1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Wildwuchs: Stadt will Krautgraben in Betlinshausen räumen

Illertissen

09.11.2018

Wildwuchs: Stadt will Krautgraben in Betlinshausen räumen

Copy%20of%20DSC_9371.tif
3 Bilder
Zugewuchert und bebaut: Das schürt Ärger im Krautgraben in Betlinshausen.
Bild: Regina Langhans

Die Stadt Illertissen ruft die Anlieger zur Ordnung. Andernfalls müssten Zäune und Hütten weichen. Darum ging es bei einer Bürgerversammlung.

Durch den Illertisser Ortsteil verläuft ein Graben – und der verwildert zusehens. Das ist den Verantwortlichen im Illertisser Rathaus ein Dorn im Auge, denn die öffentliche Fläche soll von den Anwohnern gepflegt werden. Im Gegenzug dürfen sie einen Teil des Bereichs nutzen. Das funktioniert aus Sicht von Bürgermeister Jürgen Eisen nicht zufriedenstellend: Davon sprach er in einer Bürgerversammlung in Betlinshausen vor etwa 50 Besuchern und brachte auch Sanktionen ins Spiel. Die Anlieger werden nun Post bekommen. Bei der Versammlung kamen weitere Themen zur Sprache – vor allem der Verkehr beschäftigte die Bürger. Sie beschwerten sich unter anderem über Temposünder und gefährliche Steine in Grünflächen. Hier ein Überblick.

Geld: Finanziell läuft es in Illertissen gut: Ende des vergangenen Jahres blieb ein Plus von 2,8 Millionen Euro in der Kasse, heuer soll eine Summe in gleicher Höhe in die Rücklagen fließen. Davon berichtete Kämmerer Markus Weiß. Anlass für zügellosen Optimismus sieht der Finanzexperte er nicht: Weil viel gebaut und viel investiert wird, sollen die Ersparnisse der Stadt laut Plan bis zum Jahr 2021 aufgebraucht sein. Weiß sprach auch über die Gerüchte von einem bevorstehenden Ende der Wachstumsphase. „Mal schauen, was da kommt.“

Krautgraben: Die Grünfläche durchmisst Betlinshausen von Norden nach Süden, im Jahr 2004 war eine Abmachung zwischen Stadt und Anliegern getroffen worden: Die Bürger können einen Teil der Fläche für sich nutzen, wenn sie im Gegenzug die Pflege übernehmen. Doch es gibt Probleme: Die Mitarbeiter des Bauhofs haben zusehens Mühe, das städtische Areal zu säubern. Im Graben würden Gartenabfälle entsorgt und es wucherten zudem Gestrüpp und kleinere Bäume. Man habe zwar die Aufgabe, den Graben freizuhalten, könne der aber nicht mehr ohne weiteres nachkommen, klagte Eisen in der Bürgerversammlung. Das wiederum liege daran, dass die Bürger Zäune und Hütten gebaut hätten. Diese müssten entfernt werden, falls die Pflege des Grabens durch die Privatleute nicht mehr gewährleistet sei. „Wir können nicht durch die Gärten gehen und das Zeug raus tragen, das geht nicht“, sagte Eisen. Die betreffenden Anlieger würden nun mit Briefen über die Situation informiert. Eisen: „Wenn das nicht hinhaut, muss alles zurückgebaut werden.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Wasserleitung: Mehr Druck in der Wasserleitung – das wünschen sich die Feuerwehrleute in Tiefenbach. Deshalb hat die Stadt begonnen, zu bauen: Der erste Schritt war eine zweite Wasserverbindung zwischen der Mozartstraße in Illertissen und der Friedrich-Silcher-Straße in Betlinshausen. Weshalb der Radweg in jenem Bereich im Sommer nicht habe benutzt werden können, sagte Bürgermeister Eisen. Eine Alternative habe es nicht gegeben.

Verkehr: Mehr Schilder und mehr Tempokontrollen: Das wünschte sich eine Anwohnerin in der Nordstraße. Die 30er-Zone werde von vielen Fahrern ignoriert, sagte die Frau und forderte ein Einschreiten der Stadt. Man werde die Beobachtung an die kommunale Verkehrsüberwachung (KVÜ) weitergeben, sagte Bürgermeister Eisen. Die Kontrolleure könnten allerdings nicht überall sein. Seitens der Stadt werde überlegt, eine „mobile Blitzeranlage“ zu kaufen, die allerdings „richtig viel Geld kostet“. Man wolle vor Ort zudem eine mobile Geschwindigkeitsanzeige installieren, die den Fahrern mit grünen und roten Smileys zeigt, ob sie mit dem erlaubten Tempo unterwegs sind. „Das funktioniert ganz gut“, sagte Eisen. Weitere 30er-Schilder will Eisen nicht aufhängen: „Wir wollen keinen Schilderwald.“

Durchfahrt: Eine Betlinshauserin bemängelte, dass der Fußweg von der Lindenstraße hin zum Neubaugebiet (früher ein Feldweg) inzwischen regelmäßig, aber illegal, von Autos befahren werde. Dazu sagte Klaus Herrmann vom Ordnungsamt, das Kennzeichen der betreffenden Fahrzeuge dürfe notiert, dann bei der Polizei eine Anzeige erstattet werden. Persönlich stoppen könnten Augenzeugen die Fahrer aber nicht: „Das darf nur die Polizei“, so Herrmann.

Gefahr: Unübersichtlich sei die Kreuzung von Johannes-Straße und „Im Oberfeld“, sagte eine andere Bürgerin. Dort befinde sich eine Hecke, zudem werde regelmäßig falsch geparkt, was den Verkehrsfluss behindere. Auch das werde man der KVÜ weitergeben, sagte Eisen.

Steine: Kritisch beäugt wurden die Steine, die in der Adele-Hartmann-Straße auf den Versickerungsflächen liegen. Sie könnten von Fahrern übersehen werden. Deshalb werden die Hindernisse vergrößert, so der Bürgermeister. Wichtig seien die Blockaden, um bei Regen den Abfluss des Wassers zu gewährleisten. Eisen: „Wenn wir keine Steine hinlegen, fahren sie uns die Sickerflächen zusammen.“

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
DSC_0113.JPG
Illertissen / Dietenheim

Prozess um Kraftwerk in der Iller: Gericht braucht Bedenkzeit

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen