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Kellmünz

18.11.2017

Wohnungen am Baggersee

Überraschende Neuigkeit bei der Bürgerversammlung: Auf dem Gelände des ehemaligen Kieswerks in Kellmünz sollen in unmittelbarer Nähe zum Baggersee ein Wohngebiet und eine Ferienhaussiedlung entstehen.

Rathauschef Michael Obst hat eine große Überraschung für die Kellmünzer parat: Gleich zwei neue Baugebiete sind geplant.

Im Ort wird demnächst wohl kräftig gebaut: Das war in einer Bürgerversammlung zu erfahren, die von knapp 90 Kellmünzern besucht wurde. Bürgermeister Michael Obst berichtete von neuen Plänen im Bereich des Bahnhofgeländes und des Geländeareals „Am Seefeld“. Hier ein Überblick.

Baugebiete: Generell sei eine rege Nachfrage nach Baugrundstücken vorhanden, sagte der Rathauschef. Die vier Bauplätze am Kastanienweg seien schnell vergeben gewesen. Laut Obst gab es mehr Bewerber als Areale. Es sei schwierig, Grundstücksbesitzer zum Verkauf von potenziellen Bauflächen zu bewegen. Nun tun sich allerdings zwei Optionen auf, mit denen nicht unbedingt zu rechnen war. Auf dem Bahnhofsgelände sollen direkt neben einer Garagenanlage zwei Wohnblocks entstehen. Die dort befindliche Sauter-Halle soll abgerissen werden. Das rund 4000 Quadratmeter große Grundstück befindet sich an der Bahnlinie. Obst wies darauf hin, dass es noch vor Jahren kaum möglich gewesen sei, Grundstücke in einer solchen Lage für Wohnbebauung zu nutzen. Bei der momentan hohen Nachfrage nach Wohnraum sei dies aber praktikabel. Das Grundstück ist bereits verkauft, hieß es.

Da sich die Baufläche innerorts befindet, ist kein Bebauungsplan erforderlich. Entstehen sollen zwei Wohnblocks mit insgesamt etwa 20 Wohnungen. Der Bürgermeister fügte an, dass Miet- und Eigentumswohnungen geschaffen werden sollen.

Wohnungen sollen auch direkt am Kellmünzer Baggersee entstehen. Das Gelände des alten Kieswerks gehört einem neuen Besitzer. Die Gebäude sollen komplett abgerissen werden. Im Bereich „Am Seefeld“ sollen dann zwei Projekte verwirklicht werden. Einerseits soll ein Areal mit rund 30 Bauplätzen für Wohnbebauung geschaffen werden, und andererseits ist ein Bereich mit 30 Bauparzellen für eine Ferienhaussiedlung vorgesehen. Die Vermessung ist nach Angaben des Bürgermeisters bereits abgeschlossen. Der nächste Schritt sei die Baugrunduntersuchung.

Friedhofsmauer: Ein dringendes Vorhaben sei außerdem die Sanierung der Friedhofsmauer, die in einem maroden Zustand ist. Zudem sollen Finanzmittel für die Sanierung der Aussegnungshalle und den Bau einer Toilette in den Haushalt 2018 eingestellt werden.

Illertalstraße: Mit dem Ausbau der Illertalstraße (Staatsstraße 1299) soll 2019 begonnen werden. Vermessung und Vorplanung sind abgeschlossen, sagte Obst. Die Bauzeit soll ein Jahr betragen. Einen Gehweg wird es vermutlich nur auf einer Seite geben. Die Kosten für die Gemeinde sollen sich auf rund 250000 Euro belaufen.

TSV-Halle: Mit dem Bau der TSV-Mehrzweckhalle könnte es im Idealfall bereits im zweiten Halbjahr 2018 losgehen, ein Jahr soll an der Halle gebaut werden. Die Kostenschätzung liegt derzeit bei 1,55 Millionen Euro. „Das ist für Kellmünz ein großes Projekt, aber umso wichtiger“, so Obst.

