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Illerrieden

15.07.2020

Zwei Frauen gestalten Schmuckstücke aus Waldreben

Mit geschickten Händen bindet Birgit Spörl (rechts) aus der Waldrebe einen Vorkranz, Beate Stetter (links) zeigt fertige Kränze, die umwickelt werden.
Bild: Ursula Katharina Balken

Plus Beate Stetter und Birgit Spörl entdecken die Vielseitigkeit einer Pflanze, die an der Iller wächst. Diese lässt sich mit Geschick zu Kränzen formen.

Die Iller, die bisweilen ungestüm zur Donau drängt, ist umsäumt von üppigem Grün. Wer an einem heißen Sommertag auf den schattigen Uferwegen unterwegs ist, sieht sich umgeben von einer vielfältigen Pflanzenwelt. Wenn Beate Stetter und Birgit Spörl, beide in Illerrieden daheim, durchs Illergries streifen, haben sie immer eine stabile Gartenschere und Handschuhe im Gepäck.

Die Aufmerksamkeit der beiden Frauen richtet sich auf die Waldrebe, die sich unauffällig an Bäumen entlang hinauf zur Spitze windet oder im Gebüsch von Strauch zu Strauch schwingt. Wenn sie die grünen Lianen dann einmal im Blick haben, ziehen die beiden Frauen die Gewächse mit aller Kraft von den Bäumen. Daraus basteln sie Kränze, kleine und große Kunstwerke. „Alles naturbelassen“, wie sie sagen.

Die beiden „Bs“, wie sie sich nennen, pflegen seit Jahren das gleiche Hobby. Birgit Spörl und Beate Stetter pflücken Waldreben, auch Lianen genannt. Wobei das Wort „pflücken“ eine Untertreibung ist, denn im Grunde müssen die Winden, die daumendick werden können, mit viel Kraftaufwand von den Bäumen gezogen werden.

Die kunsthandwerkliche Arbeit verlangt viel Kraft

Die fünf Meter und länger wachsenden Waldreben werden dann zu den handgemachten Kunstwerken verarbeitet. Stetter und Spörl erklären, wie das geht. Zuerst muss ein Vorkranz gebunden werden. Die Liane wird in eine runde Form gebracht mit etwa 40 Zentimetern Durchmesser. Damit die Kranzbasis auch ausreichend Stabilität aufweist, werden die langen Winden immer im Ganzen verarbeitet, also nicht auf Stücke geschnitten. So wird der lange Strang immer wieder durch den ersten Kranz gezogen, bis man drei oder vier Rundungen zusammengeschnürt hat. „Dazu braucht man Handschuhe, sonst hat man sehr schnell zerschundene Hände“, wissen die Frauen aus Erfahrung.

Ist das runde Gerüst fertig, wird eine neue Waldrebe genommen und damit der Kranz rund umwickelt. Dieses Umbinden ist sehr kraftaufwendig. Man brauche zudem eine gehörige Portion Geschicklichkeit, sagen Spörl und Stetter. „Vier Stunden arbeiten wir gut und gerne an einem Kranz.“ Das frische Material ist noch ausreichend biegsam und deshalb gut zu verarbeiten. Ist der Kranz einmal trocken, kann mit ihm dekoriert werden. Ob in Kombination oder als Solist: Es kommt darauf an, welcher Standort ihm zugewiesen wird. Das kann drinnen sein oder auch draußen als Gartenschmuck. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Zum Beispiel kann man eine Kerze mit einem Glasbehälter in die Mitte des Kranzes stellen. Das sieht dekorativ aus und verhindert gleichzeitig, dass der trockene Kranz Feuer fängt.

Die Kränze sind als Geschenk sehr begehrt

Birgit und Beate erklären auch, was eine Waldrebe ist. Sie wird zu den Lianen gezählt, die an Bäumen in die Höhe wachsen. Wenn sie blühen, ist ihr Duft nicht angenehm. Die blaue Clematis, mit der manche Gärtner Torbögen im heimischen Garten schmücken, gehört zur gleichen Pflanzenfamilie wie die Waldrebe. Die „Gewöhnliche Waldrebe“, so der biologische Begriff, besitzt verholzende, kletternde Spross-Achsen. Stiele und Spindel sowie die Blättchenstiele sind Ranken. Die Blütezeit dauert von Juli bis September.

Beide Frauen arbeiten als Serviceassistentinnen in zwei verschiedenen Autohäusern. „Für uns ist dies neben der beruflichen Arbeit ein schöner Ausgleich, weil wir mit den Händen etwas schaffen und darin unserer Fantasie freien Raum lassen können“, sagen sie über ihr Hobby. Die Kränze seien vor allem als Geschenke sehr begehrt.

Ihre Kenntnisse geben die beiden Frauen gerne weiter. Wer mehr erfahren möchte, kann sich per E-Mail an allesrund1@gmail.com bei Beate Stetter und Birgit Spörl melden.

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