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Stars von morgen

17.10.2016

Zu dritt füllen sie den Abend mit farbigen Höhepunkten

Das Keras-Trio verwöhnte sein Publikum in der Schranne in Illertissen in der ungewöhnlichen Kombination von Violine (Heidi Schmid), Klavier (Tatiana Chernichka) und Horn (Sarah Ennouhi).
Bild: R. Langhans

Keras-Trio begeistert mit Violine, Horn und Klavier beim Festival junger Künstler in der Schranne

Kammermusik, gespielt in der Art des Keras-Trios mit Violine (Heidi Schmid), Horn (Sarah Ennouhi) und Klavier (Tatiana Chernichka), ist nicht oft zu hören. Daher konnten die Besucher des dritten Konzerts im Rahmen des Festivals „Junge Künstler – Stars von morgen“ am Samstagabend auf besondere Klangfarben gespannt sein. Für das Publikum in der nicht ganz ausverkauften Schranne wurde es keine Enttäuschung. Es zollte den Solisten für ihre sichtlich mit viel Herzblut vorgetragene Musik großen Beifall. Bei einer fröhlichen Zugabe stellte das Trio nochmals sein, in den Klangfarben wunderbar ineinander führendes Spiel vor.

Für Geigerin Heidi Schmid liegt die Besonderheit ihres Trios, das den Namen aus dem Altgriechischen „Keras“ für „Horn“ entliehen hat, im Klangreichtum: „Das Horn macht die Musik farbiger.“

Für sein Programm ist das Ensemble tief in der Romantik eingetaucht. Es begann mit dem Trio Nummer 1 in C-Dur von Frédéric Duvernoy aus „Trois Trios concertant“ für Pianoforte, Horn und Violine. Die Folge entstand nach 1820. Der Komponist hat den Ruhm der französischen Hornisten mitbegründet.

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Sein Werk gab der Hornistin Gelegenheit, ihr Publikum gleich zu Beginn mit überaus weichen Klängen ihres Instruments und schönen Melodien zu überraschen. Für diesen Part war Sarah Ennouhi, Mitglied der Staatsoper München, eingesprungen, da Susanne Schmid vom Keras-Trio erkrankt war. Abwechselnd dazu führte feinsinniges Spiel der Violine – Heidi Schmid spielt eine Geige von Gagliano, Baujahr 1760. Das Klavier übernahm bei dem lebhaften Stück den verbindenden wie begleitenden Part.

Darauf folgte schwere Kost mit der Sonate für Violine und Klavier in A-Dur (1886) von César Franck. Das Opus gilt für viele als Inbegriff romantisch-schwelgerischer Violinmusik. Heidi Schmid und Tatiana Chernichka, auch aus eigenen Duo-Auftritten bekannt, meisterten das Werk mit technischer Perfektion, viel Klang und Emotion, ohne ins Schwülstige abzudriften. Auf virtuose Geigenpassagen folgten wilde Fingerläufe am Klavier: Heidi Schmid faszinierte mit fast durchgängigem Vibrato auf ihrer Geige und Bogenkunst, die Töne noch in der Bewegung zum Verklingen brachte.

Tatiana Chernichka ergänzte das Spiel, mal als untermalende Begleiterin, mal als wirbelnde Antreiberin. Beim vierten Satz, einem Allegretto poco mosso, schien das musikalische Suchen oder Zweifeln ausgestanden und die Musikerinnen steigerten sich in Tempo und Ausdruck zum dramatischen Ende.

Höhepunkt und Ausklang des Abends bildete Johannes Brahms Trio in Es-Dur opus 40 für Waldhorn, Violine und Klavier (1865), an dessen Schönheit sich das Keras-Trio seit Bestehen orientiert. Zahlreiche Solopassagen der Komposition machen es dem Horn leicht zu strahlen: Mit warmen Melodien, Fanfarenklängen oder kurz angestoßenen Tönen, um durch die Tonleitern zu rasen. Brillant waren dabei Tonansatz und Intonation, von Atemholen hingegen war nichts zu bemerken. Der Dynamik konnten Klavier und Geige abwechselnd in schönen Soli entsprechen, vielfach ahmte der gestoßene Geigenbogen das Horn nach.

Zu dritt bildeten die Musikerinnen einen Klangteppich ineinander verwobener Tonfolgen, der im vierten Satz, dem Finale und Allegro con brio, als farbiges, virtuos klingendes Gebilde in den Ohren des Publikums verhallte. Es war eine bemerkenswerte Leistung, wie das Trio den ganzen Abend mit Spielfreude und Konzentration den Bogen der Spannung auf der Bühne aufrecht hielt.

Das vierte Konzert des Festivals von gestern Abend ist in der morgigen Ausgabe unserer Zeitung zu lesen.

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