Kirchenmauer: Die Kirchenmauer soll im nächsten Jahr renoviert werden. Die Baugenehmigung sei bereits erteilt, sagte der Bürgermeister. Die Bauherrenschaft übernimmt der Markt Kellmünz. Dies sichere einen Zuschuss aus Mitteln des Dorferneuerungsprogramms in Höhe von 110000 Euro. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 330000 Euro.

Gewerbegebiet: Im neuen Gewerbegebiet Kälberweide seien alle Baugrundstücke bereits vergeben, hieß es bei der Bürgerversammlung. Und eine Erweiterung steht bereits an: Hierfür konnte die Gemeinde rund 17000 Quadratmeter Grund erwerben.

Dorfladen: Der Dorfladen ist laut Bürgermeister bis jetzt eine Erfolgsgeschichte. Der Durchschnittsumsatz habe im Jahr 2016 bei rund 8000 Euro pro Woche gelegen. Insgesamt haben sich 234 Anteilseigner an diesem Geschäft beteiligt. Im vergangenen Jahr seien pro Tag im Schnitt 144 Bons ausgestellt worden.

Bürgeranfragen: Bei den Bürgeranfragen stand die Illertalstraße im Mittelpunkt. Herbert Hempfer beantragte, dass in großen Bereichen der Straße eine Tempo-30-Zone ausgewiesen werden soll. Die durchfahrenden Lastwagen führten zu erheblichen Lärm. Bürgermeister Obst sagte, er könne wenig Hoffnung machen, da es sich um eine Staatsstraße handelt. Man habe einen Anlauf unternommen, aber die „kalte Schulter“ gezeigt bekommen. Ein Vorteil der Staatsstraße sei, dass die Straßenbaulast nicht beim Markt liege und die Kommune somit für den Ausbau nicht bezahlen muss. Der Nachteil bestehe darin, dass die Marktgemeinde keinen Zugriff auf die Illertalstraße habe.

Joachim Wrobel bemängelte, dass der Grüngutcontainer am Wertstoffhof zu hoch und deshalb zu schwer zu befüllen sei. Obst sagte, dass die Situation nicht einfach sei und dass man sich darum kümmern werde. Den Container einfach einzugraben beziehungsweise tiefer zu setzen sei wegen der Zugänglichkeit bei der Entleerung nicht möglich.

Gerd Kunze fragte nach, woher der Marktgemeinderat die Zuversicht nehme, dass sich durch die Gewerbeansiedlungen im neuen Gewerbegebiet Kälberweide die Steuereinnahmen signifikant erhöhen werden. Der Bürgermeister hatte schon während seines Rechenschaftsberichts betont, dass die Gewerbesteuereinnahmen sehr stark schwanken und sich eher auf niedrigem Niveau eingependelt haben. Die Gewerbesteuer liege vom Betrag her gesehen weit unter den Einnahmen aus der Einkommenssteuerbeteiligung. Bürgermeister Obst meinte dazu, dass man sich durch das neue Gewerbegebiet und einen Brachenmix breiter und stabiler aufstellen wolle. Letztlich habe man mit der Kälberweide den Ansatz verfolgt, heimischen Betrieben eine Weiterentwicklungsperspektive zu bieten und neues Gewerbe anzusiedeln.

Udo Wolf fragte, ob man im Zuge des geplanten Baugebiets „Am Seefeld“ auch eine Gasleitung in die Illerau verlegen kann. Obst antwortete, dass es hierfür nun der richtige Zeitpunkt sei. Da gerade der Bahnübergang am Steinweg umgebaut wird, soll die Leitung gleich unter dem Bahngleis hindurch verlegt werden. Leider sei es so, dass hierfür nur ein Angebot in Höhe von rund 25000 Euro vorliegt. Über einen so hohen Betrag sei er etwas erschrocken. Das Vorhaben werde aber weiterverfolgt. Thema war auch, dass das geplante Baugebiet „Seefeld“ in einem von Hochwasser bedrohten Bereich liegt. Der Bürgermeister bestätigte dies und sagte, dass man deswegen bauliche Maßnahmen treffen müsse. Dies könne beispielsweise durch eine Geländeauffüllung geschehen.

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