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Illertissen

16.11.2017

Wie viele Wohnungen sind genug?

Wie viele Wohnungen dürfen auf einem Grundstück gebaut werden – und gibt es Ausnahmen von der Regel (sprich: vom Bebauungsplan): Diese Fragen haben in einer Sitzung des Illertisser Bauausschusses eine rege Debatte entfacht.
Bild: Jens Carsten

Eine Bauherrin verlangt in Illertissen eine Sondererlaubnis – und löst damit eine Debatte aus. Um was es geht.

Wie viele Wohnungen dürfen auf einem Grundstück gebaut werden – und gibt es Ausnahmen von der Regel (sprich: vom Bebauungsplan): Diese Fragen haben in einer Sitzung des Illertisser Bauausschusses eine rege Debatte entfacht. Auslöser war die Absicht einer Bürgerin, in Betlinshausen ein Haus zu bauen. Das Problem: Vorgesehen sind drei Wohneinheiten, zulässig laut städtischem Regelwerk allerdings nur zwei. Die Bauherrin hat eine Ausnahme beantragt. Das sehen offenbar nicht nur die Nachbarn kritisch.

Durch eine Genehmigung werde man „ein Fenster öffnen“, befürchtete Uwe Bolkart ( CSU). Schließlich könne man nicht in Betlinshausen etwas zulassen und dasselbe woanders verbieten. Bolkart erinnerte daran, dass die Begrenzung auf zwei Wohneinheiten das Ziel verfolgt habe, Investoren abzuschrecken. Schließlich wolle man mit den Baugebieten jungen Familien eine Möglichkeit bieten, sesshaft zu werden. Anders sah das Ansgar Batzner (Freie Wähler): „Wir leben in einer Region mit Wohnungsknappheit.“ Es gebe eben nicht ausreichend Flächen, sodass jeder überall ein Einfamilienhaus „hinstellen“ könne, sagte er und wollte der Ausnahme zustimmen. Auch wenn das die Nachbarn nicht täten.

Die Anlieger hätten erst eingewilligt, ihr Einvernehmen dann aber zurückgezogen, hieß es in der Sitzung. Er fühle sich getäuscht, hatte ein Bürger in einem Beschwerdebrief geschrieben. Man sei von der Bauherrin nicht darüber informiert worden, dass Regeln des Plans nicht eingehalten werden sollten.

Für ein Vorgehen nach Plan sprach sich Bürgermeister Jürgen Eisen (CSU) aus. Jener sei „nagelneu“, ein Beschluss dagegen werde ein „Riesenfass“ aufmachen. Eisen: „Ich weiß nicht, ob das dann vor Gericht Bestand hat.“ Nachbarn müssten eben geschützt werden.

Nach einer halben Stunde herrscht Einvernehmen

„Gleiches Recht für alle“ forderte denn auch Rätin Helga Sonntag (ÖDP/AB/Grüne). Auch wenn sie sich mehr Mehrfamilienhäuser wünsche. Nach einer etwa halbstündigen Diskussion wurde der Antrag einstimmig abgelehnt. Keine verlorene Zeit, wie Batzner am Ende befand. Das habe gezeigt, dass man bei neuen Bebauungsplänen darüber diskutieren müsse. (caj)

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