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27.03.2009

Zockeraffäre: Die Bank schweigt

Landkreis (kr) - Nach wie vor ist unklar, ob der Landkreis in Sachen Zockeraffäre auf seinem Schaden in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro sitzen bleibt. Außergerichtliche Gespräche mit der Bank, die mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb sogenannte Zinsderivatgeschäfte ("Swaps") gemacht hat, haben bislang jedenfalls noch nicht stattgefunden. Peter Dieling, Jurist im Landratsamt Neu-Ulm, berichtete auf Nachfrage, dass die Vertreter des Geldhauses um "Terminverlängerung" gebeten haben. Das heißt, dass zur Stunde noch völlig unklar ist, ob überhaupt Verhandlungen stattfinden werden, die aus Sicht des Landkreises auf Schadensminimierung abzielen sollen.

Hängepartie

Allzu lange wird diese Hängepartie jedoch nicht mehr dauern. Wie Landrat Erich Josef Geßner vor einiger Zeit ankündigte und Peter Dieling nun wiederholte, wird der Landkreis bis Ende dieses Monats zuwarten. Sollten bis dahin keine "qualitativen" Gespräche zustande kommen, werde der Klageweg beschritten.

Noch längst nicht abgeschlossen sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Augsburg gegen einen leitenden Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsbetriebs wegen des Verdachts der Untreue. Der Mann soll - so die Darstellung des Landratsamts - unter Missachtung einschlägiger Vorschriften in Eigenregie die Swap-Geschäfte mit einer großen deutschen Bank getätigt haben. Die Ermittlungen hatte die Staatsanwaltschaft Memmingen eingeleitet. Später übernahm die auf Wirtschaftsdelikte spezialisierte Schwerpunktstaatsanwaltschaft Augsburg das Verfahren. Matthias Nickolai, Sprecher der Ausgburger Anklagebehörde, sprach von "nicht ganz einfachen strafrechtlichen Ermittlungen". Unter anderem gehe es darum, die Marktlage bei Abschluss der Verträge herauszufinden. Auch für die "Rolle der Bank" interessieren sich die Staatsanwälte. Wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden, konnte Oberstaatsanwalt Nickolai nicht sagen.

Zockeraffäre: Die Bank schweigt

"Hoch spekulativ"

Wie berichtet, soll ein AWB-Beschäftigter über Jahre hinweg und ohne Wissen seiner Vorgesetzten, Zinsderivatgeschäfte betrieben haben, von denen der Großteil laut kommunalem Prüfungsverband "hoch spekulativ" war.

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