Newsticker

Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Zauneidechsen könnten die Kraftwerkspläne an der Iller stoppen

Illertissen

14.11.2018

Zauneidechsen könnten die Kraftwerkspläne an der Iller stoppen

Am Mittwoch geht es im Streit um die Iller zur Sache: Das Verwaltungsgericht in Sigmaringen verhandelt die Klage gegen den geplanten Bau eines Schachtkraftwerks in ein Wehr bei Dietenheim. Die Umweltschützer setzen argumentativ auf die Zauneidechse. 
2 Bilder
Am Mittwoch geht es im Streit um die Iller zur Sache: Das Verwaltungsgericht in Sigmaringen verhandelt die Klage gegen den geplanten Bau eines Schachtkraftwerks in ein Wehr bei Dietenheim. Die Umweltschützer setzen argumentativ auf die Zauneidechse. 
Bild: E. Mayerhofer-Winkler (Symbol)

Vor Gericht geht es um die Klage gegen das Projekt bei Dietenheim. Naturschützer setzen auf neue Argumente. Eines davon kann krabbeln.  

Am Mittwoch geht es im Streit um die Iller zur Sache: Das Verwaltungsgericht in Sigmaringen verhandelt die Klage gegen den geplanten Bau eines Schachtkraftwerks in ein Wehr bei Dietenheim. Der Konflikt schwelt seit Jahren, Gegner und Befürworter haben sich viele Debatten geliefert. Entsprechend umfangreich ist die Aktenlage: Die mit der Sache betraute Kammer rechnet damit, dass „mindestens der gesamte Vormittag zur Verhandlung benötigt wird, womöglich aber auch noch der Nachmittag“, teilt Sprecher Albrecht Mors auf Anfrage mit. Ob das Kraftwerk wie vorgesehen (und genehmigt) gebaut werden kann, will das Gericht wohl erst am Donnerstag bekannt gegeben, heißt es weiter. (Lesen Sie dazu auch: Streit um Kraftwerk in der Iller: Fällt jetzt die Entscheidung?)

Bund Naturschutz Bayern reicht Klage gegen Baden-Württemberg ein

Wie berichtet, hat der Bund Naturschutz in Bayern gegen das Land Baden-Württemberg geklagt, in diesem Fall vertreten durch das Landratsamt des Alb-Donau-Kreises in Ulm. Die Behörde hatte die „wasserrechtliche Bewilligung“ für das Kraftwerk erteilt. Die Gerichtsentscheidung wird nun mit Spannung erwartet: Die Beschwerde gegen die Baugenehmigung (im Eilverfahren) war im vergangenen Jahr abgewiesen worden.

Kraftwerk bei Dietenheim: Behörde in Ulm hätte genauer prüfen müssen

Doch die Naturschützer haben argumentativ nachgelegt, sagt Bernd Kurus-Nägele, der Geschäftsführer des Bund Naturschutzes im Kreis Neu-Ulm. Er wird heute in Sigmaringen im Gerichtssaal sitzen und erwartet, dass die Positionen dort ausführlich dargelegt werden. Aus Sicht der Umweltschützer hätte der Erlaubnis durch das Landratsamt eine so genannte Umweltverträglichkeitsprüfung voraus gehen müssen. Die sei aber nicht erfolgt. Deswegen hätte eine Studie belegen müssen, dass von dem Bau keine Einschränkungen für die Umwelt zu erwarten sind. Hier fehle ein lückenloser Beweis, sagt Kurus-Nägele. Die Umweltschützer hätten nachgewiesen, dass in dem Areal Zauneidechsen lebten. Das sei weder vom Bauherrn noch von der Behörde näher untersucht worden. Die Genehmigung sei daher falsch gewesen.

Der Münchner Projektbetreiber sagt, sein Werk werde die ökologische Situation verbessern, weil die Iller dann freier fließen könne. Geht es nach den Umweltschützern, sollen die Wehre aber komplett entfernt werden. (Lesen Sie dazu auch: „Wir sind keine Wasserkraft-Rambos“).

Kurus-Nägele geht zwar zuversichtlich in den Prozess – aber nicht euphorisch: „Vor Gericht und auf hoher See ist alles möglich“, sagt er.

Was von der Gerichtsentscheidung zu erwarten ist - und warum der Ärger danach weitergehen könnte: das schreibt IZ-Redakteur Jens Carsten in seinem Kommentar: Nach Urteil: Kampf um die Iller könnte weiter gehen.


Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren