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Betlinshausen

17.07.2014

„Wir haben unsere Berechtigung“

Seit drei Jahren besitzt auch die Betlinshauser Feuerwehr über ein modernes Einsatzfahrzeug. Das ist mit ein Grund, warum Kommandant Münzenrieder sagt, seine Wehr stehe so gut da wie nie. Es gebe überhaupt keinen Grund, auf sie zu verzichten.

Betlinshauser Kommandat beteuert: Der Stadtteil braucht seine Feuerwehr

Nein, prickelnd war das nicht, dass er in der Zeitung lesen musste, die Betlinshauser Feuerwehr sei überflüssig. Das gibt Kommandant Franz Münzenrieder zu. Die Einschätzung stammte vom Gutachter Thomas Keller, der für Illertissen den Feuerwehrbedarfsplan ausgearbeitet hat. Eigentlich werde die Wehr des Ortsteils nicht benötigt, weil die Feuerwehren aus Illertissen und Tiefenbach schnell genug zu Stelle seien, erklärte er Anfang des Monats dem Stadtrat. So ähnlich hatte sich Keller bereits im Herbst geäußert, was bei Münzenrieders Leuten nicht so gut ankam. Er musste dann erst einmal in einer Versammlung gegen die Verunsicherung der Truppe angehen. Nachdem Keller seine Aussage über Betlinshausen nun noch einmal wiederholt hatte, meldete sich in einem Brief an die IZ der Kulturringsvorsitzende Winfried Mayer zu Wort und brach eine Lanze für die Feuerwehr, die „ein fester Bestandteil im Ort und unverzichtbar“ sei. Diesen Zuspruch wiederum wusste Münzenrieder sehr zu schätzen, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung sagte. Durch die hochgekochte Diskussion sei der Zusammenhalt in seiner Wehr eher noch größer geworden: „Die Einsatzbereitschaft ist sehr hoch“, versicherte er, und: „Wir haben unsere Berechtigung.“ Das wird übrigens auch an höherer Stelle so gesehen.

Die Probleme bei der Betlinshauser Wehr sind nicht neu, deshalb macht Münzenrieder dem Gutachter keinen Vorwurf, wie er versichert. „Wir haben mit den Dingen schon ein ganze Weile zu kämpfen.“ So hatte etwa Mitte der 90er Jahre der damalige Kreisbrandrat Alfred Raible in einen Inspektionsbericht schon einmal vermerkt, der Bestand der Feuerwehr Betlinshausen sei gefährdet. Einige Jahre später rückte er von dieser Einschätzung wieder ab.

Eigentlich bräuchte die Wehr drei Löschgruppen zu je neun Mann, also 27 Feuerwehrleute. Derzeit zählt sie 20 Aktive – „das war schon weniger“ – und neun Jugendliche. Zwölf Atemschutzträger müsste Betlinshausen haben, doch die können Münzenrieder und seine Leute nicht aufbieten. Das wurde auch im Bedarfsplan als Manko festgehalten.

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Doch ansonsten habe die Wehr alles, was sie benötige, versichert der Kommandant, sie stehe eigentlich „so gut da wie nie“. Sie verfügt seit 2001 über ein vernünftiges, mit viel Eigenleistung erbautes Gerätehaus und seit drei Jahren über ein modernes Fahrzeug. Deshalb versichert Münzenrieder: „Unsere Situation war noch nie so gut.“

Aus seiner Sicht ist es dringend notwendig, die Feuerwehr im Dorf zu erhalten, weil die Mitglider wichtige Ortskenntnisse und eine entsprechende Schnelligkeit besitzen. Außerdem lasse sich Nachwuchs nur dann gewinnen, wenn es eine Feuerwehr vor Ort gebe. Zudem sei sie eine bedeutende Personal- und Einsatzreserve für andere Wehren, etwa bei Unwettern, wie sich erst im vergangenen Jahr wieder gezeigt habe. Dass es problematisch sei, tagsüber bei Alarmen genügend Leute zu mobilisiren, räumt Münzenrieder ein, denn die meisten schaffen auswärts, weil es im Dorf keine Arbeitsplätze gibt. „Aber das Problem haben andere Wehren auch“, weshalb seiner Ansicht nach über kurz oder lang an hauptamtlichen Feuerwehrleuten in der Stadt kein Weg vorbei führt.

Der Betlinshauser Kommandant bekommt für seine Ansichten Unterstützung von Kreisbrandrat Dr. Bernhard Schmid. Das Feuerwehrgesetz gebe für kleine Ortsfeuerwehren einen klaren Bestandsschutz, sagt er gegenüber unserer Zeitung. Die Stadt könnte als die Betlinshauser Wehr gar nicht auflösen, wenn sie das denn überhaupt wollte. Sie stelle eine wichtige Personalreserve dar, außerdem besitze sie die nötige Grundausrüstung. Da Betlinshausen nicht so oft alarmiert werde, hielten sich die Kosten für die Pflege des Materials in einem überschaubaren Bereich.

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