Das Thema Bahnunterführung Auer Straße oder auch die Schließung des Dietenheimer Übergangs für Autoverkehr scheint die Bürgerschaft in Illertissen noch nicht sehr zu beschäftigen. Kaum mehr als eine Handvoll Interessierter haben ein Angebot von Kasim Kocakaplan, Stadtrat und Bürgermeisterkandidat der SPD, wahrgenommen. Kocakaplan zeigt sich dennoch zufrieden.
Ortsbildprägende Veränderungen in Illertissen ziehen die geplanten Baumaßnahmen der Deutschen Bahn nach sich, angefangen mit einer Unterführung am Bahnübergang Auer Straße. Die kleine Gruppe nach die Lage der von der Bahn angedachten Unterquerung ab Adolf-Kempter-Straße bis zur Friedrich-Ebert-Straße in Augenschein. Es wurde über mögliche Streckenverläufe debattiert und über den Verkehrsfluss allgemein, denn laut Erhebung querten 4300 Fahrzeuge den Übergang Dietenheimer Straße und 2300 Fahrzeuge den Übergang Auer Straße. Mit Blick auf die geplante Schließung der Überquerung Dietenheimer Straße für motorisierten Verkehr würden durch die neue Unterführung Auer Straße künftig pro Tag über 6000 Autos fahren, rechnete Katharina Völker. Auch die Park- und Zugangsmöglichkeiten zu den Einkaufsmärkten oder dem Café wurden diskutiert. Ebenso die Anbindung an die Auer Straße westlich der Bahn. Nicht sinnvoll sei, wenn keine Rettungsfahrzeuge durch die für Schwerlastverkehr gesperrte Unterführung passten, gab Edwin Sannwald zu bedenken. Deshalb wurde die an der Dietenheimer Straße nur für Fußgänger und Radfahrer geplante Unterführung kritisch gesehen. Dass Feuerwehr und die Polizei vom Standort Unterrother Straße schnell genug über Nordtangente oder Autobahnzubringer (St 2018) zu ihren Einsatzorten kämen, wurde bezweifelt. Ebenso, ob die südlich der Stadt geplante Tangente mit Unterführung der Ausweg sei. Schließlich verwies Kocakaplan auf die am Ölmühlweg in Jedesheim vorgesehene Überführung. Dass sie ebenfalls für Schwerlastverkehr ausgelegt werden soll, verwunderte.
Stadtrat sieht Bahn-Machbarkeitsstudie als Chance für Illertissen
Fritz Immisch erkundigte sich nach genaueren Zeitplänen für die Baumaßnahmen. Kocakaplan informierte, angesichts der umfassenden Veränderungen sei ein Zeitraum von zehn bis 20 Jahren veranschlagt. Egbert Manns fragte nach den Kosten der von der Bahn geplanten Unterführungen beziehungsweise Überführung in Illertissen. Kocakaplan erklärte, sie würden zwischen der Deutschen Bahn sowie Bundesrepublik und Freistaat aufgeteilt. Lediglich der dann in Nähe des Alpenwegs geplante Kreisel sowie eine Radwegabkürzung müsste die Kommune finanzieren.
Der SPD-Kandidat erinnerte daran, dass der Stadtrat die von der Bahn vorgelegte Machbarkeitsstudie abgesegnet habe und bezeichnete sie selbst als einmalige Chance für die künftige Entwicklung Illertissens. Nun gelte es, die vorgestellten Pläne mit guten Vorschlägen und konstruktiven Ideen möglichst vorteilhaft für Illertissen voranzubringen. Die Deutsch Bahn plane mit einem Start 2031, und wenn es dann losgehe, sollten alle Optionen ausgelotet sein, findet der Stadtrat.
Stadtteilbesichtigung endet auf Baywa-Areal
Die Stadtteilbesichtigung schloss mit einem Rundgang durchs ehemalige Baywa-Areal ab, wo ein Quartier mit über 500 Wohneinheiten entstehen kann: womöglich mit Parkhaus an der Adolf-Kempter Straße, Reihenhäusern eines Investors entlang der Bahnlinie oder auch Wohnraum der Wohnungsbau GmbH anstelle der alten Wohnblöcke. Aus aktuell 30 sollen 72 werden. Fritz Immisch würde gern noch mehr bezahlbaren Wohnraum auf dem Areal bauen. Angesichts der notwendig gewordenen Bodensanierung seien aber die Grundstückspreise gestiegen, gab Kocakaplan zu bedenken. Als Besonderheit zeichnet das neue Quartier die gemeinsame Wärmeplanung aus. Die sogenannte Kalte Nahwärme durch Grundwasser genutzt werden soll.
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