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Feuerwehrgerätehaus

28.02.2015

Zahlen, bitte!

Keine einladende Gegend: der Platz zwischen Rathaus und Feuerwehrgerätehaus. Falls es nach den Plänen von Ansgar Bauer erweitert würde, soll das Areal neu und parkähnlich gestaltet werden.
Bild: Ronald Hinzpeter

Stadtrat will Gutachten in Auftrag geben: Ist die Erweiterung besser als ein Neubau?

Nein, der Platz zwischen Rathaus und Feuerwehr ist alles andere als einladend: ein paar Bäume, viel Asphalt, Kies und Blech. Etwas zum Parken, aber gewiss kein Park. Ansgar Bauer ( Freie Wähler) nannte ihn in der jüngsten Stadtratssitzung gar „eine Krankheit“. Die will er kurieren, was sozusagen ein positiver Nebeneffekt seines Vorschlags wäre, das Gerätehaus mit zwei Anbauten zu vergrößern. Bekanntlich hat er eine entsprechende Skizze vorgelegt. Zu diesem Erweiterungsplan gehört auch eine komplette Neugestaltung des Parklatzes beim Gerätehaus – eine „Aufwertung“, wie der FW-Mann sagt. Ob es so weit kommt, wird wohl zu einem späteren Zeitpunkt des Jahres entschieden. Zunächst hat der Stadtrat beschlossen, Gutachten in Auftrag zu geben, mit denen festgestellt wird, was es kostet, Bauers Vorschlag zu verwirklichen – und wie teuer dagegen ein kompletter Neubau beim Autohaus Rogg an der Unterrother Straße käme.

Bisher geistern nur vage Zahlen durch den Raum. Bauer schätzt, ein Umbau nach seinen Vorstellungen schlage sich mit 1,8 Millionen Euro nieder, allerdings ist dabei der finanzielle Aufwand für eine Sanierung des 30 Jahre alten bestehenden Gebäudes noch nicht berücksichtigt. Erste Schätzungen für einen Neubau gehen von rund sechs Millionen Euro aus. Bauer fürchtet eine mögliche Kostenexplosion, wie er sagte. Er vertritt die Ansicht, ein Feuerwehrgerätehaus gehöre einfach zum Ratsgebäude dazu.

Unterstützung bekam er aus seiner Fraktion. So sagte Ansgar Batzner, die Stadt müsse mit den ihr anvertrauten Geldern der Bürger sorgsam umgehen. Seiner Schätzung nach könnte die Neubaulösung bei neun oder zehn Millionen landen, denn das alte Haus müsse schließlich für eine weitere Nutzung umgebaut werden. Gleichzeitig beteuerte er, bei beiden Varianten dürften keinerlei Abstriche gemacht werden: „Es muss alles realisiert werden, was für die Feuerwehr notwendig ist.“ Ebenso wie Batzner fand es sein Fraktionskollege Andreas Lanwehr unerheblich, ob sich die Lösung des Feuerwehr-Platzproblems um ein paar weitere Monate verzögert. Er hielt den angestammten Standort ebenfalls für ideal. Mit einer Umgestaltung der Stellflächen könne eine „parkähnliche Situation“ entstehen.

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Andere Redner machten fraktionsübergreifend klar, dass nun langsam das Ende des Fahnenmastes erreicht sei, denn immerhin wird über die Erweiterung bereits seit Jahren diskutiert. „Es geht immer wieder hin und her“, klagte Andreas Fleischer (SPD), „wir müssen auch endlich mal in die Pötte kommen und entscheiden.“ Wilhelm Fischer (CSU) merkte an, er bewundere den Kommandanten Erik Riedel, der in all den Diskussionen standhalten müsse. Doch langsam verliere die Feuerwehr die Geduld. Deshalb forderte er: „Irgendwann muss ein Knopf an die Sache gemacht werden. Dann muss man entscheiden und loslegen.“ Sarkastisch merkte er zur Preis-Frage an: „Wenn wir nichts machen würden, dann würde es gar nichts kosten.“

Kommandant Riedel beteuerte, das jetzige aufwendige Raumprogramm sei nicht „einem Wunschkonzert“ der Feuerwehr entsprungen, sondern auf der Grundlage des Feuerwehrgesetzes und des Bedarfsplanes entstanden. Die Struktur Illertissens mit seiner Lage an der Autobahn sowie den vielen unterschiedlichen Unternehmen erfordere ein umfangreich ausgestattetes Löschwesen. Das müsse auch zukunftsgerecht sei. So benötige die Wehr etwa einen abgeschrankten Alarmparkplatz. Der vorhandene sei einfach viel zu oft zugeparkt.

Auch wenn die Kosten für ein erneutes Gutachten noch nicht auf dem Tisch liegen, so verteidigte Bürgermeister Jürgen Eisen die Entscheidung, den Bauer-Vorschlag auf seine Machbarkeit hin untersuchen zu lassen: „Wenn alle Zahlen auf dem Tisch sind, fällt es leichter, zu entscheiden. Noch fehlten ja die Kosten für die Altbausanierung. Bisher stochern wir im Dunkeln herum.“ In einer ersten Stellungnahme hat das Ingenieurbüro für Brandschutztechnik und Gefahrenabwehrplanung zum Bauer-Vorschlag festgestellt: „Es ist nicht unmöglich, das so zu machen.“ So formulierte es Hochbauamtschef Manfred Norrenbrock.

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