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21.09.2010

Zwiegespräch mit fantasievollen Puppen

Bauchredner Perry Paul mit seiner Puppe Aaron, dem verschwundenen Elvis. Fotos: Monika Birzele

Illertissen "Nur, wer sein Herz öffnet, kann lachen" - so beendete Perry Paul sein zweistündiges fesselndes Programm "Träume Lachen" vor begeistertem Publikum im Illertisser Barocksaal. Sein Auftritt war gespickt mit meisterlicher Bauchrednerkunst und höchst unterhaltsamen Wortwitz im Zwiegespräch mit seinen fantasievollen Puppen. Perry öffnete damit, dem schallenden Lachen des Publikums nach, wirklich jedes Herz.

Der Freundeskreis Kultur im Schloss begann sein Programm im 2. Halbjahr 2010 tatsächlich mit einem Paukenschlag, so Vorsitzender Fritz Unglert einleitend. Da dem Krumbacher Perry Paul sein Ruf als genialer Bauchredner vorausgeeilt war, waren die Vorstellung und eine Zusatzveranstaltung in kürzester Zeit ausverkauft. Neben seiner Professionalität faszinierte Perry auch mit Illusion und Zauberei, etwa als er unter Mithilfe des klatschenden und trampelnden Publikums eine drei Meter lange massiv wirkende "Stimmungsleiter" aus seiner "Tüte voller Überraschungen" auftauchen ließ.

Beim Dialog mit den bis ins Detail fantasievoll gearbeiteten Handpuppen, deren knautschige Gesichter durch ihre großen, ausdrucksvollen Augen bestechen, führte er die Hand im verborgenen Inneren so zielsicher, dass jede Figur ihren eigenen, speziellen Charakter erhielt. Dabei vermochte Perry, scheinbar unbeteiligt, seine Puppen mit einer jeweils individuellen Stimme und Klangfarbe von tief und rauchig bis hoch und piepsig auszustatten und in einem raschen Wechsel sprechen und sogar singen zu lassen. Mit im Spiel war auch Theo der Motorradhelm, der es sich nicht verkneifen konnte seine trockenen Kommentare mittels Auf- und Zuklappen seines Visiers abzugeben. Charmant assistiert wurde Perry von Ehefrau Eve, die mit einer neuen Puppe Nico, dem Tukan, nicht aus dem Amazonasgebiet, sondern in Wahrheit aus München, überraschte.

Perrys Lieblingspuppe, die kuschelige Mauskatze Amadeus zog zünftig in Lederhose und Tirolerhut unter Musikbegleitung von Falcos Amadeus in den Barocksaal ein und entwickelte sich sofort auch zum Liebling des Publikums. Immer wieder fixierte sie ihre Blicke auf den "geschlauchten" Feuerwehrmann. Mit ihrer Feststellung: "Ich kenne den Illertisser Humor, er ging in die Welt und kam nie zurück!" lag sie gänzlich daneben, nach dem herzlichen Gelächter und dem andauernden Applaus der Zuschauer zu urteilen. Besonders beeindruckend die Liedbeiträge: Little Joe, das dunkelhäutige Baby röhrte mit rauer markanter Joe Cocker-Stimme, Amadeus versuchte sich an "Ein Männlein steht im Walde" auf die Melodie von "Fuchs du hast die Gans" gestohlen und Joseph aus New Orleans wagte sich mit der "2. Stimme" bei "Only You" von den Platters in schwindelnde Höhen. Richtig Gänsehaut erzeugte das Abschiedsduett von Joseph mit vibrierender Soulstimme und Mauskatze Amadeus: "What a wonderful world - wie schön ist die Welt". Als Zugabe verwandelte Perry zwei Zuschauer, durch Anweisung der Mundbewegungen per Händedruck, zu lebendigen Baurednerpuppen. Gerda als Madame Chi Chi aus Paris und Uli als Enrico aus Mexico mit stilechtem Poncho und ihrem "Ja wir sind mit dem Radl da" gehörten dann wahre Lachsalven und Beifallsstürme des gemischten Publikums von jung bis alt. (birm)

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