Newsticker

Bundesregierung erklärt fast ganz Österreich und Italien zu Risikogebieten
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Wohnhaus in Altenstadt wird Asylunterkunft

09.05.2015

Wohnhaus in Altenstadt wird Asylunterkunft

Anwohner äußern Bedenken

Bis zu 19 Asylbewerber sollen in der kommenden Woche Unterkunft in Altenstadt finden. Das teilte das Landratsamt gestern auf Anfrage unserer Zeitung mit. Vorübergehendes Domizil für die Flüchtlinge ist ein Wohnhaus im Südwesten der Gemeinde, das der Landkreis erst vor wenigen Tagen von einem Privateigentümer als Asylunterkunft angemietet habe. Da sich das Haus inmitten einer Wohnsiedlung befindet, regen sich bei einigen Anwohnern allerdings schon jetzt die ersten Bedenken. Sie fürchten, dass zu viele, vor allem männliche Asylbewerber das Wohnhaus beziehen könnten – und kritisieren, nicht früh genug, aber vor allem: nicht ausreichend vom Landratsamt über das Vorhaben informiert gewesen zu sein.

Mit einem einfachen Infoblatt habe man am Donnerstag lediglich die unmittelbaren Nachbarn über den Einzug der Asylbewerber benachrichtigt, beschwerte sich ein Anwohner. Zu diesem Zeitpunkt seien bereits die ersten Kühlschränke und Matratzen ins Haus gebracht worden. „Wenn hier wirklich so viele Flüchtlinge einziehen, betrifft das doch das ganze Wohngebiet, nicht nur die Nachbarn“, so der Anwohner weiter. Auch die Frage, ob ein laut Bebauungsplan als reines Wohnhaus ausgewiesenes Gebäude überhaupt als Asylunterkunft genutzt werden dürfe, wurde laut.

Für Martin Mommers vom Landratsamt Neu-Ulm sind solche Bedenken nicht neu. Erst vor wenigen Wochen sorgte etwa in Vöhringen die Nutzung eines Wohnhauses als Asylunterkunft für Proteste bei einigen Bürgern (wir berichteten). „Wir können die Bedenken der Anwohner teilweise auch verstehen“, so Mommers. Dennoch sei das Landratsamt momentan auf jede sich bietende Unterkunft angewiesen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Bis zu 30 Flüchtlinge kommen pro Woche in den Landkreis

25 bis 30 Flüchtlinge würden dem Landkreis derzeit pro Woche zur Unterbringung zugewiesen. „Bevor wir Turnhallen als Unterkünfte nutzen, greifen wir lieber auf andere Alternativen zurück.“ Und von Letzteren gebe es eben nicht sonderlich viele. „Uns bleibt keine andere Wahl“, sagt Mommers.

Ob Familien oder Einzelpersonen in Altenstadt untergebracht werden, sei noch unklar. Auch wie viele Flüchtlinge tatsächlich im Mehrfamilienhaus wohnen sollen, stehe noch nicht fest. Derzeit leben in der Marktgemeinde zwei syrische Familien mit insgesamt sechs Kindern.

Dass ein Wohnhaus als Asylunterkunft genutzt wird, sei laut Mommers aber unproblematisch. „Das Haus wird ganz normal vom Eigentümer an uns vermietet. Wer darin wohnt, ist letztendlich egal.“ (mash)

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren