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Babenhausen/Kellmünz

15.05.2018

Zwei Bürgermeister haben Großes vor

Die Straße zwischen Babenhausen und Kellmünz ist für Fahrzeuge, die mehr als zehn Tonnen wiegen, gesperrt.
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Die Straße zwischen Babenhausen und Kellmünz ist für Fahrzeuge, die mehr als zehn Tonnen wiegen, gesperrt.
Bild: Sabrina Schatz

Die Ratshauschefs aus Babenhausen und Kellmünz regen eine direkte Anbindung an eine Autobahnauffahrt an – und sprechen von einem „dicken Brett“, Kosten und der Belebung kleiner Orte.

Die Fahrt von Babenhausen nach Kellmünz ist holprig: Die Straße ist uneben, unzählige Stellen wurden ausgebessert, Schlaglöcher gefüllt. Doch das allein ist es nicht, was die Bürgermeister der zwei Marktgemeinden stört. Vielmehr, dass Lastwagen, die mehr als zehn Tonnen wiegen, nicht auf der Staatsstraße 2017 rollen dürfen. Die Fahrzeuge müssen stattdessen längere Umwege in Kauf nehmen. Ginge es nach Otto Göppel und Michael Obst, soll sich das ändern.

Die Bürgermeister haben sich darum an den neuen Bürgerbeauftragten des Freistaats Klaus Holetschek und an den Sachgebietsleiter Straßenbau der Regierung von Schwaben Wilhelm Weirather gewandt. Bei einem Treffen machten sie auf einen lange gehegten Wunsch aufmerksam: den Ausbau der Straße zwischen dem Fuggermarkt und Kellmünz samt der Brückenbauwerke. „Dass die Straße für Lastwagen über zehn Tonnen gesperrt ist, ist für unsere Industriebetriebe ungünstig“, sagt Babenhausens Rathauschef Göppel. „Außerdem ist die Straße in einem wirklich schlechten Zustand.“

An den Ausbau der Straße angelehnt, ist noch eine weitere Überlegung: eine bessere Anbindung an die Autobahnauffahrt bei Dettingen im Nachbar-Bundesland. Denn bislang nutzen Lastwagen aus Babenhausen und Umgebung laut Göppel entweder die Auffahrt bei Illertissen oder bei Heimertingen, um auf die A7 zu gelangen – und das bedeutet Umwege. Er ist der Meinung, dass auch Gemeinden entlang der Ausweichrouten, etwa Fellheim oder Niederrieden, entlastet würden und dass manche geplante Umgehungsstraße damit nicht mehr nötig wäre.

Es ist nicht die erste Initiative dieser Art der zwei Gemeinden. Vor etlichen Jahren hatten sie schon einmal einen Versuch gestartet, einen Zubringer der B300 zur Autobahn auszubauen. „Damals ist das im Sande verlaufen“, erinnert sich Göppel.

Ob das Vorhaben tatsächlich irgendwann real wird, ist unklar: Ihm sei bewusst, dass es sich um ein „sehr teures Projekt“ handele, sagt Göppel. Außerdem sei der Untergrund im Ried weich und könne daher Probleme bereiten. „Man wird sicher Kosten und Nutzen untersuchen müssen. Aber wir wollten jetzt einfach noch einmal die Initiative ergreifen“, sagt er. Und auch der Kellmünzer Bürgermeister ist der Meinung: „Das ist ein ganz dickes Brett, das wir da bohren müssen. Aber wir kicken den Ball an, der dann einige Jahre im Spiel sein muss, damit er ins Tor gelangt“, so Michael Obst. Irgendjemand müsse den Ball ins Spiel bringen. „Das haben wir getan.“ Die Ansprechpartner Holetschek und Weirather hätten erwidert, die Anregung „mitzunehmen“. Ein nächster Schritt sei es, andere Bürgermeister einzubinden, deren Gemeinden ebenfalls von einem solchen Projekt profitieren könnten. Denn: „Zu zweit ist man da relativ schwach“, wie Göppel sagt.

So sieht es auch Obst. Und er geht sogar noch einen Schritt weiter: Sollte eine neue Strecke bei Kellmünz gebaut und an die Autobahnauffahrt Dettingen angeschlossen werden, dann profitierten ihm zufolge die umliegenden Gemeinden immens. Denn dann könnten auch Flächen in Orten wie Weiler, Osterberg oder Pleß wirtschaftlich genutzt werden. „Osterberg und Weiler hätten einen hervorragenden Zugang zur Autobahn“, sagt Obst. Kleinere Dörfer bekämen die Möglichkeit, sich zu entwickeln, die Strecke könnte gar eine „Vitalitätsader“ werden. Dem Kellmünzer Rathauschef ist es vor allem wichtig, die Anwohner der Illertalstraße im Ort zu entlasten und mit den Ideen eine „zeitgerechte Neuordnung der Verkehrsflüsse“ zu schaffen.

Bei dem Gespräch kamen außerdem Straßenbauprojekte, die speziell Babenhausen betreffen, zur Sprache. Die sogenannte „Spange“ zwischen der B300 und der Staatsstraße 2020 war Thema. Nach wie vor gestalte sich der Erwerb der nötigen Flächen schwierig. „Wir müssen nun massiv auf die Grundstückseigentümer zugehen“, so Göppel. Der Markt habe Austauschflächen angeboten, „da könnte sich ein bisschen etwas tun.“ Ist ein Erwerb der Flächen dennoch nicht möglich – etwa weil das finanzielle Angebot die Eigentümer nicht zufriedenstellt –, kann Babenhausen laut Bürgermeister „externe Hilfe über das Straßenbauamt“ zurate ziehen.

Denn die Zeit rinnt: 2019 endet die fünfjährige Laufzeit der Planfeststellung, die 2014 getroffen wurde. „Wir müssen sonst verlängern“, erklärt Göppel. Außerdem sollte die Gemeinde die aktuell gute wirtschaftliche Lage nutzen – „Die Mittel würden jetzt zur Verfügung stehen“. Die angepeilte Spange im Westen Babenhausens wäre ein erstes Teilstück, ein Startpunkt für eine Umgehungsstraße, sodass weniger Verkehr wegen der B300 durch den Ort fahren würde. Jedoch müssen sich die Babenhauser, was dies anbelangt, wohl noch eine ganze Weile gedulden.

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