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Musik & Lyrik

16.05.2015

Wo warst Du, Gott?

Isolde und Peter Gatty trugen beim Themenabend „Du trinkst den süßen-bitteren Honig“ in der Reihe Musik & Lyrik im evangelischen Klepperhaus Gedichte und die Biografie der Jüdin Rose Ausländer vor. Thomas Blersch-Rieder (nicht im Bild) lieferte auf dem Akkordeon die Musik dazu.
Bild: Gabriele Gürntke

Gedichte der jüdischen Autorin Rose Ausländer im Klepperhaus

„Süße kann bitter sein.“ Mit diesen Worten hieß Pfarrerin Susanne Scharrer im Jochen-Klepper-Haus zu dem Themenabend „Du trinkst den süßen-bitteren Honig“ willkommen. Dieses Mal trugen in der Reihe Musik & Lyrik Peter und Isolde Gatty aus Ulm Gedichte der jüdischen Autorin Rose Ausländer vor. Dabei verkörperte Isolde Gatty die Stimme der Autorin, während Peter Gatty immer wieder Auszüge aus der Biografie einfließen ließ.

Die Zuhörer wurden auf diese Weise Zeugen, wie sich die Erlebnisse der Autorin in Gedichten niederschlugen. Unter die Haut gingen die Ereignisse um die Judenverfolgung während des Dritten Reiches: „Es war eine unendliche Sonnenfinsternis“, schreibt Rose Ausländer, die als Jüdin Ghetto und Arbeitslager überlebt hatte. Ihrer frommen Tante, die immerzu betete und an Gerechtigkeit glaubte, war das Glück nicht hold. Sie erfror nach vielen Hungermarschtagen in eisiger Kälte. Und Rose Ausländer fragt sich an Gott gewandt: „Wo warst du damals? Wo war dein Wunder?“

Nach den einzelnen Abschnitten spielte Thomas Blersch-Rieder aus Ulm ein Stück mit dem Akkordeon, wodurch die Zuhörer noch einmal Gelegenheit bekamen, das Gehörte nachwirken zu lassen. Das feinsinnig zusammengestellte Konzept ging auf. Isolde Gatty hatte die Veranstaltung mit den Worten eingeleitet: „Lyrik, die was zu sagen hat.“ Dem stimmten auch die Besucher zu, die zum Schluss begeistert Beifall klatschten. Besonderes Lob bekam die Stimmigkeit zwischen Musik und Zusammenschau von Biografie und Gedichten. Als kleines Dankeschön überreichte Pfarrerin Scharrer den drei Künstlern Tee und ein Glas Honig.

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