lustige Tänze.

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