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Babenhausen

20.11.2019

Zehn Fakten zur neuen Sicherheitswacht in Babenhausen

Babenhausen soll die 18. Gemeinde im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West sein, in der eine Sicherheitswacht zum Einsatz kommt. Voraussetzung sind Bewerber für das Ehrenamt.
Bild: Alexander Kaya

Plus Die Polizeiinspektion Memmingen sucht Bewerber für die Sicherheitswacht. Welche Aufgabe die Mitglieder haben - und wie es zu den Plänen im Fuggermarkt kam.

In Babenhausen soll künftig eine Sicherheitswacht unterwegs sein und nach dem Rechten sehen. Das teilt die Polizeiinspektion (PI) Memmingen mit. Die Wacht soll aus bis zu acht Personen aus der Marktgemeinde und der Umgebung bestehen, die Interesse an diesem Ehrenamt haben. Die Ausbildung der Bewerber könnte noch in diesem Jahr beginnen. Zehn Fakten dazu auf einen Blick:

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Was ist eine Sicherheitswacht?

„Unter dem Leitgedanken ,Bürger helfen Bürgern‘ engagieren sich Frauen und Männer ehrenamtlich für die öffentliche Sicherheit in ihrer Gemeinde“, erklärt Erster Polizeihauptkommissar Jochen Glaser. Die Freiwilligen seien im Team zu Fuß unterwegs und stünden Hilfesuchenden zur Seite.

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Wie kam es dazu, dass Babenhausen eine Sicherheitswacht bekommt?

Nach einem Austausch mit der Polizei hat der Babenhauser Marktrat im Sommer beschlossen, die Einführung einer Sicherheitswacht zu beantragen. „Die örtliche Polizei sieht sie als gute Ergänzung“, sagt Bürgermeister Otto Göppel dazu. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann stimmte dem Antrag zu. So wurde die PI, die vorab auch eine Stellungnahme zur Sicherheitslage im Fuggermarkt abgegeben hatte, mit der Gründung einer neuen Sicherheitswacht beauftragt.

Welche Ziele sind mit einer Sicherheitswacht verbunden?

Die Mitglieder sollen laut Glaser sichtbarer Ansprechpartner für die Bevölkerung und ein Bindeglied zur Polizei sein. Durch ihre Anwesenheit auch in öffentlichen Bereichen, in denen sich Menschen unwohl fühlen könnten, sollen sie ein Gefühl der Sicherheit schaffen. Göppel erinnert daran, dass dieses persönliche Empfinden der Bürger nach den Vergewaltigungen in Babenhausen und Egg an der Günz vor einem Jahr gelitten habe. „Das war schon ein Anlass für uns, sich Gedanken zu machen“, so der Bürgermeister. „Es schadet nicht, mehr Präsenz zu zeigen.“ Auch wenn sich Straftaten wohl leider nie gänzlich ausschließen ließen. Aus Göppels Sicht könnte eine Sicherheitswacht auch Vandalismus oder Ruhestörungen, etwa an den Weihern und vor Kneipen, vorbeugen oder „in den Griff bekommen“.

Wie viele Sicherheitswachten gibt es in der Region?

Babenhausen ist die 18. Gemeinde im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, in der eine Sicherheitswacht zum Einsatz kommt. Im Umkreis von Babenhausen gibt es diese bereits in Vöhringen, Senden, Neu-Ulm, Krumbach, Memmingen und Mindelheim, so Glaser. Insgesamt engagieren sich im Präsidialbereich aktuell 154 Bürger ehrenamtlich in solchen Wachten. Ungefähr ein Drittel davon sind Frauen.

Welche Befugnisse haben die Ehrenamtlichen?

„Für ihre Tätigkeit stehen den Ehrenamtlichen neben den gleichen Rechten, die jeder Bürger besitzt, spezielle Befugnisse zur Gefahrenabwehr zur Verfügung“, erklärt Glaser. In wenig brisante Situationen könne die Wacht eigenständig eingreifen, etwa wenn Jugendliche lärmen. Ist Gefahr in Verzug, könnte sie auch einen Platzverweis erteilen. Jedoch gilt: Die Sicherheitswacht ist keine "Hilfspolizei". „Bei einer Schlägerei unter Betrunkenen zum Beispiel oder für die Verfolgung von Straftaten ist weiter die Polizei zuständig.“

Wer übernimmt die Organisation?

Organisatorisch ist die Sicherheitswacht bei der Polizei angegliedert. Sie wird auch von einem Polizeibeamten betreut. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Gruppe unter staatlicher Aufsicht und Kontrolle sowie nach gesetzlich definierten Aufgaben und Befugnissen arbeitet. „Selbst ernannte Sheriffs“, so Göppel, seien nicht Sinn der Sache. Mit einer „Bürgerwehr“ – einem Verbund von Bürgern, die meinen, selbst für Recht und Ordnung sorgen zu müssen – ist die Sicherheitswacht also nicht zu verwechseln.

Was haben die Freiwilligen davon?

Für die ehrenamtliche Tätigkeit gibt es eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde, auch während einer insgesamt 40-stündigen Ausbildung. Ein erfahrener Ehrenamtlicher aus Memmingen wird die Babenhauser Gruppe laut Glaser in der Anfangszeit begleiten.

Woran erkennt man die Wacht?

Die Mitglieder tragen während ihres Diensts ein dunkelblaues Polohemd oder eine dunkelblaue Einsatzjacke mit dem bayerischen Staatswappen und der Aufschrift „Sicherheitswacht“. Ergänzt wird die Bekleidung durch eine Warnweste, die bei Bedarf, sowie eine Baseballmütze, die freiwillig getragen werden kann. Jeder Ehrenamtliche erhält einen Dienstausweis, der ihn als Angehörigen der Sicherheitswacht legitimiert. Zur Ausstattung gehören außerdem ein Digitalfunkgerät, eine Taschenlampe, ein Pfefferspray und ein Erste-Hilfe-Set.

Wer kann sich bewerben?

Bewerben können sich Frauen und Männer, die zwischen 18 und 62 Jahre alt sind. Sie sollten in Babenhausen und Umgebung wohnen, zuverlässig sein und soziale Verantwortung übernehmen wollen. Zudem sollten die Bewerber Freude am Umgang mit Menschen haben.

Wo können sich Interessierte bewerben?

Die PI nimmt schriftliche Bewerbungen entgegen (Am Schanzmeister 2, 87700 Memmingen). Auch per E-Mail (pp-sws.memmingen.pi@polizei.bayern.de) ist eine Bewerbung möglich. Als Ansprechpartner steht Jochen Glaser unter Telefon 08331/100-100 zur Verfügung.

Nach den Vergewaltigungsfällen in Babenhausen fühlen sich mehrere Bürger nicht mehr sicher - lesen Sie mehr dazu:

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