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Illertissen

15.01.2020

Wo die Sparkasse in Illertissen Wohnungen baut

Die Ulrichstraße gehört mit ihren leer stehenden Häusern nicht gerade zur Sonnenseite der Stadt Illertissen. Dort, wo das Elternhaus des Sparkassen-Chefs steht, will die Bank zwei neue Mehrfamilienhäuser hochziehen.
Bild: Wilhelm Schmid

Plus Das Geldinstitut verfolgt ein neues Geschäftsmodell und will in der Illertisser Ulrichstraße zwei Mehrfamilienhäuser errichten. Dort steht das Elternhaus des Bank-Chefs.

Bezahlbare Mietwohnungen sind in Illertissen Mangelware. Das soll sich in nächster Zeit zumindest ein Stück weit ändern – und das hat ganz maßgeblich mit einer neuen Geschäftsstrategie der Sparkasse Neu-Ulm-Illertissen zu tun. Die will sich in diesem Bereich stärker engagieren und in der Ulrichstraße Flagge zeigen. Allerdings hat sie in unmittelbarer Nachbarschaft noch deutlich Größeres vor. Apropos Bauen: Seit Wochen wabert durch die Stadt ein Gerücht, das mit einem der markantesten Bauwerke im Zentrum zu tun hat.

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Sparkasse will 20 Wohnungen

Die andauernde Niedrigzinsphase macht den Banken zu schaffen, deshalb betritt die Sparkasse Neu-Ulm-Illertissen Neuland: Sie steigt in den Wohnungsbau ein. Doch die fertigen Gebäude werden nicht etwa verkauft, sondern vermietet, um sich so dauerhafte Einnahmen zu verschaffen. Einen ersten Versuchsballon hat sie in Illertissen bereits gestartet und in der Straße Zum Bildstöckle ein kleineres Wohnhaus hochgezogen. Demnächst steigt sie größer ein: In der Ulrichstraße, in der einiges leer steht, will sie zwei Mehrfamilienhäuser bauen, in denen Platz für insgesamt 20 Wohnungen ist. Eineinhalb tausend Quadratmeter soll das betreffende Grundstück umfassen. Dass sich das Geldhaus ausgerechnet dort engagiert, hat sehr viel mit der Familiengeschichte von Sparkassenvorstand Armin Brugger zu tun.

Wohnungen zu günstigen Konditionen

Dort an der Ulrichstraße steht sein Elternhaus. Sein Vater Emil Brugger war einst Chef der Sparkasse Illertissen. Nunmehr ist das Bauwerk nicht mehr bewohnt, es befand sich zuletzt im Besitz einer Erbengemeinschaft, zu der auch Armin Brugger gehörte. Wie er im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigte, sei das Anwesen an die Sparkasse verkauft worden, um es „vernünftig zu verwerten“, wie er betont, nicht zum Zwecke der Gewinnmaximierung. Mit den geplanten Mehrfamilienhäusern sei eine Lösung gefunden worden, die er „als Bürger der Stadt“ sehr gut findet, denn hier bestehe ein echter Bedarf an Mietwohnungen zu „vernünftigen Konditionen“.

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In diesem Sinne äußert sich auch Oliver Haecker, der seit August vergangenen Jahres Mitglied des Sparkassenvorstands ist und in dessen Zuständigkeit das Illertisser Bauprojekt fällt. Es gehe darum, erschwinglichen Wohnraum zu schaffen, denn der sei in Illertissen rar. Ziel sei es, ein Portfolio an entsprechenden Grundstücke zu kaufen, sie zu bebauen und die Wohnungen zu vermieten. Für das Vorhaben in der Ulrichstraße fehle allerdings noch die entsprechende Genehmigung. Wenn die „zeitnah“ vorliege, dann könnten die beiden Gebäude im nächsten Jahr hochgezogen werden.

Stadt macht den Weg für Wohnungen wohl bald frei

Was noch fehlt, ist in diesem Bereich ein gültiger Bebauungsplan. Den hat die Stadt zwar bereits im vergangenen Jahr aufgestellt, allerdings ist er noch nicht verabschiedet, wie Hochbauamtsleiter Florian Schilling erläutert. Im Februar steht das Thema auf der Tagesordnung des Bauausschusses, dann soll der Satzungsbeschluss gefällt werden, sofern bis dahin noch „einige Kleinigkeiten“ geklärt sind. Dann könnte die Sparkasse ihren Bauantrag einreichen. Wenn sich der Architekt der Bank an sämtliche Vorschriften des Bebauungsplans hält, könnte rasch die Genehmigung zeitnah werden. Es gab bereits mehrere Besprechungstermine zwischen dem Sparkassen-Architekten und der Bauverwaltung. Schilling zeigte sich froh, dass die Bank beim Mietwohnungsbau die Initiative ergreife, denn der Nachfragedruck in der Stadt sei schon sehr groß.

Wohnungen im größeren Stil

Wie Armin Brugger bestätigte, will die Bank auch an ihrem Hauptstandort in der Hauptstraße in größerem Stil Wohnungen schaffen. Allerdings könne er darüber noch nicht mehr sagen, erst müssten noch alle Möglichkeiten für eine Konzeption ausgelotet werden.

Unmittelbar gegenüber auf der anderen Straßenseite soll sich gerüchtweise ebenfalls etwas tun. Angeblich sei das Anwesen der Familie Schwegler an der Hirschkreuzung verkauft worden. Der letzte Erbe der traditionsreichen Immobilie, Richard Schwegler, habe das markante Haus veräußert. Das kann Gerhard Steinle, in der Stadtverwaltung unter anderem zuständig für den Grunderwerb, nicht bestätigen. Da die Kommune dort ein Vorkaufsrecht besitzt, hätte er von Amts wegen davon erfahren, denn in solch einem Fall muss die Stadt schriftlich über einen Verkauf informiert werden, damit sie gegebenenfalls einschreiten und das Objekt selber erwerben kann. Es hat wohl bereits mehrere Versuche gegeben, die Immobilie zu veräußern, doch das scheiterte dem Vernehmen nach an den Preisvorstellungen.



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