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Neu-Ulm

14.05.2018

Wo die Hot Dogs heiße Hunde heißen

Alex und Peter Neuner und Silke Fischer verkauften mit viel guter Laune ungewöhnliche Hot Dogs im Kuhstadl.
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Alex und Peter Neuner und Silke Fischer verkauften mit viel guter Laune ungewöhnliche Hot Dogs im Kuhstadl.
Bild: Dagmar Hub

Womit das „Street Food Festival“ in seiner vierten Ausgabe Anhänger des kreativen Imbisses in das Werk III nach Neu-Ulm lockt.

Burger – das ist ein Rinderhack im Labberbrötchen mit Soße, Fast Food für den schnellen Hunger. Aber Burger kann auch ganz, ganz anders sein: Ein Burger aus Wildfleisch schmeckt mit ein bisschen knackigem Salat so lecker und intensiv, dass man die Soße praktisch gar nicht braucht, demonstrierte André Flemming von der Wildmanufaktur Gosbach beim vierten Neu-Ulmer Street Food Festival, das am Wochenende im Passigatti-Werk stattfand und das zu einer kulinarischen Reise durch raffiniert verfeinertes Essen aus der Hand einlud.

Flemming und sein Stiefsohn Raffael hatten auch Rote und Currywurst im Angebot – aber auch die aus Fleisch vom Wildschwein, vom Hirsch und vom Reh. Der Selbsttest überzeugte rundum. Wie kommt man auf die Idee, Wildfleisch aus heimischer Jagd – das eigentlich recht teuer ist – in Fast Food zu verpacken? Verschiedene Beobachtungen brachten André Flemming auf die Idee. „Es kommt mehr Wildfleisch auf den Markt“, sagte Flemming. „Nicht deshalb, weil es mehr Wild auf der Schwäbischen Alb gäbe.“ Wildschweine vermehren sich zwar tatsächlich. „Aber inzwischen ist es leider so: Kaum wird irgendwo Wildverbiss entdeckt, heißt es, es gebe zu viele Rehe, und es soll abgeschossen werden.“ Flemming lobte das kalorienarme Wildfleisch: Die Tiere fressen das, was die Natur anbietet, und kommen nicht mit Antibiotika in Berührung. Die Qual des Schlachthofes bleibt ihnen erspart. „Sie leben hoffentlich glücklich bis zum Schuss, der ein schneller Tod ist.“ Er stelle auch fest, dass gerade Allergiker gern auch zum Fleisch von Wildtieren greifen.

Wer zwischen den Ständen bummelte, entdeckte eine kunterbunte Vielfalt an Appetitlichem: Kässpätzle neben Falafel, indischen Currys und Würstchen verschiedenster Art (auch vegan) zum Selbstkombinieren mit Zutaten von Jalapeno bis Parmesan – in der Brottüte. Nicht Hot Dogs, sondern „heiße Hunde“ verkauften Ruth und Alex Neuner und Silke und Uwe Fischer mit viel guter Laune an ihrem „Kuhstadl“. Bei ihnen besteht der „heiße Hund“ nicht aus einem mickrigen Würstchen im eintönigen Brötchen, zeigte Silke Fischer: „Unsere Dinkel-Semmeln schmecken kräftig und kommen von einem heimischen Bäcker. Zur knackigen großen Wurst kommen zum Beispiel Bacon und Bergkäse.“ Wer richtig Hunger hatte, konnte dazu noch Chili-Kartoffelchips genießen – und sich Durst holen.

Italienische Kochkunst, wie sie im Land von Pizza und Pasta nur in teureren Restaurants am Tisch zelebriert wird, holte Giuseppe Petralia aus Kempten auf das Street Food Festival: Er, der das Ambiente des Neu-Ulmer Festivals besonders lobte, wollte zeigen, dass Pasta erlesen und so ganz anders sein kann als Spaghetti Bolognese. Vor einem Jahr kam er auf die Idee, „L´arte della pasta“, die Kunst der Nudelzubereitung, auf verschiedenen Märkten in die Öffentlichkeit zu bringen. Vor Giuseppe Petralia, dessen Familie einst aus dem sizilianischen Catania nach Bayern kam, lag ein halbierter Parmesankäse. 42 Kilo wogen die beiden Hälften zusammen. Petralia brach Käse aus der Mitte heraus und schaffte so eine Art Schüssel, in der er frische Pasta mit Soßen mischte. Die Probierwütigen in Neu-Ulm hatten die Wahl zwischen einer Weiße-Trüffel-Sauce und natürlich cremiger Parmesansauce, hergestellt direkt aus dem Käse selbst. „Die Käse-Schüssel macht den Geschmack der frischen Pasta unvergleichlich“, schwärmte Petralia. Welche von seinen Soßen er selbst bevorzugt? Petralia tat sich schwer mit der Frage. Aber etwas Trüffelgeschmack hat auch für den italienischen Gourmet noch den Hauch des Besonderen.

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