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Vöhringen

16.01.2019

Wo ist Raum für Vöhringer Kinder?

In Vöhringen sind Betreuungsplätze für Kinder rar.
Bild: Monika Skolimowska, dpa (Symbol)

Der Bedarf an Betreuungsplätzen steigt in der Kommune. Die Stadt hat aber schon Alternativen im Blick.

Dass die Kindergärten in Vöhringen aus allen Nähten platzen, ist längst bekannt. Auf lange Sicht ist deshalb in der Illerstadt ein neuer Kindergarten geplant (wir berichteten), denn schon jetzt stehen einige Buben und Mädchen auf der Warteliste so mancher Einrichtung. Doch bis es soweit ist, müssen alternative Betreuungsmöglichkeiten geschaffen werden, die parallel zu den Kindergärten angeboten werden können. Wie diese aussehen könnten, darüber haben die Mitglieder des Haupt- und Umweltausschusses am Montagabend diskutiert. Mit am Tisch saßen auch Simone Gottwald-Blaser, die für die Kindertagespflege im Landkreis Neu-Ulm zuständig ist, und Lothar Girrbach von der Jugendhilfeplanung des Landkreises.

Girrbach verdeutlichte den Ernst der Lage mithilfe verschiedener Prognosen. Die Tendenz: Die Bevölkerung in Vöhringen wird wachsen, die bisherigen Betreuungsplätzen würden dann bei Weitem nicht mehr ausreichen. „Bei den Kindern zwischen sechs und zehn Jahren, im Schulkindbereich, da können Sie noch aufatmen“, sagte Girrbach an die Mitglieder des Ausschusses gewandt. Aber bei den Kleineren bis zum sechsten Lebensjahr bestehe dringender Handlungsbedarf. Generell steige der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren. Aus einem einfachen Grund, wie der Leiter des Jugendamts verdeutlichte: Viele Arbeitgeber verlangten heutzutage, dass die Arbeitnehmer möglichst schnell wieder in ihren Beruf zurückkehren, nachdem sie Kinder bekommen haben. Je früher die frischgebackenen Eltern wieder ihren beruflichen Tätigkeiten nachgehen können, desto besser sei es für den Arbeitgeber.

Betreuung: Großtagespflege im Knaur-Haus

Und genau an dieser Stelle kommen alternative Betreuungsmöglichkeiten ins Spiel, die es neben den herkömmlichen Konzepten, wie Kindertagesstätte oder Krippe, gibt. Simone Gottwald-Blaser ist Ansprechpartnerin für Interessierte, die Tagesmutter oder -vater werden wollen. Laut ihr sind Tagesmütter und -väter eine gesetzlich anerkannte Betreuungsform für Buben und Mädchen, gleichrangig mit der Kindertagespflege oder der Krippe. Im ganzen Landkreis gebe es derzeit 50 Tagesmütter und keine -väter, in Vöhringen arbeiten zwei Tagesmütter. Ganz neu hinzukomme demnächst eine Betreuerin aus Illerberg. Die Frauen seien in den meisten Fällen auf selbstständiger Basis tätig und würden sich in ihren Häusern um die Kinder kümmern. Tagesmütter könnten sich aber auch zu einem Verbund zusammenschließen und eine sogenannte Großtagespflege in angemieteten Räumen anbieten, sagte die Expertin. Bis zu zehn Kinder würden dann von zwei bis drei Personen betreut werden, erklärte die Mitarbeiterin des Landratsamtes. Dieses Konzept soll es in Zukunft auch in Vöhringen geben – im sogenannten Knaur-Haus.

Knaur-Haus: Expertin sieht Vorteile für die Stadt

Die Idee ist nicht neu, wurde nun aber konkretisiert. So nannte Gottwald-Blaser die Vorteile für die Stadt, wie einen überschaubaren Aufwand, die Abwicklung der Geschäfte laufe schließlich über das Jugendamt. Dadurch, dass es sich um „keine Einrichtung“ an sich handele, gebe es ohnehin weniger Auflagen. Und: „Die Großtagespflege steht nicht in Konkurrenz mit anderen Einrichtungen.“ Das Konzept sei ebenso wenig eine „Krippe-Light“, betonte sie. Die Kosten für einen Vollzeitplatz in so einer Großtagespflege lägen bei etwa 265 Euro. Die Expertin versicherte aber, dass sich jede Familie Kinderbetreuung leisten können soll und es auch Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung gebe.

SPD-Rat Volker Barth zeigte sich begeistert von der Großtagespflege. „Ich finde das hervorragend.“ Dennoch: Alle Fragen konnten noch nicht geklärt werden. Wie etwa die Frage nach der Miete im Knaur-Haus.

Genauso unklar sei, ob und wie das Knaur-Haus dann vonseiten der Verwaltungsmitarbeiter genutzt werden könne, sagte Hauptamtsleiter Jürgen Herzog auf Nachfrage. Ursprünglich hätten Mitarbeiter des Kulturamtes in dem Haus unterkommen sollen, weil auch das Rathaus an seine Kapazitätsgrenzen stößt : Raumnot im Rathaus

Eine Entscheidung wurde deswegen im Hauptausschuss noch nicht gefällt, das Thema soll im Stadtrat besprochen werden.

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